SARKOM - Doomsday Elite

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VÖ: 11.10.2013
Bandinfo: SARKOM
Genre: Black Metal
Label: Dark Essence Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Von den norwegischen Teufelsanbetern SARKOM haben wir mittlerweile auch schon fünf lange Jahre nichts mehr gehört, was primär nicht an der Faulheit der Bandmitglieder lag, sondern an der Tatsache, dass SARKOM seit jeher nur als Nebenprojekt gelten und die diversen Hauptbrötchengeber wie TROLLFEST, URGEHAL, SO MUCH FOR NOTHING oder SVARTTJERN höhere Priorität genießen durften. So war „Bestial Supremacy“ auch für den geschätzten Kollegen El Greco nicht viel mehr als eine durchschnittliche Leistungsablieferung ohne zwingende Höhepunkte, nach mehrmaligem Line-Up-Wechsel und der langen Pause haben sich SARKOM aber ordentlich am Riemen gerissen und liefern mit „Doomsday Elite“ einen unerwartet wuchtigen Hassbatzen ab.

Dass es im Hause SARKOM auch 2013 noch Trve Norwegian Black Metal zu bejubeln gibt, sagt schon das hervorragend auf Old-School getrimmte Leichencover aus – die darin verpackte Akustik ist aber beileibe keine langweilige Aneinanderreihung aus ideenlosen Blastbeat-Attacken und Spät-Stimmbruch-Gekeife, sondern eine behutsam ausgedachte und hervorragend produzierte Platte, die sich weder dem Vorwurf des Mikrowellen-Sounds, noch dem der Überproduktion aussetzen lassen muss. Mit dem in das Album leitenden Titeltrack kriegt man zwar noch landestypisches Deibels-Gepolter um die Ohren geworfen, doch bereits das ebenso rasante „I Utakt Med Gud“ integriert gemächliche Mid-Tempo-Passagen und knackige Thrash-Riffs. Das Schöne an „Doomsday Elite“ ist zudem, dass sich die Platte tatsächlich von Song zu Song steigern kann.

So ist „Inside A Haunted Chapel“ ein herrliches Manifest, schwarzwurzeliger Tonkunst mit hehrem Anspruch. Melodienreichtum – ja, richtig gehört! – wird hier großgeschrieben und teilweise erinnern die Hooklines sogar an LIFELOVER oder FORGOTTEN TOMB. „Predators In Disguise“ ist dann eruptiv und erhaben zugleich, kann sich nicht zwischen Highspeed-Geballer und zähflüssigen Slow-Tempo-Momenten entscheiden – well done! In diesem bunten Potpourri der Stilvielfalt ist aber auch genug Platz, um Freunde der puristischen Kunst zufrieden zu stellen. So erweist sich „Cosmic Intellect“ mit seiner morbiden Atmosphäre und dem blasphemischen Geblaste von Neu-Drummer Uruz (URGEHAL) als perfekte Depri-Herbstwetter-Beschallung und das abschließende, mit vielen Rock-Zitaten angereicherte „Stigma“ schließt ein unerwartet hervorragendes Album einer bislang in der zweiten Reihe stehenden Band pulsierend ab. Da freuen wir uns umso mehr auf eine angekündigte Tour mit neuem Line-Up – SARKOM überraschen mit „Doomsday Elite“ jedenfalls grundpositiv und werden keinen Freund dunkler Fjord-Klänge enttäuschen.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (03.10.2013)

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