MACTÄTUS - Blot (Re-Release)

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VÖ: 21.06.2013
Bandinfo: MACTÄTUS
Genre: Black Metal
Label: Soulseller Records
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Lineup  |  Trackliste

Es ist mittlerweile tatsächlich schon sehr lange her, dass man den norwegischen Black Metal nicht nur ernst genommen, sondern vielmehr als essenziell für den globalen Rest in diesem Genre angesehen hat. Es verwundert noch heute, wie – vor allem in den 90er-Jahren – dermaßen viele kleine, mehr oder wenige starke Bands aus einem derart kleinen Land emporkrochen. Zu den bekannteren Vertretern der zweiten Reihe zählten etwa die bereits vor etwa zehn Jahren zu Grabe getragenen MACTÄTUS, die sich ursprünglich schon 1989 formierten, aber geschlagene acht Jahre gebraucht haben, bis sie mit ihrem – recht einfallslos – „Blot“ betitelten Debütalbum auf sich aufmerksam machten.

Das gute Teil wurde beim französischen Kleinlabel Embassy Productions (die haben auch für das GORGOROTH-Debüt „Petagram“ gesorgt) veröffentlicht und war natürlich recht schnell vergriffen. Soulseller Records sei Dank gibt es nun die (gänzlich unveränderte) Wiederauflage für Jäger, Sammler und lernbegierige Jungspunde. Die musikalische Offenbarung darf sich der unkundige Interessierte aber nicht erwarten, denn was sich schon am eher schalen Cover-Artwork ankündigt, sollte sich am akustischen Teil des Albums bewahrheiten – die Jungs bemühten sich zwar im Fahrwasser von DARKTHRONE, EMPEROR und Ambient Black Metal (Flötenklänge im starken Closer „Hat Og Kulde“) zu reüssieren, waren aber großteils noch reichlich unkoordiniert unterwegs.

Klar, Geist und Seele des norwegischen Black Metals spürt man zu jeder Sekunde, doch erreichten MACTÄTUS weder die instrumentalen Fähigkeiten, noch die bedrückende Atmosphäre oben genannter Topseller. So zitiert etwa der Opener „Black Poetry“ mit harschem Gekeife, choralen Auflockerungen und klirrenden Gitarren das A&O der Bandheimat, vermag das Ganze aber nicht zu einem runden Erlebnis zu verknüpfen. „Sorgvinter“ nimmt dann etwas an Fahrt auf, doch schon bei „Knust Kristendom“ und dem etwas überhasteten „Et Kaldt Rike“ kommen die einstigen Kinderkrankheiten wieder zum Vorschein – alles wirkt zu schnell, zu unausgegoren, zu wenig reflektiert. Den wenigen Highlights stehen auf „Blot“ leider viel zu viele Durchschnittlichkeiten gegenüber. Ein solides Werk einer kurzlebigen und ewig im Hintergrund stehenden Band. Einen halben, völlig subjektiven Bonuspunkt gibt’s für die ehrliche Haltung, denn nur wenig später wechselten MACTÄTUS zu Napalm Records und eiferten CRADLE OF FILTH nach…



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (16.07.2013)

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