Wir haben's für euch angehört: CHILDREN OF BODOM "Relentless Reckless Forever"

Text: berni
Veröffentlicht am 28.01.2011

Als wir vergangene Woche unser Exemplar des neuen CHILDREN OF BODOM Wurfs "Relentless Reckless Forever" bekamen war die Aufregung groß. Waren wir doch eines der wenigen Zines international das als erstes eine persönliche Scheibe des neuen Longplayers vor sich liegen hatte. Was dürfen wir erwarten? Sind COB wieder an ihre Wurzeln zurückgekehrt oder bleiben sie dem popigeren "Are You Dead Yet?" Image treu? Spekulationen über Spekulationen, dabei hätte es ein simpler Druck auf den Play Knopf unserer Jukebox auch getan...

01. Not My Funeral
Der erste Song beginnt und wir spüren, dass sich hier etwas tut. Vertraute Klänge schmiegen sich an unsere Ohrmuscheln und wir fühlen uns sofort in das Jahr 2003 zurückversetzt. "Sixpounder", der Klassiker des "Hate Crew Deathroll" Releases in neuer Form, mit knackigen Gitarren und gewohntem bodom'schen Soundschemata mit Keyboarduntermalung.
Natürlich beweist Wildchild Alexi, dass er seine Solis immer noch drauf hat und verteidigt seinen Ruf als Santana der Metalbranche.

02. Shovel Knockout
Peng! Voll in die Fresse. Macht es der Titel aus oder kann man sich tatsächlich hineinversetzen wie es sich anfühlen muss, wenn man mit einer Schaufel eine drübergescheuert bekommt? Track Zwo kommt düster angestapft und Henkka lässt den Bass beben. Nach kurzer Zeit bleckt das Baby seine Zähne und beweist, dass sein unschuldiges Erscheinungsbild trügt. Die Kinder aus Espoo Kombinieren ihren typischen Klang mit dicken Thrash Elementen.

03. Roundtrip To Hell And Back
Fans von "Are You Dead Yet?" kommen bei diesem Rundflug in die Hölle vollends auf ihre Kosten und werden sich in die Zeit der "Chaos Ridden Years" zurückversetzt fühlen.

04. Pussyfoot Miss Suicide
Ähnlich wie bei "Shovel Knockout" wird hier viel Platz fürs Thrashen eingeräumt. Dazu gesellen sich corige Anleihen und jede Menge Breakdowns. Ein durchwegs alt-ehrwürdiger Song der mit dem hörbar frischen, neuen CHILDREN Klang vollgetankt wurde. Schmiert die Nackenmuskulatur, hier kann abgeschädelt werden!

05. Relentless, Reckless Forever
Der Titeltrack erweist sich ebenfalls als Thrashmonster und die Jungs scheinen ein neues Spielzeug gefunden zu haben. Eine rasante Nummer, die sich perfekt in dieses neue Album einreiht. Klaro, Titeltrack eben ;)

06. Ugly
Ein ganz alter COB Schmäh feiert auf dieser Scheibe ebenfalls sein Revival, nämlich das Abspielen von Zitaten, Soundsamplen oder ähnlichem aus Filmen. Beginnen tut dieser "schirche" Song nämlich mit solch Einem, und der Track beweist, dass man nicht nach dem Aussehen urteilen sollte. Vertieft man sich in die Art und Weise mit der Alexi seinen Gesang steuert, kommen Parallelen zu "Living Dead Beat" auf, aber natürlich mit den neuen, härteren Gitarren und nie zu aufdringlich wirkender Doublebass Schlagzeugtechnik.

07. Cry Of The Nihilist
Was gibt es zu diesem "Nichts" zu sagen? Kommt an "Relentless, Reckless Forever" ran und entpuppt sich auch wieder als Gekloppe. Dazu kommt ein fast schon Hard Rockiger Background-Vibe und wieder ist der Song vorbei, ohne dass nur der Gedanke an Langeweile aufkommt.

08. Was It Worth It?
Diese Nummer kursierte ja bereits vorab im Internet und man konnte sich ein Bild der wiedergeborenen CHILDREN OF BODOM machen. Hier ist der neue Sound sehr gut zu erleben, wobei der Track beinahe schon totgespielt ist, und neben dem kompletten Machtwerk an Glanz verloren hat. Dennoch eine gelungene Nummer mit Mitgröhl-Garantie!

09. Northpole Throwdown
Letzter (offizieller) Punkt auf dem Speiseplan ist dieses rohe Stück Fleisch! Der Throwdown wird blutig roh serviert, und mit Gitarren Soli, Keyboardinterludes und Drum-Attacken verfeinert.

10. Party All The Time (EDDIE MURPHY Cover)
Dieser Bonus Track spricht für sich. COB haben ja mit ihren Cover Alben bewiesen, dass sie die genialsten Metal Coversongs schreiben und so ist auch dieser EDDIE MURPHY Klon wieder eindeutig gelungen. Vielleicht gibt es ja bald wieder eine Complilation a la "Skeletons In The Closet"


Fazit: Wenn das neue Flaggschiff ab März in unseren Häfen einläuft, werden alle ihre Freude haben. Klassischer Old-School Style mit modernen AYDY? Elementen steht den Herren sehr gut und "Relentless Reckless Forever" stellt eine geniale Fusion dar. Hardcore-Groupies sowie COB-Frischlinge werden gleichermaßen ihren Emotionen freien Lauf lassen. Tränen sind unerwünscht und gar nicht Metal, so sehr dieses Teil auch dazu anregen mag.
Das weitläufige Meer des Melodic Death Metals ist voll mit Fischen aber mit dieser Scheibe bekommt die Natur endlich wieder eine seltene Spezies spendiert!

Das komplette Review gibt es ab Mitte Februar zu lesen. Live wollen uns die Finnen ihren Neuling auch vorstellen:
Die Wiener haben am 28. April in der Arena die Gelegenheit dazu, und einen Tag später wird der Posthof Linz beehrt.
Tickets für beide Veranstaltungen gibt es bei oeticket.com


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