Bad Religion - Christmas Songs

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VÖ: 25.10.2013
Bandinfo: BAD RELIGION
Genre: Punk Rock
Label: Epitaph Records
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Lineup  |  Trackliste

Nach dem bärenstarken "True North"-Album und der dazugehörigen Tour (zum Livereport) legen die US-Punkrocklegenden den Fans noch ein Weihnachtsalbum auf den Gabentisch. Gleich vorweg sei die Frage beantwortet, ob BAD RELIGION das dürfen. In beliebter und bester Weihnachtstradition einfach ein Album veröffentlichen, was ja dem Grunde nach sowieso nach Sell-Out und Popkitsch klingt. Ja, die Punkrocklegenden dürfen das, zumal die Erlöse aus dem Album zu 20% zugunsten Opfern von Mißbrauch durch Kirchenvertreter verwendet werden. Das Foto vom Albumcover, das in berührender Weise einen glücklichen Nachkriegsjungen mit seinen neuen Schuhen abbildet, stammt übrigens von einem Österreicher.

Sehr lässig fetzt "Hark! The Herald Angels Sing" samt coolem Intro daher und auch die beiden "O"-Songs flocken beschwingt und im Hinblick auf die Ankunft des katholischen Erlösers fröhlich gestimmt aus der heimischen Stereoanlage. Kitschig wird es bei "White Christmas" und dem Stakkato-Riffer (welch herrliche Beschreibung in Verbindung mit diesem Stück) "Little Drummer Boy", aber nach einigen Glühweinen oder Pünschen in der Figur liegen sich sowieso alle glückselig in den Armen und stimmen mit gerröteten Bäckchen und glasigen Augen ins Gebrüll mit ein, also was soll´s? "What Child Is This?" verläuft dann wieder in geordneteren Punkrockbahnen und auch bei "Angels We Have Heard On High" darf wieder munter drauflos gebrettert und geschmettert ("Glooooooria...In Excelsis Deo!") werden.

Um die 19 Minuten-Grenze zu knacken, packte man schließlich noch den "Recipe For Hate"-Classic "American Jesus" drauf, der im "Andy Wallace"-Mix voluminöser und moderner tönt und vermutlich wegen des Jesus-Konnexes draufgepackt wurde. Doch heiligt bei "Christmas Songs" nicht nur der (gute) Zweck die Mittel, auch sound- und songtechnisch ist alles im grünen Bereich, die traditionellen Weihnachtsschinken wurden in bekannter Bandmanier flott und mit viel Sinn für Harmonien, Chöre und Melodien inszeniert. Was also sollte den qualitätsbewußten Punkrocker und auch andere Hart-Sound-Fans davon abhalten, hier zuzugreifen? Für Fans der Band ist der Dreher ohnehin ein Must-Have! Der Preis für das Produkt sollte jedenfalls die geringe Spielzeit berücksichtigen.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Thomas Patsch (04.11.2013)

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