Autopsy - The Headless Ritual

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VÖ: 24.06.2013
Bandinfo: AUTOPSY
Genre: Death Metal
Label: Peaceville Records
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Lineup  |  Trackliste

Das Biest hatte sich anno 2010 mit der EP „The Tomb Within“ erneut erhoben. Chris Reifert und seine langjährigen Weggefährten Danny Coralles und Eric Cutler treten nun wiederum an, den kultigen Ruf ihrer Kapelle (genährt durch damalige Liveauftritte nach fast 20jähriger Europa-Abstinenz) weiter zu zementieren. Den Mantel der räudigen Abartigkeit vergangener Glanztage hatten die nunmehr angegrauten Sickos ja schon länger abgeworfen. Nach der gefeierten Comeback-Schlachtplatte „Macabre Eternal“ gilt auch weiterhin die Devise: „Stumpf ist Trumpf“ (wenn auch weniger dumpf). Dennoch wurden dem modrigen Sumpfmonster im Vergleich zu den glorreichen Zeiten der ersten vier Alben die Reißzähne zwar nicht gezogen, aber doch ein wenig entschärft.

„The Headless Ritual“ trumpft mit geilen Death n´ Rollern wie „Mangled Far Below“ oder „When Hammer Meets Bone“ auf, das mit einem doomigem Mittelpart punktet und eine ebenso perfekte Mischung wie der gelungene Opener “Slaughter At Beast House“ ist. Auch auf „Coffin Crawlers“ findet sich eine ideale Balance aus mahlenden Slo-Death-Teilen, die mit Rödelattacken aufgepeppt wurden. Abwechslung wird also hinlänglich geboten, Reifert mimt vocaltechnisch immer noch den Grave-Ghoul, dennoch gehen AUTOPSY konventioneller und zivilisierter denn je zu Werke, insgesamt klingen die vier Protagonisten weniger angegammelt als in den Anfangstagen. Die sich leicht einschleifenden Langeweileteile („Thorns And Ashes“ und der Rausschmeißer klingen unausgegoren und wie halbfertige Songs bzw. unnötige Interludien, „She Is A Funeral„ zieht sich doomig dahin) werden von lässigen Brechern wie „Arch Cadaver“ weggefegt.

Reifert hat ja immer noch Kultbonus, auch wenn der Genre-Classic „Severed Survival“ schon fast ein Vierteljahrhundert auf dem Buckel hat. Mittlerweile haben sich auch schon Generationswechsel vollzogen und eine ganz junge Garde hängt ebenfalls an den blaßblauen Lippen der Death Metal-Veteranen, die den Jungen die brodelnde sumpfig-braune Death Metal-Ursuppe mundgerecht (sprich in vergleichsweise modernem Soundgewand – hier vor allem das Schlagzeug) und auch ein wenig wiedererwärmt einträufelt. Der Überraschungseffekt der Comebackscheibe ist zwar ein wenig in Routine übergegangen, das in ein stilechtes Albumcover (Joe Petagno/MOTÖRHEAD) eingetütete „The Headless Ritual“ sollte jedoch die blutigen Bedürfnisse aller Death Metal-Zombies befriedigen.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Thomas Patsch (05.07.2013)

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