DEVARIEM - Planet Earth: Ground Zero

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VÖ: 05.07.2013
Bandinfo: DEVARIEM
Genre: Thrash Metal
Label: Remedy Records
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Lineup  |  Trackliste

Ok, planlos Thrash Metal kloppen kann mittlerweile fast jeder. Aber nicht jeder versteht die Kunst, das gewisse Etwas in seinen Sound zu pfeffern. DEVARIEM aus Lübeck schaffen auf ihrem zweiten Langspieler, wofür andere Jahrzehnte brauchen: Sie kicken nämlich Ass. Natürlich gibt es in diesem Genre keine Preise mehr zu gewinnen, und die wirklich originelle Originalität haben sowieso Bands wie GAMA BOMB, HATCHET oder MUNICIPAL WASTE für sich gepachtet. Aber die Germanen schreiten äußerst solide zu Werke, sodass qualitativ hier mal überhaupt gar nix auszusetzen ist. Sänger Alex Lengde kreischt nicht, grölt nicht, sondern klingt mit seinem dunklen Timbre eher nach einem Franky De Smet (CHANNEL ZERO) oder nach VOLBEAT's Michael Poulsen, nur ganz selten bedient man sich Griffen in die Kreisch- und Growl-Kiste. Und auch der eine oder andere Blast-Beat wird strapaziert.

Vergleichen kann man das Quintett mit dem etwas sperrigen Namen am ehesten mit FORBIDDEN und EXODUS, also eher die amerikanische Thrash-Liga. Gottlob fehlt ihnen auch jeglicher teutonische Unterton in der Musik - ein Fakt, den DESTRUCTION, KREATOR und die anderen Verdächtigen nicht unbedingt für sich in Anspruch nehmen können. Hauptsongwriter Benjamin Botev hat ein Händchen für griffiges Riffing und einen spannenden Songaufbau, auch der Sound geht großteils okay - wären da nicht wieder mal übermäßig getriggerte Drums und häufig mal überkompressierte Gitarren. Aber alles nicht schlimm, am Schluss hauen uns solch hochqualitative Kracher wie "Infyrno" (da gibt's auch ein Video dazu!), "Steamhammerhead", "Casketeer" oder das mit einem leichten Schmunzeln vorgetragene Finale "...Our Killer Reputation" so ziemlich die Rübe ab.

Im Thrash Metal ist vielleicht keine Trophäe mehr zu machen, aber es ist bei Weitem noch nicht alles gesagt. "Planet Earth: Ground Zero" lebt vor allem von der charmanten Chemie zwischen messerscharfen Gitarren, augeklügelter Rhythmusarbeit und eben diesen unverkennbaren Vocals. Für mich ohne Zweifel eines der besseren Scheibchen in diesem Genre seit längerem, das in knapp 41 Minuten alles auf den Punkt bringt, niemals langweilig wird, keine überflüssigen Parts verbrät und trotz aller Professionalität immer noch nach echter deutscher Handarbeit und nach Schweiß und Bier im Proberaum klingt. Unbedingt antesten!



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Mike Seidinger (07.09.2013)

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