THE FLIGHT OF APOLLO - Jupiter

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VÖ: 30.08.2013
Bandinfo: THE FLIGHT OF APOLLO
Genre: Alternative Rock
Label: Dr. Music Records
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Lineup  |  Trackliste

Überraschend Hitverdächtiges kommt hier aus dem Ländle: Die fünf Nerds (selbstironischer als auf diesem Bandfoto geht's ja ohnehin nicht), die vorher alle schon in einschlägigen Combos Banderfahrung sammeln konnten, liefern mit "Jupiter" ihr Debütalbum ab. Und selbst ich, der ich bei Alternative Rock immer etwas vorsichtig bin, muss mir eingestehen: Hut ab, hier kann jemand Songs schreiben, die internationalen Ansprüchen locker gerecht werden, hier hat man transparent und druckvoll produziert, und - ganz wichtig - hier gibt es erst gar keinen Tellerrand, über den man hinausblicken müsste. Denn TFOA basteln so ziemlich alles in ihren Sound, was sich anbietet - und was nicht passt, wird passend gemacht. So wird im Jam-Rocker "Rebels Of Porn" mal eben ein RAMMSTEIN-Riff verbraten, das klebrig süße "X-Ray Generation" verblüfft mit Keyboard-Parts zum dahin schmelzen (und mittanzen), und ein wenig schwingt PLACEBO beim abschließenden "A Place 4 U" mit durch.

Sänger Johannes "Rasta" Ganahl, der auch alle Songs schreibt, hat übrigens ein recht eingängiges Organ, das wohlig warm in die Gehörmuschel driftet.
Wie faustdick es die Xiberger hinter den Ohren haben, beweisen hier zum Bleistift der hervorragend in Szene gesetzte Rocker "Airborne", der mit einem Dub-Stakkato á la BASEMENT JAXX veredelte Party-Kracher "Rum Drum", bei "We Are Hallelujah" groovt die Hütte zu einem doch recht eingängigen Refrain und "Frustrated" geht ganz angenehm ins Ohr, auch noch, wenn am Ende das Saxophon kommt. Insgesamt arbeitet das Quintett hier auf einem überaus hohen Level, was massig Airplay in diversen Radio-Sendern zur Folge haben wird (und teilweise auch schon hat) und auch bereits mit einem Support-Slot für 30 SECONDS TO MARS (ach, ne...?) und einem Auftritt am Frequency-Festival belohnt wurde.

Die große Stärke liegt hier in den unkomplizierten, trotzdem irgendwo anspruchsvollen Nummern, eine Stunde mit hohem Unterhaltungswert, das kann sich echt sehen und hören lassen - sprich: "Jupiter" kann man sich am Stück reinpfeiffen, ohne dass es langweilig wird. Ein ganz klein wenig zu Mainstream wird's bei den balladesken Parts in "Harsh Fiords" oder wenn zu sehr auf Wohlgefälligkeits-Pop-Rock gesetzt wird ("Hide & Seek", "You Were The One"). Ansonsten ein klasse Einstand, mit dem sich nicht nur die Freunde der Crossover-Geisteshaltung sofort anfreunden werden.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Mike Seidinger (19.09.2013)

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