Angels Of Babylon - Thundergod

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VÖ: 14.06.2013
Bandinfo: Angels Of Babylon
Genre: Heavy Metal
Label: Scarlet Records
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Lineup  |  Trackliste

Heavy Metal in seiner mächtigen, urwüchsigen Verarbeitung ist wohl das primäre Ziel, das ex-MANOWAR Kesseltreiber Kenny „Rhino“ Edwards seit einigen Jahren mit seinem persönlich aufgebauten Baby ANGELS OF BABYLON verfolgt. Mit dem 2010er Debütalbum „Kingdom Of Evil“ sind wir hier in der Stormbringer-Redaktion nicht unbedingt glücklich geworden, so waren gleich mal erste Zweifel zugegen als der brandneue Nachfolger „Thundergod“ in unsere Hallen flatterte. Dieser hat gleich eine wesentliche Änderung erfahren. FIFTH-ANGEL-Shouter David Fefolt hatte nämlich scheinbar keine große Lust mehr und so hat Rhino hier gleich höchstpersönlich das Mikro an die Snare montiert und das anfängliche Fragezeichen ob der zu erwartenden Qualität nur noch mehr aufgefettet.

Doch alle Sorgen sind unbegründet. Auf „Thundergod“ (den gleichnamigen Titelsong hat Rhino übrigens den 2011 verstorbenen MANOWAR-Ur-Drummer Scott Columbus gewidmet) ist zwar längst nicht alles reiner Stahl, was glänzt, die deutlich verstärkte Heavy-Metal-Edge und das starke Zurückfahren diverser Hard-Rock-Elemente hat den ANGELS OF BABYLON allerdings mehr als gut getan. Speziell in der ersten Albumhälfte wird hier ordentlich auf dicke Hose gemacht, kann diese schwermetallische Wichtigtuerei mit starken und kompakten Songs auch bestätigen. So rollen vor allem das epische „Sondrio“, der (das muss einfach gesagt sein) Quasi-MANOWAR-Stampfer „What Have You Become“ und das kraftvolle und überraschend thrashige „The Enemy“ wohlig durch die Gehörgänge.

Das eben angesprochene „thrashige“ verdanken wir übrigens hauptsächlich MEGADETH-Stammbassist Dave Ellefson, dessen Hauptkonzentration zwar bei den Thrash-Hohepriestern liegt, der sich aber anscheinend trotzdem mit sehr viel Freude und Herzblut ins Songwriting für vorliegendes Heavy-Metal-Werk eingebracht hat. Im Laufe der Zeit schleichen sich dann aber zusehends Songwritingschwächen („True Brothers“), etwas zu gut gemeinter Bombast („Redemption“) oder enervierendes Balladenmaterial („Turning To Stone“) ein. „King Of All Kings“ hingegen macht eben fest gestellte Schwächen fast wieder im Alleingang wett, weil diese nackenbrechende Mischung aus MEGADETH, JUDAS PRIEST und ACCEPT einfach knallt. „Thundergod“ ist jedenfalls eine klare Steigerung und braucht anfangs durchaus mehrere Anläufe – dann wird der Heavy-Lunatic damit aber bestimmt glücklich.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (11.06.2013)

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