VORGEHÖRT - VICIOUS RUMORS „Razorback Killers“

Text: Reini
Veröffentlicht am 04.02.2011

Wenn es im Metal Business wirkliche Pechvögel gibt, dann gehören VICIOUS RUMORS mit Sicherheit dazu. Seit mittlerweile unglaubichen 31 (!!) Jahren hat Mastermind Geoff Thorpe die Zügel fest in der Hand und just als die Karriere der Band mit Ausnahmesänger Carl Albert stetig bergauf ging, verunglückte der Ausnahmevocalist bei einem Autounfall.

Dann kam ein Brian O'Connor, kurz ein gewisser Morgan Thorn, aber erst James Rivera konnte VR samt einem wirklich geilen „Warball“ Album aus der Gosse ziehen. Dumm nur, dass die damalige Plattenfirma der Kalifornier (Mascot Records) keinen Finger krum machte um dieses wirklich coole Album zu promoten.

Well, der Rest ist Geschichte, Rivera und Thorpe gingen sich irgendwann an die Gurgel, und es war – wieder einmal – Sängersuche angesagt für Geoff Thorpe.

Durch einen glücklichen Umstand fand Thorpe ex-Wild Dogs, Last Empire, Malice Fronter Brian Allen, der - wie er selbst meint - beste VICIOUS RUMORS Sänger seit Carl Albert.

Nun gut, ob dies wirklich stimmt und ob VR mit Unterstützung ihrer neuen Plattenfirma – SPV/Steamhammer – zu erneuten Höhenflügen wird ansetzen können, erfährt ihr hier und jetzt, wenn es heißt:

STORMBRINGER präsentiert VORGEHÖRT - VICIOUS RUMORS „Razorback Killers“:

Murderball

Der Opener mit dominierenden PRIEST Riffing a la „Painkiller“ Phase. Brian Allen überzeugt gleich von der ersten Sekunde an, der Mörderball ist ein perfekter, wuchtiger Opener und ein gewaltiger Ohrwurm obendrein, der nebst seiner Eingängigkeit auch genügend „Digital Dictator“ Flair versprüht. Mit geilem Soli von niemand geringerem als Eric Peterson (TESTAMENT) aufgewertet!

Black

Verhaltener, relativ lang rein instrumentaler Beginn, generell ein zäher, aber durch und durch interessanter Track, US Metal in Reinkultur wenn man so möchte. Gerade der geshoutete Refrain bleibt im Erstdurchgang hängen.

Razorblack Blade

Bereits auf der Europa Tour mit CIRCLE II CIRCLE im Herbst 2010 live vorgestellt, der Highspeed Kracher auf dem Album, spitze Screams von Brian Allen inklusive und wieder eine mehr als dezente JUDAS PRIEST Ähnlichkeit vom Arrangement her.

Blood Stained Sunday

Halbballadesk gen Anfang, bevor zuerst einmal ausgiebig der Gitarren gefrönt wird, erst nach ca. 90 Sekunden, gleichzeitig mit vermehrter Geschwindigkeit, kommt Mr. Allen ins Spiel. Diesmal sogar mit wirklich spitzen Screams, so spitz, dass ein Rob Halford davon heutzutage nur mehr träumen kann. Der Refrain ist aber wieder gemäßigter, verhallt aber irgendwie schön lange im Oberstübchen.

Pearl of Wisdom

Über nicht ganz sieben Minuten wälzen sich die Perlen der Weisheit dahin. Auffällig, dass auch dieser Track zuerst mit einem langen Instrumentalen Vorspiel aufwartet und Brian Allen zu Beginn seiner Vokalarbeit mit tiefer, bedrohlicher Stimme antanzt. Der Track bleibt bedrohlich, irgendwie von den Gitarren her ziemlich verspielt, aber der richtige Höhepunkt geht mir ein wenig ab.

All I Want Is You

Zu Beginn klingt das Teil echt wie einer der DD Songs von 88 – „Lady took a Chance“ könnte hier mehr als Pate gestanden haben. Im weiteren Verlauf fällt gerade bei manchen Riffs auch ein leichter old-school ICED EARTH Einschlag auf. Gipfelt in einem für VR so typischen, so heißgeliebten, ja fast unsterblichen Refrain. Große Klasse, neben dem Opener und dem de-facto Titeltrack das dritte ganz große Highlight!

Axe to Grind

Nein kein JINGO DE LUNCH Track, sondern ein straighter VR Banger, der zu Beginn ziemlich ansonsten mehr als leidlich Geschwindigkeit aufnimmt. Im Refrain hapert es zwar ein wenig, dennoch gediegene US Stahlkunst liebe Leute.

Let the Garden Burn

Anfangs dachte ich ja echt hier wäre eine Kreuzung aus TWISTED SISTER und MANOWAR am Start, inklusive „hey hey hey“ Shoutchören von ca. 700 Personen. Stampfmetal ohne Wenn und Aber mit ebensolchem Texten. Bin mir nach wie vor nicht sicher, ob ich so etwas auf einem VR Album hören möchte, jene Band, die man sonst immer für ihre Fragilität zu schätzen weiß.

Rite of Devastation

Herrliche Shred-Duelle zu Beginn, das galoppierende Schlagzeug von Larry Howe dazu, nachdem Allen’s Stimme einsetzt wird es flotter und progressiver, der Wechsel galoppierend und flott-progressiv zieht sich durch den kompletten Song, der im Refrain sogar ein wenig mit veränderten Vocals von Brian Allen herumspielt.

Deal with the Devil

Der längste Track (07:03) zum Schluss, verspielt, aber eingängig, wieder knietief in der eigenen Vergangenheit versunken gibt sich „Deal with the Devil“ als großartiger Rauskicker, der noch einmal alle Tugenden dieser so sympathischen Band in sich vereint.

Fazit: “Razorback Killers” ist ein erneutes bärenstarkes Album aus der Hand von Geoff Thorpe geworden. Nebst der kompositorischen Klasse des Altmeisters sticht sicher Neo-Sänger Brian Allen am meisten hervor, der Typ könnte ob dieser Ausnahmeleistung tatsächlich in die ehrwürdigen Fußstapfen eines Carl Albert hüpfen.


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