The Rides - Can't Get Enough

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VÖ: 23.08.2013
Bandinfo: The Rides
Genre: Blues Rock
Label: Mascot Records
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Lineup  |  Trackliste

CROSBY, STILLS and NASH, einige Zeit noch YOUNG, schon einmal etwas davon gehört? Diese Bands hat unter den Rocklegenden Geschichte geschrieben. Sie waren nicht immer zuoberst in den Charts, wirkten auf den ersten Blich ehe etwas in der zweiten Linie – und dennoch haben die Jungs Impulse gesetzt, welche den Rock’n’Roll bis heute beeinflussen.

Jetzt kommt Stephen Stills zurück, krallt sich Kultkeyboarder Barry Goldberg, der mit Blues- und Rocklegenden wie MUDDY WATERS, HOWLIN' WOLF, JIMI HENDRIX, STEVE MILLER oder BOB DYLAN gespielt hat und verstärkt das Ganze mit einem der besten Bluesgitarristen der Neuzeit überhaupt; KENNY WAYNE SHEPHERD.

Eingespielt haben sie ein Album mit dem vielsagenden Titel „Can’t Get Enough“, zehn Tracks, die jedem Blues- und Rockfan das Wasser in die Augen treibt und ein wohliges Kribbeln den Rücken hinab gleiten lässt.

„Mississippi Road House“ eröffnet die Scheibe, ein Midtempo-Klassiker erster Güte. Die beiden Gitarristen scheinen sich hier aber erst warm zu spielen. „That's A Pretty Good Love“ groovt und lässt erste coole Soloparts aufkeimen mit einer Präzision, wie sie den beiden Stargitarristen entspricht.

Ein erstes Stück langsamer Blues folgt mit „Don't Want Lies“, hier dominiert die Stimme STILLS, Goldberg steuert aber einen Blues-Solopart bei, der passender nicht sein könnte. Nicht schnell, kein Fingerbrecher, aber jeder Ton sitzt und passt.

„Search And Destroy“ ist dann das erste Cover, oder eher die erste Hommage an andere Musiker. Weitere folgen auf dem Album. Hier wird aber der Song von IGGY POP & THE STOOGES neu interpretiert, als hätten die Jungs damals nichts anderes als Blues gespielt. Mit „Can't Get Enough Of Loving You“ folgt die nächste Bluesballade mit diesem typischen, leicht schleppenden Südstaaten-Rhythmus. Grandios!

Dann wird es sowas von klassisch. Eingeleitet mit einem Bluespiano, wie es typischer nicht sein könnte. Die ersten Gitarrentöne fahren ein, die Stimme steigt mit ein – es ist bereits schnell klar, dass es sich bei „Honey Bee“ nur um eine Neu-Aufbereitung des MUDDY WATERS Hits handeln kann. So ist es auch und die drei Musiker ehren damit eine der grössten Blueslegenden überhaupt. Schmerzhafter und gleichzeitig geiler können zwei jammernde Bluesgitarren gar nicht klingen. So ähnlich spielt das nur noch ein Weisser, POPA CHUBBY aus New York.

Schlag auf Schlag, der nächste Song stammt vom früheren Bandkollegen NEIL YOUNG und ist schlichtweg eine der grossen Rockhymnen jener Zeit; „Rockin' In The Free World“. Wer sie einmal gehört hat, wird diese Hookline so schnell nicht vergessen.

Es kann gar nicht anders sein, als dass das Trio sich auch noch „Im Auftrag des Herrn“ auf den Weg macht und mit „Talk To Me Baby“ einen Hit von ELMORE JAMES spielt, ein Synonym für den Blues der Slidegitarre und der rauhen Stimme schlechthin.

„Only Teardrops Fall“ und „Word Game“ runden ein einzigartiges Album ab, wobei „Word Game“ die „gewöhnlichste Nummer auf dem Album ist und etwas abfällt.

Ansonsten ist das Album aber ein geniales Beispiel dafür, dass die Erfahrung des Alters und das Können der Jugend sowie die gemeinsame Leidenschaft für den Blues auch im einundzwanzigsten Jahrhundert zu überzeugen vermag. Einmal mehr wird klar – ohne den Blues gäbe es den Rpck’n'Roll und alle daraus abgeleiteten Formen heute nicht.



Bewertung: 5.0 / 5.0
Autor: Danny Frischknecht (24.08.2013)

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