EWIGKEIT - Back To Beyond

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VÖ: 23.08.2013
Bandinfo: EWIGKEIT
Genre: Experimental Metal
Label: Death To Music
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Lineup  |  Trackliste

Na, ist ja schon wieder eine halbe Ewigkeit (sorry, musste jetzt einfach sein!) her, dass das Breitwand-Werk "Conspiritus" meine Gehörgänge freigespült hat. 2005 war das, um genau zu sein. Danach hat der alleinverantwortliche Eigenbrötler James "Mr. Fog" Fogarty für mehrere Jahre die Segel gestrichen, weil er Metal für "Out Of Date" hielt und sich die Zeit unter anderem mit Herumtüfteln an seinem Zweitprojekt "The Bombs Of Enduring Freedom" vertrieben. "Back To Beyond" setzt - ganz seinem Titel nach - in etwa dort an, wo "Conspiritus" damals im Nebel verschwand - der Schwerpunkt liegt aber diesmal unverkennbar auf dem Black Metal und der Gesang ist einem eher lauen Krächzen gewichen.

Typisch für den Sound-Alchemisten Fogarty sind die oft üppigen Arrangements, bei denen über drei Gitarrenspuren noch massig Keyboards und gesampelte Chöre drüber gepappt werden und die oft den Eindruck eines achtköpfigen Schwarzmetal-Orchesters vermitteln. Wobei wir auch schon beim Knackpunkt der Sache wären: So fein die Mucke teilweise klingt, so sehr wünscht man sich statt des synthetischen Gekloppes doch bitte ab und zu mal ein echtes Schlagzeug - das würde die ohnehin schon epischen Songs noch um einiges aufwerten, und das Gesamtergebnis wäre wahrscheinlich um einen Zacken druckvoller. Die Songideen sind gut, aber nicht neu, des Öfteren denkt man hier wolle jemand BATHORY mit AYREON verheiraten.

Fogarty kann den Spannungsbogen immer schön aufrecht halten, trotz oftmalig Mantra-artiger Wiederholungen. "Point Of No Return" vereint entspannten Synth-Metal mit einem räudigen WATAIN-Refrain, "The Soul Sustains" höppelt im Wikinger-Galopp durch mehrstimmige, symphonische Chorgesänge - ob die der gute Mann wohl auch alle selbst eingesungen hat? Das Re-Make von "Starscape" (vom gleichnamigen Langspieler, 1999) entfaltet sich anfangs auf einer Bass-Line, nur sporadisch wird der Trip-Hop durch Piano-Streicher-Stakkatos unterbrochen bevor der Song in ein orchestrales Grande Finale mündet - großartig! Das Instrumental "ISON - Beyond The Oort Cloud" klingt, als hätten AMON AMARTH ihre Gitarren gegen Keyboards getauscht und auch das Kleinod "Astral Projection" kann entzücken, hier schlägt man am ehesten noch die Brücke zum "Conspiritus"-Album.

Am Schluss gibt's dann noch abgefahrene Kost für Schräghörer: Die Ambient-Version des BURZUM-Monoliths "Det Som En Gang Var" hat was Schauriges, gleichzeitig Versöhnliches, ohne sich aus dem Kontext des Albums zu stellen. "Back To Beyond" ist also weit mehr als der Zeitvertreib eines introvertierten Engländers, es ist ein sich durchaus angenehm entfaltendes Dunkelmusik-Ereignis, das sich zwar wieder mal aus mehreren Genres bedient aber keines davon wirklich exzessiv ausreizt. Übertreffen kann Mr. Fog den atmosphärischen Meilenstein "Conspiritus" hier jedoch nicht. Thematisch wildert die Band, die eigentlich keine ist, übrigens auch weiterhin im Science-Fiction-Revier. Für Düsterfritzen empfehlenswert, aber auch für experimentell veranlagte Hörer.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Mike Seidinger (13.09.2013)

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