INCANTATION - Mortal Throne Of Nazarene (Re-Release)

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VÖ: 30.08.2013
Bandinfo: INCANTATION
Genre: Death Metal
Label: Hells Headbangers
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Mein lieber Herr Gesangsverein – was INCANTATION auf ihrem zweiten Album „Mortal Throne Of Nazarene“ an die Oberfläche kotzten, ist auch nach knapp zwei Dekaden noch dermaßen schwefelhaltig und abgeranzt, dass der 08/15-Normalo-Death-Metaller angeekelt seine Nase rümpft. Den Traditionalisten von Hells Headbangers haben wir diesen schmucken Re-Release zu verdanken – bereits vor etwa zwei Monaten ließen sie das nicht minder kultige INCANTATION-Werk „Diabolical Conquest“ in neuem (alten) Glanz erstrahlen.

Im Gegensatz zu eben beschriebener Scheibe setzte sich „Mortal Throne Of Nazarane“ noch aus einer fast völlig anderen Besetzung zusammen. Neben Leadgitarrist und Bandboss John McEntee war vor allem Shouter Craig Pillard federführend für den beängstigenden Ruf der Pennsylvania-Bolzer. Pillards unmenschliche Tiefton-Grunzer waren schon damals alles andere als „State Of The Art“ und verwiesen selbst gefürchtete Mikro-in-den-Boden-Keifer wie Glen Benton, Chris Barnes oder Frank Mullen zu Statisten. Was INCANTATION schon auf ihrem unvergesslichen Debütalbum „Onward To Golgotha“ andeuteten, konnten sie hier verfeinern. Die ultrabrutale Symbiose von gutturalen Vocals und der Hölle emporgestiegenen Gitarrenriffs, die Vermischung von diabolischem Death Metal und Lavastrom-artigem Doom, das Zusammenspiel von unkontrollierten Geschwindigkeitseruptionen und ausgeruhten Dampfwalzen-Groovern – all das macht „Mortal Throne Of Nazarene“ zum inoffiziellen Debüt des Brutal Death Metal. Kein Scheiß – wer auf DEVOURMENT, ABYSMAL TORMENT oder SEVERE TORTURE steht, wird all die Ursprünge schlussendlich hier als Rohversion vereint finden.

Das wilde und nicht für eine Sekunde zum Verschnaufen kommende Gemetzel war anno 1994 sogar für geübte Todesmörtler starker Tobak. Während Genre-Größen wie CANNIBAL CORPSE, MONSTROSITY oder MALEVOLENT CREATION unter all den Abartigkeiten stets mal einen kurzen Thrash-Vibe oder den Anflug einer positiven Headbang-Stimmung verweben konnten, machten sich INCANTATION erst gar nicht die Mühe, aus ihrem Kokon der hammerharten Depressivität auszubrechen. Besonders merkbar ist das auf den Album-Highlights „Demonic Incarnate“, „Iconoclasm Of Catholicism“ und dem epischen Abschlussstampfer „Abolishment Of Immaculate Serenity“. Dazwischen bleibt noch Platz für das überfallsartige Geshredder in „Blissful Bloodshower“ und ein atmosphärisch dichtes Akustikvehikel der Marke „Nocturnal Dominium“. Ein Kultwerk sondergleichen, auch wenn man „Mortal Throne Of Nazarene“ auch noch heute nur den wirklich Hartgesottenen im Death-Segment empfehlen sollte. So gut klangen INCANTATION danach nie wieder.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (25.09.2013)

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