Carach Angren - Lammendam (Re-Release)

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VÖ: 19.07.2013
Bandinfo: CARACH ANGREN
Genre: Symphonic Black Metal
Label: Season of Mist
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Nun also doch noch. Nachdem die signing-wütigen Franzosen von Season Of Mist letztes Jahr mit dem durchaus passablen „Where The Corpses Sink Forever“, dem dritten Album der holländischen Symphonic Black Metaller CARACH ANGREN um die Ecke kamen, konnte man fast schon mit einem Re-Release des 2008er Debütwerks „Lammendam“ spekulieren, immerhin ist das ursprünglich via Maddening Media publizierte Erstlingswerk mittlerweile nur noch in Fachkreisen zu ersteigern. Zudem war das neue Label so gütig, den durchaus druckvollen Sound und das bedrohlich wirkende Cover-Artwork nicht abzuändern, wofür von meiner Seite schon einmal eine kräftige Portion Lob ausgeschüttet wird.

Die musikalische Qualität des Trios steht für mich auf dem Debütalbum noch immer völlig außer Frage. Die Holländer waren bis zum Release bereits fünf Jahre im Geschäft, hatten genügend Zeit um sich auf den Instrumenten wirklich fit zu üben und sich auch ein dahinterliegendes Konzept zu überlegen. „Lammendam“ beinhaltet die dunkle Geschichte der „Dame Blanche“, einer stets in weiß gekleideten französischen Lady, die in ihrer Heimat Leiffartshof einen furchtbaren erleidet und deren Seele in besagtem Ort schließlich Rache übt. Im Slang der örtlichen Bauern wurde die Dame schlussendlich „Lammendam“ genannt. So weit, so horribel.

Doch dem Trio gelang es auch geschickt diese mystisch-morbide Atmosphäre musikalisch umzusetzen, denn so kann man das Album zwar grob im Symphonic-Black-Metal-Bereich kategorisieren, bekommt als Hörer aber trotzdem noch eine kräftige Portion Cinematic-Bombastsound dazugeschaufelt. Songs wie „A Strange Presence Near The Woods“ oder „The Carriage Wheel Murder“ klingen zumeist nach einer orchestralen Mixtur aus DIMMU BORGIR und OLD MAN’S CHILD, wenn Sänger Seregor in die höheren Sphären vortritt, kommen einem schon auch mal CRADLE OF FILTH in die Gedanken. Doch CARACH ANGREN haben die Nähe zu genannten Bombast-Schwarzwurzlern auch niemals geleugnet, sondern sich stets auf diese majestätische Form des Schwarzmetalls berufen.

Wie bei einem Konzeptalbum üblich, lockern CARACH ANGREN das wilde Treiben zwischendurch mit furchterregenden Interludien („Hexed Melting Flesh“, „Invisible Physic Entity“) und vermögen die ohnehin schon beklemmende Atmosphäre damit um ein Wesentliches zu steigern. Besonders hervorzuheben sind das eindringliche „Haunting Echoes From The Seventeenth Century“ und der hervorragend arrangierte Closer „La Malédiction de la Dame Blanche“. Als Bonus haben Season Of Mist übrigens auch noch drei Songs der 2005er EP „Ethereal Veiled Existence“ mit rauf gepackt – warum nicht gleich die Ganze, wissen sie wohl selbst nicht… „Lammendam“ ist aber auch nach fünf Jahren noch ein Erlebnis für die Rotwein trinkenden Black Metaller. Ein derart ausgereiftes Debütalbum gibt es im Metalkosmos nur sehr selten zu bestaunen.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (24.07.2013)

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