Fleshgod Apocalypse - Labyrinth

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VÖ: 16.08.2013
Bandinfo: Fleshgod Apocalypse
Genre: Symphonic Metal
Label: Nuclear Blast Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Bei FLESHGOD APOCALYPSE verhält es sich ähnlich wie bei bombastischen Hollywoodmehrteilern. Der erste Teil protzt mit einem gut kalkulierten, aber nicht übertriebenem Budget. Nach Erfolg desselbigen buttern die Macher noch mehr Kohle in das Sequel und allerspätestens beim dritten Teil gehen Handlung und Originalität zulasten von übertriebener Effekthascherei zugrunde und vom Ursprungsprodukt bleibt nur mehr der Name. Der Vergleich hinkt aber bei einem entscheidenden Unterschied: Nämlich dem, dass die italienischen Symphonic-Death-Metaller sich mit jedem Album verbessern und auf ihrem Drittwerk „Labyrinth“ sogar den fulminanten Vorgänger „Agony“ in die Schranken weisen können.

Wie eine Walze überrollt einen die unfassbar wuchtige, selbst für dieses Genre fast schon zu steril-perfekte Produktion, die bei richtigem Hörgenuss trotz instrumentalem Overload jedes noch so feine Detail klar vernehmbar an die Oberfläche schwappen lässt. Im Gegensatz zum verwinkelten Albumtitel führen uns unsere südlichen Landesnachbarn nämlich gekonnt und zielsicher durch elf, meist in stattlicher Länge dargebotene Songs, die zu keiner Sekunde schwächeln, sondern im Kollektiv für verblüfft-offene Münder sorgen. Hier gibt es von Allem noch ein bisschen mehr und trotzdem fühlt mich sich nicht negativ zerdrückt, sondern positiv geplättet. Auf den Punkt gebrachte Gitarrensoli paaren sich mit viehischen Blastattacken, sinfonische Keyboard-Teppiche kleistern zu opernhaften Stimmen, Doublebass-Weltrekordversuche verkanten sich mit schwindelerregenden Frickelriffs.

Man mochte Bandboss Francesco Paoli vor Albumveröffentlichung schon an den Pranger stellen, als er gebetsmühlenartig von einer Art ultimativen Masterpiece erzählte, doch im Endeffekt ist es völlig egal, ob man sich dem eröffnenden „Kingborn“ hingibt, sich vom vokalen Glanzstück „Towards The Sun“ verzaubern lässt oder einfach nur baff über mörderischen Tempi- und Rhythmenwechsel im „Epilogue“ staunt – hier hat alles Hand und Fuß, hier wird kein Instrument nervig in den Vordergrund gestellt und hier kommt auch bei einer knappen Stunde Spielzeit niemals Langeweile auf. „Labyrinth“ grenzt tatsächlich an Perfektion – nie zuvor habe ich eine derart passend zusammengestellte Symbiose aus klassischen Elementen und metallischer Derbheit vernommen. Der perfekte Soundtrack für den Krieg der Sonnensysteme im übernächsten Jahrtausend – und so ganz nebenbei auch noch eines der richtig dicken Albumhighlights 2013!



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (08.08.2013)

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