THE RUINS OF BEVERAST - Blood Vaults (The Blazing Gospel Of Heinrich Kramer)

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VÖ: 06.09.2013
Bandinfo: THE RUINS OF BEVERAST
Genre: Doom Metal
Label: Van Records
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Lineup  |  Trackliste

Hinter THE RUINS OF BEVERAST verbirgt sich Alexander von Meilenwald, der das Projekt allein betreibt. Bekannt wurde der Multiinstrumentalist, der hier alles selbst einspielte, als Schlagzeuger der Kultformation NAGELFAR, die mit „Hünengrab im Herbst“ zumindest deutsche Black Metal-Geschichte geschrieben haben. Meilenwald umgibt sich mit der Aura der Obskurität und lässt weitgehend die Musik für sich sprechen, was ja kein Nachteil sein muß und im vorliegenden Falle auch nicht ist. Der letzte Auftritt in hiesigen Gefilden wurde auf der Sommer-Sonnwend 2013 auf der Salzburger Neudegg-Alm – gemeinsam mit PRIMORDIAL und SECRETS OF THE MOON – absolviert, wo für den Soundtrack zur düster-heidnischen Stimmung gesorgt wurde.

“Blood Vaults – The Blazing Gospel Of Heinrich Kramer (Cryptae Sanguinum – Evangelium Flagrans Henrici Institoris)”, so der volle Titel des neuen Longplayers offenbart die dunkle und morbide Seite des Metal. Doom-Death-Black Metal in seiner ergreifenden und erhabenen Form. „Blood Vaults“ ist ein in drei Teile gespaltener, abartig geiler Höllentrip aus lavaartigen Doom-Teilen, monotonen, tief (g)rollenden Riffwalzen, kontrollierten Black Metal Stakkatos und purer Negativität. Alles in einen dumpf-trockenen Sound gebettet, regiert der Bass und wahrlich tiefergelegte Saitenarbeit statt hochtönigem Rasierergitarrengesirre. Gepaart mit der Grabesstimmung von FIELDS OF THE NEPHILIM und ambientartigen Soundscapes verfügt das Ganze über eine tolle atmosphärische und organisch klingende Anziehungskraft.

Ähnlich düster und eindringlichwie die Soundlandschaften gestaltet sich auch das Konzept des Albums, das sich rund um Heinrich Kramer dreht, den Mittelalter-Inquisitor und Autor des „Malleus Maleficarum“, des Hexenhammers. Ergreifend, wie sich immer wieder die Josh Silver/TYPE O NEGATIVE-Gedächtnisorgel über den Düstermetal erhebt, die in Kenntnis des thematischen Inhalts auch ihre sakrale, und in Kombination mit den (verzerrten) Spoken Word-Einlagen auch beunruhigend-beängstigende Wirkung entfaltet. Klar ist, dass dieses Werk kein Soundtrack für Frühlingsgefühle ist, hier wird bittere Verzweiflung und ausweglose Depression für den nahenden Herbst transportiert. Zähflüssige Dunkelheit und Schwere, verstörend, ergreifend und intensiv!



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Thomas Patsch (12.09.2013)

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