EAT THE GUN - Stripped To The Bone

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VÖ: 22.11.2013
Bandinfo: EAT THE GUN
Genre: Rock
Label: SPV / Steamhammer
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Lineup  |  Trackliste

Schon ein Blick auf das Cover der neuen EAT THE GUN macht klar: Hier hat sich was getan. Im Vergleich zum massiv verschnörkelten "Cross Your Fingers" sowie zum basischen und dennoch imposanten "Runner" wirkt das Cover von "Stripped To The Bone" aufgeräumter, sortierter und greifbarer. Kein Zufall, denn diese drei Adjektive treffen genauso auf den Klang der zehn neuen Stücke aus Münster zu.

Keine Sorge, das Trio spielt immer noch energiegeladenen Rock'N'Roll, aber die Zügel sind im Vergleich zu den beiden Vorgängern gestrafft. Das darf zum Großteil dem Songwriting von Frontmann Hendrik Wippermann zugeschrieben werden, der sämtliche Stücke auf der Akustikgitarre komponiert hat. Und was auf sechs Saiten zufriedenstellend funktioniert, das brauch im Studio durch den Rest der Mannschaft nur noch entsprechend beschleunigt, aber keinesfalls großflächig ausgebaut werden. Rock'N'Roll at it's basics könnte man sagen, was durch die zurückhaltende, transparente und warme Produktion von Stephan "Gudze“ Hinz und Toni Meloni verstärkt wird. Dabei entstehen nach vorne preschende und zackige Mega-Ohrwürmer wie "At The End Of The Day" oder "Wake Me Up" mit Hooks im fünf Sterne Niveau, die zeitgleich genügend Grundhärte und Zugänglichkeit besitzen. Oder reduzierte Rocker wie der "Apocalyptic Blues", der in den neunzigern im Hard Rock Gewand zum Stadionrocker avanciert wäre, dessen große Melodien im intimeren Soundgewand aber noch viel nachhaltiger wirken. Dann gäbe es da noch den Rausschmeißer "Small Dose Of Death", ein speediger Garagenrocker, der eine solche klangliche Fülle erzeugt, dass man fast nicht glauben will, hier wurde nur mit einem einzigen Verstärker und einer einzigen Box gearbeitet. Die handwerkliche Arbeit an den Instrumenten ist speziell für dieses Gerne und in derart zurückgefahrener Ausprägung als nicht weniger als sensationell zu bezeichnen.

Leider kann nicht jeder Song kann das Niveau dieser Granaten erreichen. Die Single "Loner" überzeugt zwar mit dreckigen MOTÖRHEAD Referenzen, erscheint durch ein unglücklich gesetztes Fade Out jedoch antiklimaktisch. "Bad Memories" und "Won't Let You Down" fügen sich zwar schlüssig in den klanglichen Albumkontext ein, gehen aber im Vergleich zu den anderen Wuchtbrettern etwas unter, sind vielleicht gar schon etwas zu unspektakulär. Bei grade einmal zehn Songs und einer Gesamtspielzeit von ca. 34 Minuten sind solche Kleinigkeiten rückschließend umso spürbarer. Und generell wird sich zeigen, wie die Anhängerschaft auf das reduziertere Klangbild reagieren wird, obwohl dieses Experiment zumindest aus musikalischer Sicht vollends gelungen ist.

Fazit: Wie das Cover, so der Sound. EAT THE GUN bleiben ihren Vorbildern im Songwriting treu, präsentieren ihre Rocker aber wesentlich zurückhaltender, aufgeräumter und damit zugänglicher, intensiver und authentischer. Leider trüben einige wenige Schwächen im Songwriting das Endergebnis. Dennoch bleibt "Stripped To The Bone" ein absolut empfehlenswertes Rock'N'Roll-Album, welches überhyptem Käse à la VOLBEAT unbedingt vorgezogen werden sollte.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Christian Wilsberg (06.12.2013)

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