STEVE HACKETT - Genesis Revisited: LIve At Hammersmith

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VÖ: 21.10.2013
Bandinfo: STEVE HACKETT
Genre: Art Rock
Label: Inside Out Music
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Lineup  |  Trackliste

STEVE HACKETT ist sicher einer der bedeutendsten Gitarristen der Rock-Geschichte und neben seinem Schaffen bei GENESIS, das ja bereits länger zurückliegt, kann der sympathische Brite mittlerweile einen ellenlangen Katalog an Solo-Werken vorlegen. Der Mann hat sich nie gescheut, über Tellerränder zu blicken und schon sehr früh Klassische Musik in sein Schaffen einfließen lassen. Dadurch entstand ein eigenes Feeling für die Gitarre, dieser einzigartige Sound, dieser unverkennbare Vibe. Und deswegen darf Steve auch im eigenen Fundus wühlen, solange und so viel er will. Nach zwei Studioplatten mit wiederbelebtem GENESIS-Liedgut (1996 und 2012) kommt man nun endlich auch in den Live-Genuss der Neuinterpretationen dieser wegweisenden britischen Prog-Rock-Pop-Institution.

Nicht dass es der Welt an GENESIS-Liveplatten mangeln würde. Auch der Bootleg-Markt ist nach wie vor gut aufgestellt und mittlerweile gefühlte zwölf Cover-Bands spielen alte Shows bis ins kleinste Detail nach, allen voran THE MUSICAL BOX. Aber es geht hier eher darum, einer Generation, die mit Bands wie PORCUPINE TREE oder RIVERSIDE aufwächst, die Wurzeln des Ganzen darzulegen. Und keiner macht das so unprätentiös wie Steve Hackett. Fast bescheiden lässt er auch live immer wieder namhaften Kapazundern den Vortritt ins Rampenlicht, hält sich selber lieber im Hintergrund und glänzte einzig durch seine sechs- und zwölfsaitige Omnipräsenz. Zu den Gästen, die diesmal im altehrwürdigen Hammersmith Odeon über die Bretter schreiten, gehören (neben Gitarrenwunderkind Jakko Jakszyk und Goldkehlchen Amada Lehmann) Nik Kershaw, Steve Rothery (MARILLION) und John Wetton (ASIA, KING CRIMSON).

Letzerer veredelt das getragene "Afterglow" mit Gitarre und Stimme, Nik Kershaw glänzt mit seinem unverkennbaren Organ bei "The Lamia", wo dann auch Herr Rothery die Klampfen-Abteilung übernimmt. Bemerkenswert, wie sehr das Publikum immer wieder in die Songs verstrickt ist: Bei "I Know What I Like" und dem immer noch Maßstäbe setzenden Prog-Epos "Supper's Ready" werden ganze Textpassagen mitgesprochen, mitgeschrien und mitgesungen. Man meint, das Hammersmith wäre an diesem Abend voll mit GENESIS-Enthusiasten gewesen - und so war es ja scheinbar auch. Nad Sylvan - in den Neunzigern bereits als Ersatz für Phil Collins für GENESIS im Gespräch - wird der übergroßen Aufgabe des fast dreistündigen Sets mehr als gerecht, meistert auch die vielen kritischen, PETER GABRIEL-esken Passagen mit Bravour.

Bei "Blood On The Rooftops" lässt man noch den Percussionisten Gary O'Toole ans Mikro, so hat man am Ende in der 19 Songs umfassenden Setlist genügend Abwechslung und den sicheren Eindruck, dass hier nicht einfach historisch wertvolles Kulturgut zwecks Geldvermehrung heruntergebetet wird. Diesen Gig werden alle Anwesenden noch lange im Gedächtnis behalten, und all jene, die nicht dabei waren, sollten sich hier gleich die parallel erscheinende Doppel-DVD checken. Obwohl sich die Audio-Version hier ausnahmsweise auch mal mehr als lohnt - ich sag nur: Mittendrin statt bloß dabei! Aus diversen Gründen spare ich mir jedoch eine Bewertung - die, wie wir alle wissen, hier eh nur allzu eindeutig ausfallen würde.



Ohne Bewertung
Autor: Mike Seidinger (14.10.2013)

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