BLOODWORK - Zero

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VÖ: 14.06.2013
Bandinfo: BLOODWORK
Genre: Melodic Death Metal
Label: Sound Guerilla
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Lineup  |  Trackliste

Hui! Das scheppert wieder ordentlich bei den Teutonen-Deathern von BLOODWORK! Mit Sicherheit gehört das Quintett aus Paderborn momentan zu den technisch anspruchsvolleren Todescombos, ohne dabei die eigene Erdung zu vergessen: Auch die 13 Tracks des dritten Albums "Zero" sind nicht nur sinnentleerte Frickeleien für Konservatoriums-Abgänger, sondern hier wird auch Otto Normalverbraucher mit nachvollziehbarem Death Metal bei Laune gehalten. Neuzugang Michael Torka am Mikro bringt die Band ein wenig von den anfänglich doch recht Metalcore-lastigen Kapriolen weg, er growlt teilweise recht angenehm oldschoolig.

Apropos Oldschool: "Zero" kann sowohl mit Death Metal in Reinkultur punkten, erstaunt aber auch mit Breitwand-Refrains der Marke SCAR SYMMETRY - überhaupt erinnern die Fünf des Öfteren sehr an die Schweden. Die gut einstündige Sounderuption braucht aber sicherlich an die zehn Durchläufe, bevor sie wirklich zünden kann. Grund sind nicht die Songs an sich, sondern es passiert hier so viel, dass man momentan ein wenig überfordert von Song zu Song zappt. "Roaming The Void" ist gleich mal ein gutes Exempel für den Schlüssel zum Sound der Band: Wuchtige Riffs, eingängige Bridges, die perfekte Balance aus Gefühl, Härte und Atmosphäre und ein Refrain zum Niederknien. Die sind aber auch irgendwo das einzige Manko, denn sie klingen auf den ersten Blick immer etwas ähnlich. Aber das kann man in Anbetracht der hochqualitativen Hartwurst-Kost hier durchaus verkraften.

Besonders das treibende "Shattered" und den nicht minder groovenden Vorschlaghammer "Abandoned" möchte ich noch explizit hervorheben, hier ziehen BLOODWORK alle ihre Register und klingen trotz unzähliger Querverweise zu AT THE GATES und Konsorten niemals aufgesetzt, geschweige denn langweilig. Selbst im verschachtelt anmutenden, abschließenden "Silenced Voices" kann man hier noch genügend Spannung aufbauen. Wer Todesbrett mit Tiefgang und Anspruch, aber auch Eingängigkeit sucht, der wird hier sicherlich fündig. Selten wandert ein komplettes Album einer Band in meine Playlist, vom Vorgänger "Ultima Ratio" waren es noch bloß zwei Songs. Das sollte den qualitativen Quantensprung der Band ein wenig veranschaulichen.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Mike Seidinger (05.08.2013)

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