Blackmore's Night - Dancer And The Moon

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VÖ: 14.06.2013
Bandinfo: BLACKMORE'S NIGHT
Genre: Folk Metal
Label: Frontiers Records
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Lineup  |  Trackliste

Eine großflächige Einleitung zum Thema BLACKMORE'S NIGHT spare ich mir hier an dieser Stelle. Welche Art Musik der Meister Richie Blackmore samt Gattin Candice Night seit nun mehr acht Studioalben fabrizieren dürfte sich herumgesprochen haben, oder erwartet jemand tatsächlich immernoch neues Material im Rainbow Stil? Bei einem neuen Release des Duos stellen sich heutzutage eigentlich nur die Fragen: Welche Covers haben es aufs Album geschafft? Wie hoch sind Folk und Rock-Anteil? Und letztlich: Gefällt's?

Fangen wir mal mit den Covers an. Dieses Mal haben es RANDY NEWMAN's „I Think It's Going To Rain Today“, URIAH HEEP's Evergreen „Lady In Black“ und das großartige „Temple Of The King“ aus dem eigenen Hause auf den Rundling geschafft. Ersterem wird auf Grund der locker-folkigen Instrumentierung im Vergleich zum Original die Tragik gestohlen, macht sich aber als Einstimmung für ein BLACKMORE'S NIGHT Album sehr gut. Es fällt wieder auf, wie angenehm und unaufdringlich Candice's Stimme klingt, und auch ist es immer wieder schön, die Gitarrenlegende solieren zu hören. Aus „Lady In Black“, einer doch arg repetitiven Nummer, kitzelt man durch geschickt gesetzte Arrangements und einer harmonischen Transposition im Finale eine gute Portion Dramatik heraus. Mit dem eingefolkten RAINBOW-Cover hingegen kann der Rezensent weniger anfangen, warum neu interpretieren, was schon perfekt ist?
Beim eigenen Material dominiert diesmal voll und ganz der Folk-Anteil. Was nichts schlechtes bedeutet, denn Blackmore und Night haben ein Händchen für Ohrwürmer erster Güteklasse. Das mit Russischer Folklore angehauchte „Troika“ oder das flotte, zum Tanzen einladende Titelstück werden sich dank der Refrains auf Ewig in den Gehirnwinden festbeißen, darauf ein Ehrenwort. Von den rein akustischen Balladen bleibt „Somewhere Over The Sea (The Moon Is Shining)“ am ehesten hängen. Hiervon gibt es nämlich gleich noch eine rockige, an GARY MOORE erinnernde Variante Namens „The Moon Is Shining (Somewhere Over The Sea)“. Da waren wir heute aber mal kreativ. Als Ausklang wählt man mit „Carry On... Jon“ eine ergreifende Hommage an Ex-Kollegen JON LORD. Ganz mit wunderschönen Hammond-Passagen im DEEP PURPLE Stil gehalten dient dieses Instrumental allein schon als Antestgrund.

Kommen wir zur letzten Frage: Gefällt's? Jap, dem Schreiberling tut es das. Als atmosphärisches Folk Album mit gelegentlichen (Prog)Rock Einflüssen funktioniert „The Dancer And The Moon“ trotz kleinerer Schwächen sehr gut. Interessante Cover und massig Ohrwürmer geben sich hier die Klinke in die Hand, ohne zu stark in den Kitschbereich zu driften. Zumindest wenn man weiß, worauf man sich einlässt. Aber das wisst ihr ja bestimmt.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Christian Wilsberg (12.06.2013)

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