LINGUA MORTIS ORCHESTRA - LMO

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VÖ: 02.08.2013
Bandinfo: LINGUA MORTIS ORCHESTRA
Genre: Neoclassic Metal
Label: Nuclear Blast Records
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Lineup  |  Trackliste

"Aus Eins mach Zwei", dachten sich die drei Herren von RAGE, und haben - bedingt durch sich in jüngerer Vergangenheit häufender Verwirrung ob der stilistischen Ausrichtung des Sets bei Live-Konzerten - nun das LINGUA MORTIS ORCHESTRA zu einem eigenen Bandprojekt neben der Hauptband "RAGE" erhoben. Wast ist das LINGUA MORTIS ORCHESTRA? Nun, das sei in einer kurzen Geschichtsstunde für die jüngeren Leser schnell erklärt: Bereits 1996 nahm RAGE, damals freilich noch in anderer Besetzung, bereits erstmals ein Klassik-Crossover-Album mit dem Titel "Lingua Mortis" auf, und auch die Nachfolge-Alben "XIII" und "Ghost" enthielten Orchestereinlagen.

Danach kam es aber zu einer beinahe kompletten Umgestaltung der Band, und man kehrte mit dem neuen Gitarristen Victor Smolski und Drum-Monster Mike Terrana zum Dreier-Lineup zurück, und veröffentlichte "Welcome To The Other Side", das unter anderem auch den Hit "Straight To Hell" enthielt - und der Rest ist Metal-Geschichte.

Nicht zuletzt auf Grund des klassischen Backgrounds von Gitarrenzauberer Victor Smolski kam es in der Folge immer wieder zu orchestralen Stücken auf den RAGE-Alben, wie insbesondere der "Suite Lingua Mortis" auf dem "Speak Of The Dead"-Album. Nachdem dementsprechend auch die Nachfrage nach weiteren Konzerten mit Orchester-Begleitung immer größer wurde, die Leute aber dann oftmals nicht wussten, ob nun eher RAGE-Powermetal-Klassiker gespielt werden oder eben die Orchester-Nummern, wurde nun schließlich das LINGUA MORTIS ORCHESTRA zum eigenen Bandprojekt, und das erste Album "LMO" steht in den Startlöchern.

Und erneut haben sich Kompositiongenie Victor Smolski und der unermüdliche Kreativkopf Peavy Wagner selbst übertroffen: Kaum einem anderen Komponisten gelingt es, so gekonnt die Orchesterpassagen mit drückenden Riffs zu verbinden; kaum ein anderer hat die gleiche visionäre Vorstellungskraft im Metal-Crossover-Bereich wie Victor Smolski. Musikalische Großtaten wie der Opener "Cleansed By Fire", der mit beinahe gruseligen Vocals anhebt, das typisch nach RAGE klingende "The Devil's Bride" oder die Schmachtballade "Lament" - stets gelingt dem Dreiergespann eine geschickte Gratwanderung zwischen heftigen metallischen Einlagen und atmosphärischen Orchesterpassagen. Und wenn dann bei "Witches' Judge" nochmal ordentlich aufs Gaspedal getreten wird, bleiben eigentlich keine Zweifel offen: das LINGUA MORTIS ORCHESTRA ist zurück, und stärker denn je!

Denn neuerdings besteht das Projekt nicht mehr bloß aus RAGE und Orchester, man hat sich auch noch ein paar (permanente) Gastänger ins Boot geholt: Neben zwei Sängerinnen ist niemand geringerer als der großartige Henning Basse (ex-METALIUM) als Vocalist dabei. Diese Gastauftritte verleihen dem Gesamtsound natürlich nochmal zusätzliches Volumen, und verpassen "LMO" die Extraportion Epik und Bombast.

Inhaltlich hat Peavy Wagner dazu eine Konzeptstory, basierend auf Hexenverfolgung im Deutschland des späten 16. Jahrhunderts, ausgearbeitet, die hervorragend zur musikalischen Stimmung auf "LMO" passt.

Alles in allem zeigen RAGE wieder einmal der restlichen Metallerschaft, wo eigentlich der Hammer hängt, und beweisen, dass sie auch im 30.(!) Jahr ihres Bestehens noch lange nicht zum alten Eisen gehören, sondern vielleicht sogar relevanter denn je geworden sind. Vor dieser Band kann man nur den Hut ziehen - hier passt von kompositorischer Finesse über instrumentale Kompetenenz bis hin zur aufwändigen Produktion - aufgenommen wurde in mehreren Ländern mit verschiedenen Orchestern - einfach alles. "LMO" ist ein großartiges Album geworden, das man gehört haben sollte.



Bewertung: 5.0 / 5.0
Autor: Dragonslayer (24.07.2013)

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