MICHAEL MONROE - Horns And Halos

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VÖ: 23.08.2013
Bandinfo: MICHAEL MONROE
Genre: Hard Rock
Label: Spinefarm Records
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Lineup  |  Trackliste

Solltet ihr zuletzt irgendwo in einem Video über eine blond auftoupierte und faltige Gestalt im gesetzten Alter gerutscht sein, die in richtigen Kamerapositionen sogar die frappante Ähnlichkeiten mit kleinen Pudeln hat, dann dürfte es sich hierbei ziemlich sicher um MICHAEL MONROE handeln. Die 50 Lenze hat die finnische HANOI-ROCKS-Sängerlegende mittlerweile mühelos übertroffen, da er im Gegensatz zum Großteil seiner alten Bandkollegen aber nicht ausschließlich darauf aus war, sich die Birne in unbekannte Sphären wegzuknallen, sorgt er auch exakt 30 Jahre nach dem HANOI-ROCKS-Debütalbum noch für durchaus starkes Material.

Schon der Vorgänger „Sensory Overdrive“ (2011) – sein erstes Solomaterial nach fast zehn Jahren Pause – wurde im Classic Rock Magazin als Album des Jahres abgefeiert, mit „Horns And Halos“ gelingt dem alten Glammer und seiner hervorragenden Instrumentalistengarde zudem ein mehr als nur anständiger Nachfolger, der mit massenhaft Highlights aufwarten kann. Das spürt und hört man schon beim brandheißen Opener „TNT Died“, das bereits die Marschrichtung vorgibt. Im Gegensatz zu seinen Szenekollegen verzettelt sich MONROE nämlich niemals in überbordendem Kitsch oder klischeehaften Bombast-Ansätzen, sondern gerbt seinem flotten 80s-Rock eine kräftige Kante Punk’n’Roll bei. Die deutlich an die BACKYARD BABIES angelehnte Hymne „Ballad Of The Lower East Side“ hat dabei wohl das größte Single-Potenzial, das balladeske „Stained Glass Heart“ trumpft mit einer schönen Melodielinie auf und „Half The Way“ hat das Potenzial zu einer neuen Sunset-Strip-Bierhymne.

Natürlich gibt es auf „Horns And Halos“ auch so manch Verzichtbares zu verbuchen, dennoch halten sich die Lowlights auf MONROEs insgesamt zehntem Album stark zurück. So ist mir das bluesige „Eighteen Angels“ musikalisch zu stark von den HIVES abgekupfert und gesanglich zu stark ins Glam-Klischee gezogen, „Soul Surrender“ verzettelt sich in der eigenen Unsicherheit, welche Richtung man jetzt denn wohl nehmen möchte und dem abschließenden „Hands Are Tied“ fehlt es einfach am gewissen Etwas. Trotz allem gelingt MICHAEL MONROE – unterstützt von Supermusikern wie BACKYARD BABIES- und HELLACOPTERS-Klampfer Dregen oder seinem langjährigen Bassisten Sami Yaffa – auch mit „Horns And Halos“ ein mehr als respektables Rock-Album, von dem so mancher satter Altstar nur träumen kann. Schön zu sehen, dass es nicht alle alte Hasen verlernt haben.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (20.08.2013)

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