Wallenberg's Whiskey Hell - Booze'n'Boogie

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VÖ: 17.05.2013
Bandinfo: Wallenberg's Whiskey Hell
Genre: Hard Rock
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

Egal, wie viel Whiskey die Jungs brauchen – gebt ihnen, was sie wollen. Hauptsache, die spielen dann immer so wie auf ihrem Debut „Booze ‚n’ Boogie“!

Zugegeben, ich war bereits nach dem ersten Song besoffen und überzeugt davon, dass da ein scharfes Stück Blues-Rock-Folk-und-was-auch-immer liege, das mir von Anfang bis Ende Freude bereiten würde. Und es ist so!

„Natural Born Bad Boy“ ist Südstaaten-Rock der besseren Sorte. Da deutet der Herr Wallenberg an, was er stromrudermässig drauf hat. Fette Riffs wechseln sich mit schnellen, präzisen und coolen Sololäufen ab. Dahinter und darunter verrichten treibende Drums und ein grooviger Bass ihre Arbeit. Es ist erstaunlich, wie viel Druck das Trio hinkriegt.

Absurd ist hingegen der Bandname – Whiskey Hell. Was hat Whiskey mit Hölle zu tun? Höchstens doch, dass ein achtzehnjähriger Macallan höllisch gut schmeckt oder eben himmlisch. Andererseits, die Hölle muss ja auch ein heisser Ort sein, sinnlich und lüstern. Also doch nicht so verkehrt, der Name.

Ich bin bekennender Slow-Blues-Liebhaber und mit „Dark Our Blues“ liefert mir Wallenberg beinahe fünf Minuten Wohltat. Etwas zügiger geht „She's Ready“ ab, Texas Blues wie er sein soll und wie wir ihn von den frühen ZZ TOP kennen. Wallenberg zeigt auf dem Album, dass er nicht nur die Saiten sondern auch die Stimmbänder im Griff hat.

Im positivsten ZZ TOP-Stil tritt auf „Braking Bad“ auf, ein mittelschneller Blues mit wimmernd-verzerrter Gitarre und viel Druck, die ideale Nummer für Menschen, die gerne Blues-Rock hören. Und wenn wir schon bei den Blueskrachern sind; die Hammernummer schlechthin heisst „Back To The Swamp's“ – die geilsten Sololäufe liefert Wallenberg bei diesem Track.

Und wenn es noch etwas bräuchte, um einen pingeligen, rockversessenen Gruftie auf seine Seite zu ziehen – Wallenberg’s Whiskey Hell holen dafür den Klassiker „Black Betty“ von RAM JAM aus der Schublade und hauchen ihm neues, verdammt powervolles Leben ein. Nur wegen dieses Covers würde ich das Album nicht kaufen, es ist aber so etwas wie ein Goodie…das es nicht zwingend bräuchte. Das Originalmaterial Wallenberg’scher Prägung genügt voll und ganz. Aber es ist halt schon geil, wie seine Finger bei der Betty über die Saiten flitzen.

Ein paar Worte möchte ich noch zu „Whiskey Hell“ verlieren. Das ist der Ausguss aus dem Schmelztiegel aller Elemente, welche die vorliegende Musik prägen. Irish Folk gemischt mit Blues und Rock, beinahe schon blastende Drum-Beats, wimmernde Süd Staaten Gitarre und jede Menge Lebensfreude.

„Whiskey Hell“ hat auch diese Art von Hookline, von der du denkst, du hättest sie schon tausendmal gehört; „das war doch der Song von – wie heissen die schon wieder?“

So, what the hell soll man mit dieser Scheibe tun? Ganz einfach; in die Anlage schieben, Menschen aus der Gefahrenzone entfernen, Whiskey einschenken, zurücklehnen und dann Gas geben – Volume knapp unter dem Maximum!



Bewertung: 5.0 / 5.0
Autor: Danny Frischknecht (28.05.2013)

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