Witch Cross - Axe To Grind

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VÖ: 05.07.2013
Bandinfo: WITCH CROSS
Genre: Heavy Metal
Label: Hells Headbangers
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Lineup  |  Trackliste

Ob man derartige Reunions braucht oder nicht, muss jeder für sich selbst beantworten. Die Dänen von WITCH CROSS etwa gehören auf jeden Fall zu einer der Bands, die sich 2011 nach 25-jähriger Abwesenheit wieder zusammengefunden haben und damit zumindest das Billing so mancher Keep-It-True-Festivals auffetten können. In der einstmals relativ kurzen Karriere hat es nur zu einem, von uns bereits besprochenen Album namens „Fit For Fight“ (1984) gereicht, das aber nicht nur ob der durchaus starken Mucke mit dezentem NWoBHM-Einschlag, sondern vielmehr durch sein unfassbar kultiges Cover-Artwork für Unvergesslichkeit in Szenekreisen sorgen konnte.

Nun ja, wesentlich hübscher ist das Cover von „Axe To Grind“ zwar auch nicht geworden, aber hier geht’s in erster Linie darum, dass WITCH CROSS nach fast 30 Jahren also tatsächlich noch ein neues Studioalbum herausgebracht haben. Mit Gitarrist Mike Kock und Bassist Jan Normark sind zudem sogar noch zwei Mitglieder der Urbesetzung an Bord. Was für den kuttentragenden Heavy-Metal-Puristen nach Weihnachten und Ostern zusammen klingt, ist in der Umsetzung dann aber doch nicht wirklich unter „Pflichtkauf“ einzuordnen. Klar, nach Vintage, Retro und Herzblut klingt „Axe To Grind“ zweifellos, die Highlights auf diesem aufgenommenen Stück Traditionsstahl kann man aber locker an einer Hand abzählen. Dazu zählen das flott-rockende „Demon In The Mirror“, der herrlich galoppierende Titeltrack und das mit massig 80er-Gedenkriffs ausgestattete „Awakening/Pandora’s Box“.

Ansonsten ist hier Schmalhans Küchenmeister, denn weder das Songwriting, noch der Sound oder die etwas dünn durch die Boxen wabernde Stimme des britischen Sängers Kevin Moore weiß zu überzeugen. Da ist einfach zu viel Ideenlosigkeit und Durchschnitt zu verorten und elf Kapitel lang aus Songs von IRON MAIDEN, TYGERS OF PAN TANG oder SAXON zu zitieren, ist jetzt auch nicht unbedingt als revolutionär zu betrachten. Besonders schlimm werden die Ohrenschmerzen beim klischeehaltigen „Metal Nation“ und dem total an jeglichem guten Geschmack vorbei intonierten „Bird Of Prey“. Für Komplettisten und unverbesserliche WITCH-CROSS-Maniacs ist „Axe To Grind“ natürlich eine süße Offenbarung, alle anderen sollten sich ihr sauer verdientes Geld lieber für andere Investitionen zurücklegen.



Bewertung: 2.5 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (03.07.2013)

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