STELLAR MASTER ELITE - Destructive Interference Generator

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VÖ: 04.10.2013
Bandinfo: STELLAR MASTER ELITE
Genre: Black Metal
Label: Exciter Records
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Lineup  |  Trackliste

Einigen Insidern des nordischen Black Metal wird der Name STELLAR MASTER ELITE vertraut vorkommen, handelt es sich doch um einen Song der legendären Band THORNS. Trotzdem verstehen Marco und Dave, die beiden kreativen Köpfe hinter SME, ihre Mission nicht als die einer THORNS-Tribute-Band. Mag der musikalische Aktionsradius vielleicht ein wenig eingeschränkt sein - was hier keinesfalls negativ aufzufassen ist - schon allein am opulenten Presse-Kit, das der Journo hier geliefert bekommt (Band-Logos in zwei Dateiformaten und unzählige Promobilder - da können sich die Major Labels mal kräftig an der Nase nehmen!), zeigt sich: hier steckt weitaus mehr dahinter als schnoddriger Schwarzmetall-Abklatsch.

Klar, auch das Debut "I" (2011) begrenzte seinen Klangkosmos bereits auf die drei Eckpfeiler SATYRICON, DARKTHRONE und ENSLAVED - meiner Ansicht nach. Dass das Duo aus Trier aber trotzdem nie engstirnig dahertönt, mag vielleicht ein Phänomen sein - die Dinge verhalten sich aber auch auf dem Zweitling " Destructive Interference Generator" so. Die Stimmung ist düster, man schließt die Augen und gleitet in einem schwarzen Raumschiff in den dunklen Kosmos und in sein eigenes, tiefstes Inneres. Die beiden eröffnenden Perlen "Thoughtcrimes/Villain/Slave" und "Beyond Light" strahlen da schon mal relativ hell am dunkelbunten Ende des Spektrums.

Die Mehrheit der Vocals wurde auch diesmal wieder von Ben Borucki (SONIC REIGN) übernommen, in dessen Studio dieses Werk auch zurechtgefeilt wurde. Immer ein wenig an Grutle Kjellson von ENSLAVED erinnernd, treibt er den ohnehin schon Mantra-artig aufgebauten Gesang mit repetitiven Gekrächze zusätzlich auf die Spitze. Die Gitarren sägen schön derb, sind trotzdem voller Druck und Wucht, und das Schlagzeug ist ausnahmsweise auch mal echt. Über die Texte mag man sich so seine Gedanken machen, sie sind eher simpel gehalten und erinnern ein wenig an die lyrischen Ergüsse eines Tom G.Warrior (CELTIC FROST, TRIPTYCHON). Im Endeffekt sind sie aber ohnehin der Eigeninterpretation überlassen.

Seis drum, musikalisch wird " Destructive Interference Generator" mit seinem archaischen Ansatz und seinem gekonnt in Szene gesetzten Artwork nicht nur im Black Metal-Lager seine Freunde finden. Hier seien noch der großartige Titeltrack erwähnt, der sich zehn Minuten lang in pechschwarzer Lava wälzt, ein wenig an TRIPTYKON erinnert und mit echt duften Riffs bestechen kann. Und das abschließende "Empty Shells Of Being" hebt sich insofern vom Rest ab, als es ziemlich in die Dark-Wave-Ecke driftet (KILLING JOKE lassen grüßen), der Uptempo-Rhythmus wurde mit funky Basslines und Geklatsche gepimpt, und ich komme um ein dezentes Schmunzeln hier nicht umhin - was denke ich auch ganz im Sinne der Band ist.
Reinhören wird dringend angeraten!



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Mike Seidinger (30.09.2013)

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