Majalis - Cathodic Black

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VÖ: 05.07.2013
Bandinfo: Majalis
Genre: Doom Metal
Label: Pulverised Records
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Lineup  |  Trackliste

Solange die Kreativität fließt, muss man sie bestmöglich laufen lassen. Das haben sich wohl auch die beiden Gitarristen Tobias Netzell und Björn Pettersson gedacht, die nehmen ihr international bereits durchaus beachteten Band IN MOURNING vor einiger Zeit auch MAJALIS ins Leben gerufen haben. Viel Zeit blieb den Schweden leider nicht für das ehrgeizige Projekt, nach längerem Herumschrauben hat das mit Daniel Jansson (bass, voc) und Jonas Martinsson (dr) komplettierte Quartett im April aber einen Kontrakt bei Pulverised Records unterschrieben und schießt – für die dargebotene Musik total unpassend – jetzt Anfang Juli mit der EP „Cathodic Black“ das erste Lebenszeichen in den Orbit.

Unpassend deswegen, weil wir es hier weder mit kantigem Elchtod, noch mit beschwingten Sommer-, Sonne-, Strandvergnügen-Rhythmen zu tun haben, sondern pure Wehmut aus den Boxen wabert. Die lediglich drei Kompositionen sind klanglich hauptsächlich im zähflüssigen Doom Metal festgefahren, integrieren auch die schon von IN MOURNING bekannten, schwermütigen Todesbleizitate und schielen auf diesem Stilkonglomerat zu guter Letzt auch noch stur auf undergroundigen Post-Hardcore. Das bedeutet schlussendlich, dass die Gitarren sekundenlang nachhallen, Janssons beeindruckendes Organ heroisch und leidend aus dem Äther strömt und auch die Keyboard-Spuren weit mehr Kunst den Kleister sind.

Schon das liebevoll einfadende Piano in „Rusting Sun“ verströmt goldblättriges Herbstfeeling und lässt sich auch durch den nachfolgenden Rifforkan nicht aus seiner Lethargie reißen. Die knapp zehn Minuten lange Komposition verinnerlicht dabei mehr Drehs und Kniffe als eine 30-jährige SLAYER-Diskografie, aber das war ja zu erwarten. „Altar“ ist dann fast noch behäbiger und atmosphärischer gefertigt und wird schlussendlich vom grandiosen, unheimlich intensiven „Tooth And Bone“ zu einem perfekten Ende geführt. „Cathodic Black“ ist somit ein kraftvolles, sämtliche Genre-Normen sprengendes Einstiegsgeschenk für die Lange-Mantel-und-Rotwein-Fraktion geworden, deren Auffassung von Metal immer schon über Tod und Teufel hinausging. Bitte mehr davon – auch wenn das leider nicht gesichert ist.



Ohne Bewertung
Autor: Robert Fröwein (05.07.2013)

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