DIABOLICAL - Neogenesis

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VÖ: 27.09.2013
Bandinfo: DIABOLICAL
Genre: Death Metal
Label: ViciSolum Productions
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Sverker Widgren ist in Fahrt. Nur eine Woche nach dem Release des hervorragenden Old-School-Schwedentod-Manifests „Darkness Unbound“ von DEMONICAL, hat der umtriebige Frontmann auch neues Material seines Hobbyprojekts DIABOLICAL im Köcher. Das Stockholmer Death/Thrash/Black-Gemisch machte sich ja bekanntlich schon immer sehr rar, so ist „Neogenesis“ das erste vollständige Werk seit dem eher mau ausgefallenen ViciSolum-Productions-Debüt „The Gallery Of Bleeding Art“. Halbe Sachen sind aber nun einmal Widgren’s nicht und so fußt dieses knapp einstündige Monumentalwerk auf einer kongruent erzählten Story von Gitarrist Carl Stjärnlöv, der einen Roman über das Ende der Welt und den zugrunde liegenden Lügen verfasst hat.

Das elf Kapitel starke Schriftstück haben DIABOLICAL in ebensoviele Songs gegossen, um die apokalyptische Geschichte in einem akustischen Gesamtpaket zu präsentieren. So bekommt man das „weltweit erste literarische Konzeptalbum“ (O-Ton Promowaschzettel) auch als 106-seitiges Mediabook samt CD, Artwork, Backgroundstorys und Details, um die Gesamterzählung von „Neogenesis“ als Ganzes verstehen zu können. Musikalisch ist das ambitionierte Werk somit auch ein kompakt gestaltetes Erlebnis. Widgren, Stjärnlöv und Konsorten haben sich sinnvollerweise viel Zeit gelassen und dabei stark auf Vielseitigkeit gesetzt. Stärker denn je zuvor erklingen Schwarzwurzel-Klänge aus dem DIABOLICAL-Kosmos. Diese waren als Atmosphärenverstärker für das prickelnde Thema unabkömmlich. Zusammengefasst könnten man sage, die Stimme ist Death Metal, Atmosphäre und Gitarrenlinie Black Metal, das Groove-Drumming Thrash Metal. Klingt fein, oder?

In der Tat, nur in der Realität fehlt es DIABOLICAL auch anno 2013 noch am wirklich durchdringenden und wirkungsvollen Songwriting. Das bedeutet in diesem Fall, dass die einzelnen Songs teilweise mit wirklich gutklassiger Qualität aufwarten können (etwa das horrible „Metamorphosis“, das Hyperspeed-Geknüppel bei „World In Silence“ oder das epische End-Schlachtschiff „The Age To Come“), im Gesamten aber einfach ein fein durchlaufender roter Faden fehlt. Das können DIABOLICAL-Lunatics natürlich anzweifeln, doch ein hervorstechender Signature-Song fehlt. Wie wir wissen, benötigen auch durchkonzeptionierte Werke den einen oder anderen Lockvogel, um sich würdig präsentieren zu können. „Neogenesis“ läuft aber in die richtige Richtung und überzeugt mit einem fein konstruierten Spannungsbogen, der das Konzept sehr gut wiederspiegelt und diverse Unzulänglichkeiten wettmacht. Schönes Teil, das vor allem Freunden und Liebhabern von BEHEMOTH, VOMITORY und NIGHTFALL munden dürfte - aber auch PARADISE LOST-Melancholiker und MY DYING BRIDE-Rotweintrinker könnten eventuell mit den Ohren schlackern. Wohl bekomm‘s - mit einer kleinen Dosis Geduld tut sich hier ein Geheimtipp von monolitischer Schwere auf. Auch wenn noch mehr gegangen wäre.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (18.09.2013)

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