Tyr - Valkyrja

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VÖ: 13.09.2013
Bandinfo: Tyr
Genre: Viking Metal
Label: Metal Blade Records
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Lineup  |  Trackliste

Wenn die Faröer TÝR ein neues Album herausbringen, dann ist die Vorfreude in der Pagan Szene meistens sehr groß. Schließlich haben sie mit unter anderem "Ragnarok", "Land" und "By The Light Of The Northern Star" einige hochklassige Scheiben mit einem ganz eigenen Charakter veröffentlicht. Ob vertrackt und schwermütig, progressiv oder auch mal flott und eingängig, letztendlich haben TÝR sich vor allem durch ihre Kombination aus komplexen nordischen Melodien und geerdetem Metal einen ganz eigenen Stil geschaffen. Soviel darf vorweg genommen werden: Auch "Valkyrja" ist ganz eindeutig TÝR mit allen Vorzügen, aber auch mit einigen Änderungen.

Diese Änderungen beziehen sich in erster Linie auf die Songstrukturen. Zum einen stellt man fest, dass die neuen Songs in ihrer Gesamtheit wesentlich flotter, ausgewogener und Doublebasslastiger ausgefallen sind als bei früheren Werken. Das mag auch an Session-Drummer George Kollias (u.a. NILE) liegen, der mit seinem zackigen Spiel frischen Wind ins Klangbild bringt. Zum Anderen fällt auf, dass sämtliche Songs auf Anhieb zugänglicher sind als dass es ansonsten der Fall war. Wenn früher ein Break auf den anderen folgte, so schreiben Heri Joensen und seine Gefolgschaft anno 2013 wesentlich gradliniger und auf den Punkt. Das mag einige Altfans zunächst verschrecken, der Teufel (oder in diesem Falle die Kunst) liegt aber nach wie vor im Detail. Ein recht simpler Song wie "Nation" bringt, wenn er von einer Band wie TÝR stammt, auch nach wie vor so viele Ideen und Melodien mit sich, dass es auch nach zig Durchläufen immer noch etwas Neues zu entdecken gibt. Und so liefert "Valkyrja" mit Songs wie "Another Fallen Brother", "Mare Of My Night" oder dem urtypischen "Grindavi San" eine ganze Palette an Soon-To-Be Klassikern im eigenen Backkatallog, deren Halbwertzeit ins unendliche zu tendieren scheinen. Der Vollständigkeit halber sei hier noch "The Lay Of Our Love", das Duett mit LIV KRISTINE erwähnt, welches sich erstaunlich natürlich in das Konzept einfügt und mit dem zu Beginn ebenfalls etwas getrageneren "Fánar Burtur Brandaljóð" einen schönen Kontrapunkt zum flotten Rest bildet. Eingebettet in eine Konzeptstory um einen Wikinger, der in die Schlacht zieht, um sich seinen Platz in der Ewigkeit neben den Göttern und Göttinnen zu sichern und veredelt mit einer wunderbar transparenten Produktion von Jacob Hansen kann man den Faröern mal wieder zu einem echten Volltreffer gratulieren.

Fazit: TÝR bleiben sich auf "Valkyrja" weitestgehend treu, agieren zusammengefasst allerdings etwas kompakter und eingängiger als zuvor, ohne dabei aber den gewohnten Detailreichtum vermissen zu lassen. Dabei ist auf Albumdistanz kein einziger Ausfall oder auch nur ein Anflug von Langeweile zu bemängeln. Auch wenn manche die drückende und progressive Schwermut der Frühwerke vermissen mögen, TÝR haben ihren ureigenen Stil schlüssig weiterentwickelt und mit "Valkyrja" ein neues Highlight in ihrer Diskografie erschaffen.



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Christian Wilsberg (12.09.2013)

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