Mercenary - Through Our Darkest Days

Artikel-Bild
VÖ: 26.07.2013
Bandinfo: Mercenary
Genre: Melodic Death Metal
Label: Noiseart Records
Hören & Kaufen: Amazon | Ebay
Lineup  |  Trackliste

Die letzte Veröffentlichung von MERCENARY hieß "Metamorphosis", was nicht nur einen Albumtitel darstellte, sondern auch symbolisch für eine Band stand, die sich im Wandel befand. Die Dänen tauschten ihre halbe Mannschaft aus und klangen auf "Metamorphosis" ganz anders als auf den Frühwerken wie z.B. "11 Dreams" mit Mikkel Sandager am Mikro. "Metamorphosis" wurde insgesamt respektiert, aber auch etwas zwiespältig aufgenommen, weil man bei aller Qualität auch die Suche nach der neuen Identität hören konnte.

"Through Our Darkest Days" heißt nun, zwei Jahre später, die neueste Veröffentlichung von MERCENARY, die einen Schritt weiter geht und die auf dem Vorgängerwerk angedeutete "Identität" vertont. Die Band selbst ist laut dem Promoschreiben der Meinung, dass man auf "Through Our Darkest Days" den "neuen" Sound der Band stärker als jemals zuvor mit den beiden Frühwerken verknüpft. Ein klassisches "jein" bietet sich zu diesem Kommentar an. MERCENARY hatten bereits in ihren Anfangstagen eine eigene Art des Songwritings und einen dementsprechend eigenen Klang, der sich zwar immer in einem Wandel befand, aber nie komplett von der eigenen Linie abwich. Dies ändert sich auch auf "Through Our Darkest Days" nicht, das viele der für MERCENARY ganz typischen Elemente inkludiert. Und dennoch hat die Sache heute nur noch wenig mit der Ära-Sandager zu tun. Die Power-Metal-Elemente sind weniger geworden, man agiert dafür heute bedeutend moderner. Ob dies nun gut oder schlecht ist, soll jeder für sich beantworten. Dennoch ist es sinnvoller, "Through Our Darkest Days" mit "Metamorphosis" zu vergleichen als über die Anfangstage der Band zu sprechen, die ja mit den "neuen" MERCENARY nicht mehr viel zu tun haben.

"Through Our Darkest Days" ist überraschend hymnenhaft, bisweilen gar poppig, aber dennoch "typisch MERCENARY". Dies bedeutet, dass auch die aggressiven Momente keineswegs verschwunden sind. Man wendet nur umso stärkere Kontraste an, um die melodischen Teile zu unterstreichen. Instrumental ist alles wie immer geschickt arrangiert, mit viel Liebe zum Detail und unterschiedlichen Schichten, die ineinander greifen. Manchmal taucht das alte MERCENARY-Problem auf, wonach sich etwas zu viel Ballast ansammelt. Doch dies sollten Fans der Band ja bereits kennen und sich daran gewöhnt haben. Nun sind MERCENARY bedeutend moderner und bisweilen "amerikanischer", was die Hervorhebung der Refrains anbelangt. Man kann sich dies durchaus leisten, da der (eigentlich gar nicht mehr) "neue" Fronthüne Rene über ein vor allem in melodischen Parts starkes, kraftvolles Organ verfügt. Beim getragenen "Starving Eyes" wird der "neue" Ansatz MERCENARYs auf die Spitze getrieben. Wem dieser Song nicht zu poppig ist, der wird an "Through Our Darkest Days" seine helle Freude haben, wenngleich nicht jeder Song zündet. Sehr gelungen sind die vielseitigen Tracks wie "Forever The Unknown" oder der Rausschmeißer "Holding On To Serenity" mit seinen einerseits harten Riffs, aber auch seinem poppigem Refrain. Auch der Titeltrack "Through Our Darkest Days", "Welcome To Sickness" und "A New Dawn" sind als Anspieltipps zu nennen.

MERCENARY mögen nicht für jedermann interessant sein, doch die Band besteht zweifellos aus talentierten Musikern, die dementsprechend all die Fähigkeiten haben, um gute Musik schreiben zu können. Wenn jemand das Vorgängerwerk mochte, wird derjenige mit "Through Our Darkest Days" hochzufrieden sein. Das Album ist kein neues "11 Dreams" geworden, doch auf jeden Fall ein weiteres gutes Album einer ambitionierten Band, die sich etwas zwischen den Stühlen bewegt und aufpassen muss, für Metalheads nicht zu poppig zu werden. Wer auf große, moderne Metalhymnen mit aggressiven Zwischenteilen steht, sollte MERCENARY ohnehin schon bestens kennen. Falls nicht, wird es Zeit, dies zu ändern.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: El Greco (19.07.2013)

WERBUNG: Hard
ANZEIGE
WERBUNG: LAMB OF GOD - Lamb Of God
ANZEIGE