Hypocrisy - Penetralia/Osculum Obscenum (Remastered + Live Bonus)

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VÖ: 12.07.2013
Bandinfo: HYPOCRISY
Genre: Death Metal
Label: Nuclear Blast GmbH
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Lineup  |  Trackliste

Der nimmermüde Peter Tägtgren und sein ursprüngliches Lebensprojekt HYPOCRISY sind nicht totzukriegen. Immer wenn sich eine erste leichte Schwächephase ankündigt, knallen die Schweden wieder ein Topalbum auf den Tisch und strafen alle Kritiker lügen. So geschehen zuletzt mit dem hervorragenden „End Of Disclosure“. Im Zuge dessen haben Nuclear Blast gleich ein wenig tiefer gegraben und die ersten beiden – wohl vor allem bei der jüngeren Fan-Klientel nicht gerade bekannten – Alben an die Oberfläche gespült. So gibt es das knackige Debüt „Penetralia“ ebenso im neuen remasterten Klang zu belauschen, wie der durchdringende Nachfolger „Osculum Obscenum“.

„Penetralia“, nichts anderes als die Geburtsstunde von HYPOCRISY und einem mehr als nur wichtigen Kapitel in der Death-Metal-Historie, kann noch heute als der wohl größte „Außenseiter“ in der Band-Diskografie angesehen werden. Und das ist keinesfalls diskreditierend gemeint, sondern soll nur die Tatsache wiederspiegeln, dass der junge Petzi damals nach Florida ausgewandert war und Feeling sowie Ausrichtung des US-Todmetalls eins zu eins auf sein Debütwerk pressen konnte. Kracher wie „Impotent God“, das herrlich brachiale „Left To Rot“ oder „Suffering Souls“ tönen den Hardcore-Fans noch heute in den Ohren und so mancher hätte sich wohl eine ewige Beibehaltung dieser Kompromisslosigkeit herbeigewünscht.

Auf dem direkten Nachfolger „Osculum Obscenum“ zeigten sich HYPOCRISY nur ein Jahr später schon um einiges gereifter und auch kompakter im Songwriting. Der Ami-Tod dominierte auch auf dem (heuer exakt 20 Jahre alten) Zweitwerk, doch die auf „Penetralia“ noch stärker vorhandenen Thrash-Anteile wurden hier durch gnadenlose Todeswalzen eingetauscht. Der Titeltrack, das noch heute im Liveset verwendete „Pleasure Of Molestation“ oder das knackig-rasante VENOM-Cover „Black Metal“ wissen – vor allem im aufpolierten Gewand – auch nach zwei Dekaden noch vollends zu überzeugen. Wer’s nicht weiß – damals konzentrierte sich Peter auf die Instrumente – der Brüllwürfel der ersten beiden Alben hieß Masse Broberg und machte wenig später als DARK-FUNERAL-Sänger durchaus Karriere. Tut im Endeffekt aber nichts zur Sache – beide Alben sind absoluter Kult und sollte es tatsächlich noch jemanden geben, der sie bislang nicht sein Eigen nennt, dann los jetzt und kaufen!



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (22.07.2013)

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