WE BUTTER THE BREAD WITH BUTTER - Goldkinder

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VÖ: 09.08.2013
Bandinfo: WE BUTTER THE BREAD WITH BUTTER
Genre: Pop
Label: BMG Rights Management
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Es gab in den letzten Jahren wohl kaum eine Band im Hartwurst-Sektor, die dermaßen viel Staub aufgewirbelt hat, wie das Brandenburger Quartett WE BUTTER THE BREAD WITH BUTTER. Diese Diskrepanz zwischen den verschiedenen Hörerlagern begann schon beim sinnlos anmutenden Bandnamen, zog sich dann über den nach dem Trend gerichteten Deathcore mit Electro-Einsprengseln und endete schlussendlich in anonymen Online-Hasstiraden ob der emoscheiteligen Optik der Bandmitglieder. Dass den Menschen auch immer so langweilig sein muss… Im Endeffekt muss man dem jungen Gespann – ob sympathisch oder auch nicht – Respekt ob des einschlagenden Erfolgs zollen, da konnte auch die Stiländerung auf der 2012er EP „Herz“ nichts daran ändern.

Und eben genau in diesem Fahrwasser schwimmen WBTBWB auch mit ihrem dritten Full-Length-Album „Goldkinder“. Gitarrist Marcel Neumann und Co. haben sich in den letzten Jahren vielleicht keiner Radikalkur unterzogen, aber auch die letzten Pubertätsmerkmale abgelegt und an instrumentaler, wie auch gesanglicher Souveränität gewonnen. So klingt das neue Werk nicht nur wesentlich industrieller, sondern auch dunkler und – ja, der Ausdruck ist hier unumstößlich – erwachsener. „Rockmusik, so hart wie Metal und so melodisch wie Pop“, bezeichnet Neumann das neue Werk und trifft damit voll ins Schwarze. Neben wilden Ausritten mit ungewohnten Heavy-Metal-Solos („Makellos“) und ultratiefen Riffkanonaden („Pyroman & Astronaut“) bewegen sich WBTBWB auch gerne in (Alternative)Radio tauglichen Sphären („Ohne Herz V2“, „Fall“).

Dass sich die Jungs in vielen Bereichen auch an RAMMSTEIN orientieren, ist nicht ausschließlich, aber wohl zu einem großen Teil Mixer Stefan Glaumann und dem Mastering von Svante Forsbäck geschuldet, die den Deutschen einen richtig fetten und transparenten Klang auf den Leib zimmerten. Dazu haben die Burschen auch einige Überraschungen in petto – etwa den stark an AMON AMARTH erinnernden Beginn vom vokalen Meisterstück „Das Uhrwerk“ oder das Disco-Inferno in „Krieg aus Gold“. WBTBWB sind und bleiben eine Band, die polarisiert und aneckt. Eine Band, die auch nach „Goldkinder“ zwischen Hass und Liebe oszilliert und gerade deshalb angenehm aus dem Wulst der Durchschnittlichkeiten heraussticht. Rein objektiv gesehen gibt’s hier aber wahrlich wenig zu kritisieren – der Sprung in den Reifeprozess ist dem Vierer tadellos gelungen!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (02.08.2013)

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