Pest - The Crowning Horror

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VÖ: 14.06.2013
Bandinfo: Pest
Genre: NWoBHM
Label: Agonia Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Habt ihr mal wieder Bock auf etwas richtig Morbides, Altbackenes und ganz und gar Klassisches? Dann nur hereinspaziert, denn beim schwedischen Old-School-Duo PEST seid ihr mit Sicherheit richtig aufgehoben. Seit 1997 deibeln die beiden Vorzeigesatanisten Necro und Equimanthorn aus Stockholm bereits durch den kellertiefsten Underground und haben sich dabei über die Jahre von einem misanthropisch-urwüchsigen Black-Metal-Projekt zu einer Puristen-Combo verformt, die sich zwar keinesfalls von ihren schwarzen Wurzeln löst, dem Ganzen aber eine ordentliche Portion Heavy- bzw. NWoBHM beigemengt haben.

Das wirkt natürlich auch irgendwie dem Trend geschuldet (man denke an ATTIC, THE DEVIL’S BLOOD und weiß der Teufel wen noch alles), aber PEST gab es erstens vorher und zweitens haben die beiden relativ wenig mit gängigen Rock-Elementen zu tun. Übersteht man erst einmal die beiden ersten und wirklich schwachbrüstigen Tracks, finden PEST auf ihrem Agonia-Records-Einstand nach fünfjähriger Abwesenheit tatsächlich ganz gut in die Spur. „Volcanic Eyes“ etwa hat eben dieses urbritische und total ins Ohr gehende NWoBHM-Flair, das sich als kleinster gemeinsamer Nenner wohlig über alle Tracks zieht. Das absolute Album-Highlight folgt gleich darauf mit dem rockigen „Devil’s Mark“, das in seiner Primitivität eine herrliche Mischung aus AC/DC-Anleihen, BLACK-SABBATH-Referenzen und KING-DIAMOND-Feeling darstellt.

Die grobe Kategosierung NIFELHEIM meets DESTRÖYER 666 meets alte CELTIC FROST trifft eigentlich genau ins Schwarze, nur reichen PEST leider zu keiner Zeit an die kultige Qualität der eben genannten heran. Dazu knüppeln die beiden Skandinavier zu oft an einer ordentlichen Songstruktur vorbei. Einfach nur eine 1980er-Produktion haben und auf nietenbehangene Kult-Ehrerbietungen der Fans zu warten, ist bei der Menge an Old-School-Heavy-Black-Bands leider einfach zu wenig. Zu den positiven Beispielen zählen jedenfalls noch das atmosphärisch dichte „Thirteen Chimes“ und der langsam in die Gehörgänge kriechende Closer „Eternal Curse“. Ansonsten herrscht hier leider nur gepflegte Durchschnittlichkeit im Kultgewand. Dass die meisten Riffs und Licks auch von 14-jährigen Gitarrenschülern gespielt werden könnten, will zwar sicher kein PEST-Fan hören, ist aber einfach nur wahr.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (12.06.2013)

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