Warrion - Awakening The Hydra

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VÖ: 27.09.2013
Bandinfo: Warrion
Genre: Heavy Metal
Label: Pure Steel Records
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Lineup  |  Trackliste

Die Hydra, per Definition ein schlangenähnliches, vielköpfiges Ungeheuer der griechischen Mythologie. Sie lebt in den Sümpfen und schleicht sich hier und da an Land, um Verwüstung anzurichten. Von den Amerikanern WARRION wurde sie nun wieder erweckt und eine bessere metaphorische Sagengestalt kann man als Rezensent dieses Albums praktisch gar nicht vorgelegt bekommen.

Vielköpfigkeit, dieses Wort nehmen wir mal als Leitfaden für diesen Artikel. Zum einen steht sie für die diversen Einflüsse, die "Awakening The Hydra" durchziehen. Als allererstes fallen dem Hörer hierbei MANOWAR und IRON MAIDEN auf. IRON MAIDEN, vor allem die jüngeren Machwerke der Neunziger und des letzten Jahrzehntes, beeinflusst ganz klar die Hooks und Gesangsmelodien, zuweil auch die Instrumentalfraktion. Mit seinen punkigen Vibes geht vor allem der flotte Rocker "Victim Of Religion" als MAIDEN-Hommage der Spätsingles wie "Wildest Dreams" und "Different World" durch, aber bei fast jedem anderen Song, auch auf Grund diverser Breaks und versetzter Rhythmen vom klar besten Mann im Team, Drummer Rob Brug, ist der britische Spirit spürbar. Seine Arbeit verleiht durch eine sehr ungewöhnliche Herangehensweise Stücken wie "Carnage", "Serpents Fire" oder "Savage" einen interessanten und individuellen Touch. Was zuerst einen merkwürdig holprigen Eindruck hinterlässt, erweist sich nach ein paar Durchgängen als wohldurchdachte Auflockerung eingefahrener Beats. Gitarren- und Soundtechnisch orientiert sich der Rest aber mehr an MANOWAR, nur klar schneller. Vorweg klingt der Gitarrensound durchweg nach Karl Logan, wie auch der Grundsound des Albums an "Kings Of Metal" oder "Louder Than Hell" erinnert. Das bedeutet allerdings auch, dass das technische Niveau der Riffs selten das Anschlagen simpler Power-Chords garniert mit ein paar Allerweltsläufen übersteigt.

Auch die Soli bieten lediglich simple und recht langsame Licks, wenn auch punktgenau zweistimmig gespielt. Nun gut, Hymen wie das Titelstück müssen nicht durch arrogantes Gefrickel überladen werden, aber auf die Dauer eines Albums gesehen passiert hier einfach zu wenig, um Spannung zu halten. Diese liefern alleine die gut gesetzten mehrstimmigen Vocals und die schon besprochenen Drums. Daher sind die beiden Instrumentals, allen voran "Earth Fire Water Spirit", welches sehr unsauber eingespielt wurde, ziemlich überflüssig. Viele Köpfe haben eigentlich viele Ohren, genutzt hat man sie hier und da nicht. Witzigerweise wird im Stamm-Line-Up der Band auch ein Keyboard mit aufgeführt, nur leider ist hiervon (außer im Intro) herzlich wenig zu hören.

Daher zurück zum Thema. Ideen liefert das fünfköpfige Amimonster en masse, wie das Konzept, die Vielseitigkeit der Stücke und die Vocal- und Drumarbeit beweisen. Auch dass man dem Titelstück praktisch zum Schluss eine Reprise verpasst ist an sich eine super Idee, nur leider wirkt sie so lieblos dahingeklatscht, dass man sich das auch hätte sparen können. Wieso das Produzententeam das durchgewunken hat, bleibt ein Rätsel.

Fazit: Auf "Awakening The Hydra" gibt es einen Haufen guter Ansätze und Ohrwürmer, jedoch krankt das Gesamtwerk an der Umsetzung, der Produktion und der unausgereiften Gitarrenarbeit deutlich ab. Mehr Sorgfalt hätte direkt in einem weiteren Punkt in der Gesamtwertung resultiert. Aber schließlich handelt es sich um ein Debüt und da die Luft nach oben definitiv spürbar ist, freue ich mich durchaus schon jetzt auf das Zweitwerk.



Bewertung: 2.5 / 5.0
Autor: Christian Wilsberg (10.10.2013)

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