WOLFHEART - Winterborn

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VÖ: 11.10.2013
Bandinfo: WOLFHEART
Genre: Metal
Label: Violent Journey Records
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Lineup  |  Trackliste

Ein Einmannprojekt in den immer wieder nach Definition heischenden Umfriedungen des Black Metal kann bisweilen böse enden. Zu viele trve Jungs vegetieren im Keller ihrer Eltern und kopieren alles was evil, trüe und menschenverachtend ist. Dann noch schön kultig eine auf 7 Stück limitierte FlexiDisc auf den "Markt" geworfen und schon ist einem das Schulterklopfen der anderen Schwarzgemüsevertreter sicher.

Da haben wir mit Tuomas Saukkonen´s Projekt WOLFHEART Glück. Erstens geht das ganze eher in Richtung DIMMU BORGIR (entsetzt wendet sich der echte Black Metaller verächtlich ab)gemischt mit treibendem Death Metal, dann ist der Sound auch noch superb und, der Überhammer, gelingt es dem Maitre persönlich auch noch, Topsongs zu schreiben.

DIMMU in ihrer noch nachvollziehbaren Zeit stehen ganz deutlich Pate für das neue Projekt von Hr. Saukkonen, man streift sehr oft am Death Metal an und wird bei Songs wie "Ghosts Of Karelia" richtig heavy.

"Routa Pt. 2" ist zum Beispiel eine wunderbare Synthese aus Death Metal und extrem atmosphärischem Black Metal im Breitwandformat. Funktioniert einwandfrei und auch die Akustikspielereien vor und in den Songs sind nicht bloß schnödes Beiwerk sondern mit positivem Pathos besetzte, im Songkontext Sinn machende Sprengseln.

Die Songs sind ausladend arrangiert, die Stimme vielleicht ein wenig im Hintergrund, die Sounds aus der Dose stimmig und nie billig. Tuomas S. hat bis auf ein paar Soli vom Bruder im Geiste Mika Lammassaari, so wird kolportiert, alles selber eingespielt, komponiert, arrangiert. Und da können sich sehr, sehr viele Metaller verschämt in´s Winkerl stellen. Das Album ist homogen, überzeugt über die gesamte Spielzeit mit einem deftigen, glasklaren Sound der aber glücklicherweise an Härte nichts vermissen lässt.

Ich gebe es zu, Anfangs war´s ein wenig zu viel an IMAX 3D. Aber mit der Zeit hört man sich in die Songs ein und gerne auch immer wieder die ganze Scheibe auf einen Schwung durch. Selbst die paar Paganmelodien sind einwandfrei in das Liedgut (...) integriert. Kein Troll/Piraten/Quellenanbeter-Rotz sondern schwermütiges Heimweh nach Karelien (oder so ähnlich, ihr wisst was ich meine...). Dicke, dicke Riffwände, eine lässige Stimme, superbe Soundscapes (die glücklicherweise alles andere als billig klingen), elendslange Melodien und ein lässig-drückendes Schlagzeug.

Ein Hybrid aus breitem Black Metal, rifflastigem Death Metal, Einschüben aus der finnischen Interpretation des Paganmetals und insgesamt ein fast 50 Minuten und neun Songs langes Metalwerk, welches 2013 sicher in vielen Top 10s anzufinden sein wird.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Christian Wiederwald (01.11.2013)

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