HEAD OF THE DEMON - Head Of The Demon

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VÖ: 18.01.2013
Bandinfo: HEAD OF THE DEMON
Genre: Doom Metal
Label: The Ajna Offensive
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Lineup  |  Trackliste

Gerade im Metal-Bereich gehört es bei den besonders bitterbösen Finsterlingen zum guten Ton, auf Anonymität, Versteckspiel und Mysterien zu setzen. Das funktioniert dann in der Realität einmal mehr (NINE COVENS) und einmal weniger (GHOST) gut. Zu zweiteren Gesellen können die Stockholmer Doom-Metaller HEAD OF THE DEMON gezählt werden, die anfangs nur mit Bandname und Logo aufgewartet haben, bevor sie sich im großen Internet aber leider durch ein einziges Bandpic von findigen Szenekennern enttarnen ließen. Federführend hinter dem Projekt sind in dem Fall Konstantin Papavassilou (Strings) und Thomas Åberg (Drums), beide wichtige Bestandteile der schwedischen Melodic-Death-Metal-Undergroundszene mit den verstorbenen Combos KAAMOS und A MIND CONFUSED.

Kommt Alter, kommt Depressivität – oder so ähnlich, denn mit flirrenden Gitarren, haufenweise Melodiebögen und flotten Hooks hat das neue Kind des Duos nicht mehr viel gemein. HEAD OF THE DEMON – verstärkt durch den bislang völlig unbekannten Sänger Saibot – wühlen nämlich viel lieber in ihrer eigenen Katharsis und lassen so etwas unnötiges wie Eile oder Hast erst gar nicht aufkommen. Der Hörer muss mit der Szene schon sehr firm sein, um sich nicht schon nach dem zähflüssigen Opener „By Titan Hand“ stark zu langweilen, denn bei HEAD OF THE DEMON wirkt nicht nur das Songwriting etwas unausgegoren, auch Produktion und Sound sind alles andere als klar, spannend und hörerfreundlich inszeniert.

Hinter dem lyrischen Überthema Lovecraft und dessen Literatur (was auch sonst…) verstecken sich meist völlig unaufgeregte, in einen gefühlten Dope-Nebel gehüllte Akustik-Lavaströme, die scheinbar nur zwei Funktionen besitzen. Den Hörer total zu entschleunigen, oder ihm einfach den perfekten Background für eine private Hexen-Seance samt gediegener Rauchwaren zu liefern. Das ist auf eine knappe Stunde Spielzeit gesehen aber leider etwas wenig und etwas fad. Nicht mal die partiellen Black-Metal-Parts und true gemeinten „Uugh“-Zwischensequenzen können daran viel ändern. Highlights? Noch am ehesten das monoton-träumerische „Phantasmagoria“ und der etwas rustikalere Bonustrack „Wraith From The Unknown“ – ansonsten muss hier nicht wirklich zugelangt werden.



Bewertung: 2.5 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (03.08.2013)

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