STRYPER - No More Hell To Pay

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VÖ: 01.11.2013
Bandinfo: STRYPER
Genre: Heavy Metal
Label: Frontiers Records
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Lineup  |  Trackliste

Man hätte es ja fast nicht mehr geglaubt, aber die amerikanischen Vorzeige-Christenrocker STRYPER haben sich auf ihre alten Tage tatsächlich noch einmal im Original-Line-Up zusammengefunden. Nach dem eher mäßig gelungenen „Murder By Pride“ Quasi-Comebackalbum aus dem Jahr 2009 haben sie auch Ur-Bassist Timothy Gaines wieder zurück in die gottesfürchtige Arche geholt. Somit waren die Voraussetzungen für „No More Hell To Pay“ also nicht die schlechtesten, außerdem haben sich die Kalifornier massig Zeit für das neue Werk gelassen und in der Zwischenzeit nur eine Cover-CD und neu eingespielte Karriere-Retrospektive auf den Markt gebracht.

War „Murder By Pride“ wie bereits erwähnt eine mehr als fragwürdige Angelegenheit, die fast sämtliche positiven Trademarks der STRYPER-Historie außen vor gelassen hat, gelingt den ehemaligen Bienenkostümträgern mit „No More Hell To Pay“ tatsächlich eine mittlere Sensation. Warum das so ist? STRYPER haben wieder Eier bekommen und tatsächlich noch einmal die Kurve gekriegt und ein unerwartet starkes, kurzweiliges und vor allem eingängiges Werk geschaffen, das in gewissen Bereichen sogar härter denn je zuvor klingt und irgendwie für die Truppe so etwas ist, wie weiland „Painkiller“ für JUDAS PRIEST war. Diesen Opus-Magnum-Vergleich will ich jetzt aus Respekt für die starken STRYPER-Frühwerke („Soldiers Under Command“, „To Hell With The Devil“) nicht ins Unendliche strapazieren, aber Fanboys werden ihren Jesus hier mit emporgereckten Freudenfäusten huldigen.

Mit dem schmachtvollen Mid-Tempo-Stampfer „Revelation“ erfreuen Michael Sweet und Co. schon zu Beginn das AOR-Herz, der Titeltrack und das flotte „Saved By Love“ (das tatsächlich nach 1985 klingt!) erhöhen die Qualität sogar, erst das etwas zu propagandistische „Jesus Is Just Alright“ lässt die Galle etwas ansäuern. Doch Überraschung – der Großteil der weiteren Songs hat tatsächlich 1A-Güte. Sei es die filigrane Ballade „The One“, das riffgewaltige „Marching Into Battle“, die Ohrenwühler-Hymne „Sticks And Stones“ oder die superben Straight-Ahead-Rocker in der Albumendphase („Water Into Wine“, „Sympathy“, „Renewed“) – hier gibt es wirklich Songs mit Hirn und Herz zu bestaunen. Außerdem passt auch die Produktion wie Arsch auf Eimer und Michael Sweet’s Stimme war schon seit mehr als 20 Jahren nicht mehr so kräftig. Ganz große Sensation, dieses gute Stück – bitte weiter so!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (29.10.2013)

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