Sergeant Steel - Men On A Mission

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VÖ: 06.09.2013
Bandinfo: Sergeant Steel
Genre: Hard Rock
Label: Boyz Tyme Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Auch Österreich hat seine Ober-Poser. Wer sich vom Glam- bzw. Cock-Rock-Bereich in letzter Zeit etwas unterbeliefert fühlt, braucht seine Augen längst nicht mehr nur Richtung Schweden oder Sunset Strip richten, denn auch in der heimischen Industriemetropole Linz werden Haarspray und Lederwäsche noch genug Bedeutung beigemessen. SERGEANT STEEL nennt sich das aufstrebende Sextett, dessen Debütalbum „Lovers & Maniacs“ vor gut drei Jahren schon Kollege Reini zur frühzeitigen Ejakulation brachte. Was dazwischen so alles passierte? Labeldeal, Live-Slots vor DEEP PURPLE und THE SWEET und der akribisch erarbeitete Nachfolger „Men On A Mission“, für den die Jungs einmal mehr in die US of A übersiedelt sind, um mit Produzentenlegende Michael Wagener (u.a. QUEEN, METALLICA, MÖTLEY CRÜE) den Feinschliff in Nashville anzulegen.

Gewaltiger internationaler Mief also, aber für die derzeit sicher führende Hard-Rock-Band aus heimischen Gefilden auch notwendig, um über die Alpen-bedeckten Landesgrenzen hinaus zu strahlen. Auf „Men On A Mission“ wird dementsprechend allen Helden des 80er-Jahre Angeber-Metals gehuldigt. Das gelingt SERGEANT STEEL mal besser, mal schlechter. Der Opener „Gods Of Love“ etwa ist schon stark schmierig ausgefallen, wohingegen „Mama Horny“ mit verstärkten Blues- und Rotzrock-Roots uneingeschränkt zu überzeugen weiß. AEROSMITH lassen grüßen. Im weiteren Verlauf lugen die verschiedensten Vorbilder aus den Songs hervor. Egal ob man sich an WINGER („Sweet 16“), RATT („Cry Out Your Heart, Baby!“), AC/DC („Born To Lose (Live To Win)“) oder alten MÖTLEY CRÜE bzw. ACCEPT orientiert („Wannabe Outlaw“) – es wird stets mit größtmöglicher Authentizität vorgegangen.

Federführend für diese Rückbesinnung in alte Tage sind vor allem Stimmwunder Phil Vanderkill und Songwriter Jack Power, die sich – nomen est omen – auch nicht zwingend in demütiger Bescheidenheit üben. Doch dicke Hose und großer Schwanz sind schließlich die Hauptingredienzien für gut gemachten 80s-Rock und diesen beherrschen SERGEANT STEEL wirklich gut. Das akribische und regelmäßige Zusammenarbeiten innerhalb der Band tut den Jungs ebenso gut wie die vielen Liveauftritte. Trotz allem darf hier bitte auch etwas Kritik geübt sein. SERGEANT STEEL zitieren zwar fleißig aus einem gesamten Jahrzehnt, die wirklich fetten Superkracher haben sich aber noch nicht eingeschlichen. Würden die Songs gesamt gesehen noch etwas mehr Tempo und Schmalz an den Tag legen, wäre das dem Projekt auch nicht abträglich. Jungs da geht noch mehr – auch wenn das Dargebotene schon richtig gut ist. Aber wenn man sich schon mutig als „Austria’s Hard Rock Band #1“ bezeichnet, dann gibt es natürlich auch noch Luft nach oben!



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (02.09.2013)

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