Messenger - Starwolf – Pt. 1: The Messengers

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VÖ: 06.09.2013
Bandinfo: Messenger
Genre: Power Metal
Label: Massacre Records
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Lineup  |  Trackliste

Mut kann man MESSENGER nicht absprechen: die Veröffentlichung einer CD mit einem derart… sagen wir es mal freundlich… an Kinderzeichnungen erinnerndes Cover zeugt von Eiern in der Hose. Hier tummeln sich neben einem Terminator/RoboCop/Transformer-Typen noch Ronja die Räuberstochter und (hoffentlich) die Bandmitglieder mit Flammenwerfer, Zaubertrank und Totenkopf in Hamlet-Pose. Da haben sogar MANOWAR schon bessere Artworks gehabt.

Es lohnt sich aber, den… sagen wir es noch mal freundlich… Halsreflex angesichts des Covers zu überwinden, weil auf „Starwolf“ Power Metal der höheren Qualitätsklasse geboten wird. War schon der Vorgänger „See You In Hell" eine gute Scheibe mit einigen Krachern, so wird auf „Starwolf“ die Hitdichte noch einmal kräftig erhöht.

Musikalisch weichen MESSENGER nicht allzu sehr vom Erfolgsrezept von „See You In Hell“ ab: Power Metal mit teutonischer Schlagseite, stark beeinflusst von GAMMA RAY und HELLOWEEN, mit deutlichen Querverweisen Richtung RUNNING WILD und MANOWAR. Wobei der Anteil an epischen DeMaio-inspirierten Kompositionen etwas geringer geworden ist (bis auf – deutlich – bei „Born To Face The Wind“), die Hämmer werden nicht mehr so oft hoch gehalten, und gehailt und gekillt wird auch nicht mehr.

Und diese leichte Richtungsanpassung tut MESSENGER gut, die verstärkte Konzentration auf Uptempo-Songs steht dem Album gut zu Ohr. Dadurch treten die Stärken der Deutschen – nämlich schnelle Gitarrenläufe gepaart mit Mitsing-Refrains – deutlicher hervor. Und die Vocals von Sänger „Francis Blake“ kommen durch das Weglassen allzu hoher Stimmlagen auch noch einen Tick besser als beim Vorgänger. Technisch sind die Musiker sowieso über allen Zweifeln erhaben, herrliche Gitarrenläufe, -Riffs und –Soli thronen über einer soliden Rhythmusgruppe. Dazu haben sich die Jungs hochkarätige Unterstützung geholt, nämlich Ralf Scheepers von PRIMAL FEAR und Jutta Weinhold (ZED YAGO).

Einzelne Lieder herauszupicken fällt schwer, da der Großteil der Songs hohe Qualität hat. Angefangen bei den Ohrwürmern „Raiders Of Galaxy“ (das hemdsärmelige Englisch des Titels übersehen wir mal…) und „Pirates Of Space“ über den Mitsing-Hit „Port Royal“ bis zur Piratenhymne „Blackbone Song“ ist das Hitpotential fast durchwegs vorhanden.

Ausnahmen bleiben das etwas unmotivierte „Earth Water And Power“, „The Path Of Science“ und der MANOWAR-Klon „Born To Face The Wind“ (das in einigen Details allzu stark an „Heart Of Steel“ angelehnt ist). Generell fällt der Level der Scheibe gegen Ende leicht ab, was auch damit zu tun haben könnte, dass es mit der Fülle von 13 Songs, die ohne große Überraschungen ablaufen, ein gewisser Gewöhnungseffekt auftritt. Wie beim Vorgängeralbum wäre hier die Konzentration auf weniger Songs wahrscheinlich effektiver gewesen. Manchmal fällt es MESSENGER auch schwer, das Niveau über gesamte Songs durchzuhalten, ab und zu schwindeln sich etwas unmotiviert unpassende Zwischenstücke in Songs wie „Raiders Of Galaxy“, „The Spectre“ oder „Reign Of The Righteous“.

Abgesehen von diesen kleineren Mängeln kann aber „Starwolf“ überzeugen. Der Spaßfaktor bleibt über (fast) die gesamte Spielzeit hoch, Gelegenheiten zum Mitsingen und mächtige Riffs sind zuhauf vorhanden. Also das Cover dezent ignorieren – es lohnt sich!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Luka (29.08.2013)

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