STRYPER - Second Coming

Artikel-Bild
VÖ: 22.03.2013
Bandinfo: STRYPER
Genre: Hard Rock
Label: Frontiers Records
Hören & Kaufen: Amazon | Ebay
Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Wer kann sich nicht erinnern, an die peinlichen gelb-schwarzen Bienenkostüme der amerikanischen US-80s-Hard-Rock-Helden STRYPER? Die Kostüme von Frontmann Michael Sweet und Co. waren sogar in einem Jahrzehnt dauerhafter und ständiger Modefauxpas‘ eine Lachnummer für sich. Mittlerweile geben sich die gereiften Herren natürlich wesentlich gediegener, wenn auch die Rock-Mähnen und die Lust am Musizieren geblieben sind. Nur Drummer Robert Sweet sieht am Cover des Old-School-Aufgebrühtem „Second Coming“ (warum zum Teufel bildet man sich eigentlich selbst am Album-Artwork ab?) aus, wie eine mehrfach abgenutzte Transe im Schnapsrausch. Womit wir auch schon die Überleitung zu vorliegendem Material hätten.

„Second Coming“ ist nämlich mitnichten brandneues Material, mit dem sich bibelfeste Fans der Jesus-Rocker in den seligen Schlaf wiegen können, sondern viel mehr eine Retrospektive auf die wirklich fetten Jahre der Band. Hier handelt es sich um neu aufgenommenes Material der Debüt-EP „The Yellow And Black Attack“ (1984), sowie den ersten beiden Alben „Soldiers Under Command“ (1985) und „To Hell With The Devil“ (1986). Und kundige Szenekenner wissen natürlich: Aus diesen fruchtbaren Jahren gibt es eine ganze Menge an hervorragendem STRYPER-Material. So kommt also auch die jüngere Generation in den Genuss, Kultsongs wie „Makes Me Wanna Sing“, „The Rock That Makes Me Roll“, „Reach Out“, „To Hell With The Devil“ oder „More Than A Man“ serviert zu bekommen.

Was man den Glaubenshirten tatsächlich zugutehalten muss ist die Tatsache, dass sich die Neuaufnahmen in jeder Hinsicht rentiert haben und „Second Coming“ verdammt fett und trotzdem nicht überkandidelt aus den Boxen dröhnt. Es tut gut, die flotten Christenrock-Stampfer mit latentem Heavy-Metal-Touch noch einmal im schönen Soundkleid erleben zu dürfen und auch wenn sich nicht jeder mit den Inhalten STRYPERs anfreunden kann, steht die musikalische Qualität dieser ollen Kamellen schon klar außerhalb jedweder Kritikzone. Und ein bisschen was Neues gibt es ja doch. Die beiden Abschlusstracks (warum auch immer die versteckt wurden…) „Bleeding From The Inside Out“ und „Blackened“ (hat nix mit METALLICA zu tun…)fallen dabei weniger übel als befürchtet ins Gewicht. Keine Selbstverständlichkeit nach dem eher lauwarmen letzten Studioalbum „Murder By Pride“. Zumindest habt ihr den perfekten Appetizer für das bald erscheinende neue Album „No More Hell To Pay“ – wir sind gespannt.



Ohne Bewertung
Autor: Robert Fröwein (06.09.2013)

WERBUNG: Hard
ANZEIGE