MASTERPLAN - Novum Initium

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VÖ: 14.06.2013
Bandinfo: MASTERPLAN
Genre: Melodic Metal
Label: AFM Records
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Lineup  |  Trackliste

Ich werde wohl nie vergessen, wie mir seinerzeit eines der besten Debütalben allerzeiten in die Hände fiel, was auf den Namen hörte, der auch gleichzeitig die Band dahinter darstellt, MASTERPLAN. Weltweit wurde das Teil gefeiert und der Band eine große Zukunft vorausgesagt. Auch der zweite Streich "Aeronautics" konnte eine Vielzahl von Fans hinzugewinnen und begeistern. Danach begannen allerdings Probleme, die der Band über Jahre hinweg nicht wirklich gut taten. Sänger Jorn Lande hat die Band verlassen, weil er mit europäischem Power Metal angeblich nichts mehr anfangen kann und sich lieber auf seine Truppe JORN konzentriert. Wie sollte man DAS Aushängeschild der Band nun ersetzen? Eine schier unmögliche Aufgabe und mir tut es bis heute ein wenig leid, was der arme Mike Dimeo, seines Zeichens Nachfolger von Jorn Lande, über sich ergehen lassen musste. Für MICH ist "MK2" eine verdammt starke Platte mit nur ganz wenigen Schwächen und auch Mike Dimeo hat gesanglich alles richtig gemacht. Trotzdem wurde MASTERPLAN sehr heftig kritisiert für diese Platte, was mir persönlich immer noch schleierhaft ist. Live hingegen konnte ich mich der großen Masse allerdings anschließen, die Performance von Dimeo war erschreckend schwach, dazu kamen während er Tour auch noch andere Dinge dazu, die die Band nicht besonders gut aussehen ließen. Fragt man mich, so glaube ich, dass Dimeo dem Druck evtl. nicht standhalten konnte, denn das er live eigentlich einiges zu bieten hat, steht außer Frage.

Lange Rede, kurzer Sinn...2010 holte man doch tatsächlich Jorn Lande zurück ins Boot, was ich sofort als großen Fehler kritisiert habe. Dennoch konnte mich die damalige Single "Far From The End Of The World" überzeugen, hatte sogar einen Touch vom Debüt. Was mit dem Album dann aber folgte, war für mich persönlich der absolute Niedergang einer Band, die mal zu meinen absoluten Favoriten zählte. Nicht, dass die Platte durchweg schlecht war, aber das waren nicht mehr MASTERPLAN...Das war irgendwas anderes...Ich weiß bis heute nicht, ob es an Jorn Lande lag, aber anders kann ich mir den gesamten Sound der Platte nicht erklären. Danach wurde es wieder still um die Band, Jorn Lande machte sich ein zweites mal aus dem Staub und nach nunmehr drei Jahren warten die Jungs wohl ENDLICH mit einem ordentlichen Line-Up auf, das so auch eine Zukunft haben kann, wenn man alles richtig macht. Rick Altzi zählt zu den begnadetsten Sängern da draußen und muss sich unter Garantie nicht hinter einem Jorn Lande verstecken. Mit "Novum Initium" folgt also endlich der legitime Nachfolger zu "MK2" ...

"Novum Initium" kehrt nun endlich wieder die Stärken dieser Band hervor, zeigt auf, dass da noch sehr viel Spielfreude ist. Roland Grapow ist noch lange nicht am Ende seines Schaffens und stellt dies mit der neuen Platte eindrucksvoll unter Beweis. Das epische Intro und der ballernde Opener "The Game" halten nur eine Message für die Leute da draußen bereit, "MASTERPLAN is back!!!". Der Sound bewegt sich irgendwo zwischen dem Debüt und "MK2", bietet allerdings auch neue Elemente, die dem Gesamtsound von MASTERPLAN aber sehr gut tun. Rick Altzi fügt sich nahtlos ein, als wäre er schon seit zig Jahren Bestandteil der Band. Das Songwriting ist enorm stark, aussagekräftig und mitreißend. Man merkt an jeder Ecke und Kante, wie wichtig es für Roland Grapow war, genau diese Platte zu machen. Auch Jari Kainulainen und Martin Skaroupka lassen keine Zweifel aufkommen, dass dieses Line-Up definitiv noch eine große Zukunft haben kann, in der wir MASTERPLAN wohl auch endlich wieder live bestaunen dürfen.

Der Midtempokracher "Keep your dream alive" wird von wunderschönen Keyboardklängen getragen, wartet mit einem simplen aber umso packenderen Chorus auf, der dem Hörer unmissverständlich klar macht, wieso Rick Altzi einer der besten seines Fachs ist. "Black Night of Magic" lässt Parallelen zu "Kind Hearted Light" erkennen und wirkt durch die tolle Dynamik durchweg spannend, wohingegen "Betrayal" wieder einen Gang zurückschaltet und eine Wahnsinnsatmosphäre vorzuweisen hat. "No Escape" und "Pray on my soul" könnten ohne weiteres auf der "MK2" stehen und setzen ebenso wie "Betrayal" auf eine unvergleichlich dichte Atmosphäre, die ich bei "Time to be King" teilweise komplett vermisst habe.

"Earth is going down" erinnert erinnert an stückweit an das intensive Stück "Crystal Night" vom Debüt und versprüht enorm viel Energie, lässt durch den tiefgründigen Text aber auch Gänsehaut bei mir aufkommen. "Return from Avalon" strebt eher eine typische Power Metal Richtung an, punktet aber auch mit dieser zu 100%, was nicht zuletzt am starken Refrain liegt. "Through your eyes" lässt es nochmal ruhig und melancholisch angehen, wohingegen der Titeltrack mit seinen 10 Minuten nochmal alles im Petto hat, was die Band über all die Jahre hinweg ausgezeichnet hat.

Ich bin letztlich also mehr als nur froh, dass es MASTERPLAN trotz der ganzen Turbulenzen immer noch gibt und das sie es geschafft haben, die Musik in Form von "Novum Initium" sprechen zu lassen. Wer jetzt noch daran zweifelt, dass MASTERPLAN ohne Jorn Lande keine Zukunft haben, der sollte sich schnellstens einen Termin beim Ohrenarzt holen. Die Intensität der Platte lässt sich nur schwer mit Worten umschreiben und sicherlich gibt es auch einige wenige Schwachpunkte, die man kritisieren könnte, doch wenn ich aus der Historie dieser Band alles zusammennehmen, ist es einfach nur Wahnsinn, dass man nun ein derart aussagekräftiges Album veröffentlicht, das die Flagge von MASTERPLAN in ganz neuem Glanz erstrahlen lässt. Ich für meinen Teil hoffe und glaube, dass diese Band nachwievor eine große Zukunft haben wird und definitiv ihre unverkennbaren Linien in den Sand zeichnen wird.



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Sonata (03.06.2013)

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