Battlecross - War Of Will

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VÖ: 05.07.2013
Bandinfo: Battlecross
Genre: Death Metal
Label: Metal Blade Records
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Lineup  |  Trackliste

Gibt es sie noch – die Bands, die weder eine vor 30 Jahren populäre Musik nachspielen, noch ein musikalisches Genre ohne die Wörter „Post“ oder „Core“ bedienen, sondern etwas Eigenständiges produzieren? In den Momenten musikalischer Depression angesichts des heutzutage produzierten musikalischen Einheitsbreis, wo solche Fragen gestellt werden, kommt eine Kapelle wie BATTLECROSS mit ihrem dritten Album „War Of Will“ gerade recht.

Schon der Vorgänger „Pursuit Of Honor“ war solide (wenn auch nicht weltbewegend), und auf „War Of Will“ wird der eingeschlagene Weg der Ami-Thrasher weitergegangen. Laut Eigendefinition spielen BATTLECROSS „Blue Collar Thrash Metal“ – frei interpretiert handelt es sich um eine solide melodische Thrash-Basis, auf der Elemente anderer Stile wie Power- und (Melodic-) Death-Metal aufsetzen (und moderne Elemente wie das eine oder andere Breakdown werden auch eingestreut). Das führt zu einer sehr ansprechenden Mischung – anything goes, solange es amtlich im Gebälk kracht.

Der Opener „Force Fed Lies“ startet noch als reinrassiger Thrash, bevor in einen epischen Refrain abgebogen wird, den man sich so eher von GAMMA RAY oder VIRGIN STEELE erwartet hätte. „Flesh & Bone“ schlägt in eine ähnliche Kerbe, bevor dann in den nächsten Songs eher die Melodic Death Metal-Klientel bedient wird. Das funktioniert mal besser (bei „My Vaccine“ – das stark an DARK TRANQUILLITY erinnert - oder dem mit eingängigem Refrain gesegnete „Wage A War“), manchmal auch weniger gut („Get Over It“ und „Ghost Alive“).

Gegen Ende von „War Of Will“ wird es dann sogar noch ein Stück heftiger, die Blastbeats bei „Beast“ etwa erinnern dann schon an heftigeren Death-/Black-Metal. Ein Grund dafür könnte sein, dass der ehemalige Drummer der ebenfalls aus Detroit stammenden Death Metal-Rabauken THE BLACK DAHLIA MURDER, Shannon Lucas, „War Of Will“ eingetrommelt (oder eingetrümmert?) hat. Der Einfluß der Labelkollegen ist überhaupt öfter spürbar – etwa in den Vocals von „Gumby“ Gunther (der manchmal stark an Trevor Strnad erinnert) oder in Songs wie „Never Coming Back“.

Insgesamt ist die musikalische Weiterentwicklung von BATTLECROSS deutlich hörbar: auf „War Of Will“ hat das meiste Hand und Fuß, und die Soli der Gitarrenfraktion sind sogar Weltklasse. Auch dem größten Manko des Vorgängeralbums – dem Fehlen wirklicher Hits – wurde abgeholfen: mit „Force Fed Lies“, „My Vaccine“, „Wage A War“ oder „Never-Ending Night“ sind gleich mehrere davon vorhanden. Damit sind die ab und zu vorhandenen Aussetzer (wie die eher nichtssagenden „Get Over It“ oder „Beast“ – oder das unoriginelle Cover) leicht zu verschmerzen. Allen Fans, die sich nicht um Genregrenzen scheren, sondern eigenständige, schnelle, harte, melodische Musik mögen, kann man „War Of Will“ ans Herz legen.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Luka (01.07.2013)

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