THANATOS - Angelic Encounters (Re-Release)

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VÖ: 03.06.2013
Bandinfo: THANATOS
Genre: Death Metal
Label: Century Media Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits  |  Trivia

Wenn ihr von THANATOS bislang noch nichts gehört habt, ist das keine Schande, zeugt aber auch nicht gerade von allumfassendem Insider-Wissen. Die Death/Thrasher sind nämlich nichts weniger, als die erste Extreme-Metal-Band, die je aus Holland gekommen ist. Bandboss Stephan Gebédi (kennt man als Klampfer von HAIL OF BULLETS) hat sein Baby bereits 1984 in die Welt gesetzt, nach einem mehrjährigen Split 1999 auch wieder Fahrt aufgenommen und erst unlängst einen Kontrakt bei Century Media unterzeichnet und für 2014 das insgesamt sechste Studioalbum versprochen. Diese sind gerade dabei, die Urgesteine auch dem jüngeren Publikum bekannt zu machen und haben nach Wiederveröffentlichung der ersten Bandära jetzt auch das 2000er-Comebackalbum „Angelic Encounters“ neu verpackt und die 2002er EP „Beyond Terror“ gleich dazu gepackt.

Klingt nicht nur geil, ist auch ziemlich geil. Sämtliche Songs wurden nämlich einem neuen Remastering unterzogen, für das der schwedische Workaholic Dan Swanö verantwortlich zeichnet. Dass hier trotzdem alles rumpelt und kracht, als würden wir uns in den frühen 90er-Jahren befinden, war mit Sicherheit beabsichtigt, denn schon zum Originalrelease hat Gebédi Wert darauf gelegt, möglichst alt zu klingen. Auf „Angelic Encounters“ knüppelte zudem SINISTER-Fellgerber Aad Kloosterwaard und die Leadgitarre schnallte sich erstmals Paul Baayens (ASPHYX, HAIL OF BULLETS) um.

Musikalisch war „Angelic Encounters“ – zugegeben – nicht die große Genre-Offenbarung. Das beginnt schon beim lieblos dahingeschmierten Cover-Artwork, setzt sich fort bei der (beabsichtigt) rappigen Produktion und endet in oft überlangen, mit vielen Gitarrensoli gespickten Death-Thrash-Brechern, wobei der Tod stets die klare Oberhand behält. Der einleitende Titeltrack, das viehisch nach vor treibende „Sincere Chainsaw Salvation“, das Riffmassaker in „Gods Of War“ und der DEMOLITION HAMMER/CANNIBAL-CORPSE-Hybrid „Thou Shalt Rot“ sind die klaren Highlights – ansonsten hat es den gestandenen Herren nach ihrer knapp siebenjährigen Abwesenheit noch am wirklich zwingenden Songwriting gefehlt.

Auf der darauffolgenden „Beyond Terror“-EP zeigten sich THANATOS noch kompromissloser und mörtelten deutlich stärker der Gruft entgegen. Das stumpfe Geholze klingt durchaus nach einer Mischung aus SINISTER, PUNGENT STENCH und eben DEMOLITION HAMMER, erreicht aber trotz allem niemals die individuelle Stärke dieser drei Hartwurst-Hochburgen. Durchaus gelungen sind aber die verschiedenen Cover-Versionen. MASSACREs „Corpse Grinder“ punk-metallt herrlich Old School aus den Boxen, das POSSESSED-Stück „Satan’s Curse“ ist an Räudigkeit nicht zu überbieten und selbst den CELTIC-FROST-Hammer „Into The Crypt Of Rays“ haben die Tulpenmetzler anständig über die Bühne gebracht. „Angelic Encounters“ ist mit Sicherheit essenziell und wer sich auf die kommende Scheibe vorbereiten möchte, sollte lieber zu wirklich altem Material á la „Emerging From The Netherworlds“ (1990) oder „Realm Of Ecstasy“ (1992) greifen. Den gewissen Kultfaktor muss man den Jungs aber trotz allem neidlos zugestehen. Wir freuen uns harren der Dinge.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (03.06.2013)

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