VORGEHÖRT - SYMPHONY X "Iconoclast"

Text: Chrissie
Veröffentlicht am 23.05.2011

Es ist mir vergönnt schon vorher hineinhören zu dürfen und ich freue mich darüber, sind die Herrschaften aus den Vereinigten Staaten doch Vorreiter und Vorbild vieler Bands und Musiker, wenn es um Prog- und Powermetal geht. SYMPHONY X Klone schießen immer noch wie Pilze aus dem Boden, allerdings braucht es schon sehr viel Können, um an das Original heran zu kommen.
Jetzt aber schnell den Player an und was ich dabei zu hören bekomme, gebe ich auf direktem Weg an unsere Leser weiter.


Iconoclast

Der über 10 Minuten lange Titelsong fängt gleich mit einem Paukenschlag an, gefolgt von einem dieser für Michael Romeo typischen Einstiegsriffs um dann in einen mitreißenden Chorus überzugehen. Oh ja, es sind durchaus sehr vertraute Töne, die einem da schon gleich aus den Boxen entgegen kommen. Immer wieder wechseln sich Riffs mit Gesangs- und Choruspassagen ab. Auch Sir Allen Russel hat nichts von seiner Stimmgewalt verloren und so donnert er denn ins Mikrofon "We are strong, we will stand and fight"...yeahhhh, ein grandioser Auftakt!


The End Of Innocence

Rasante Keyboardklänge leiten dieses Lied ein, welches zugleich die Singleauskoppelung des Albums ist. Im letzten Drittel des Songs legt Michael Romeo ein Klasse Gitarrensolo hin. Ein sehr kraftvoller, eingängiger Song, den ihr euch im Video anhören könnt.



Dehumanized

Dieser Song ist eindeutig progressiver angehaucht als die anderen beiden davor. Schnelle Rhythmuswechsel fordern den Hörer, überfordern aber nicht, wobei das Tempo des Liedes insgesamt etwas niedriger ist. In diesem Lied schwingt eine ungeheure Dramatik, um nicht zu sagen unterschwellige Aggression mit.


Bastards Of The Machine

Wieder ein schnelleres Lied, mehr im Powermetal anzusiedeln, mit einem herrlichen Keyboardsolo in der Mitte und so ein paar Momenten in denen man auch die Fäuste in die Luft reckt, geht es schließlich gegen die "Bastarde der Maschine"...oder am Ende gegen uns selbst?

Heretic
Auch dieser Song lädt gleich von Anfang an zu verstärktem Kopfnicken ein und wenn Allen Russel hier seine rauhe Stimme einsetzt bleibt einem nur noch ein begeistertes WAW und bei dem virtuosen Gitarrenspiel ertappt man sich dabei, die Luftaxt zu schwingen. Eins der härteren Lieder auf dem Album.

Children Of A Faceless God

Obwohl die Gesangslinie hier melodiöser ist, ist der Song rhythmusbetonter, Bass und Drums kommen so richtig zur Geltung.

Electric Messiah

Nicht sehr elektronisch hört sich dieser Song über den "Electric Messiah" an, der befreien soll...was ironisch gemeint ist. Hier kommt das Thema, welches sich durch das Album wie ein roter Faden zieht, nämlich die Vereinnahmung des Menschen durch die Technik, zu einer Art Höhepunkt

Prometheus (I Am Alive)

Hier wird die Kraft, um die es in diesem Lied geht, mit jedem Ton vermittelt, sei es stimmlich oder instrumental, dieses Vermitteln um die Power in einem Menschen und der Aufschrei "I Am Alive" wurde kompositorisch sehr eindrucksvoll gelöst.

When All Is Lost

Hach ja, ich schmelze dahin bei den ersten Tönen. Hier ist er, der traumhafte Song, ganz zum Schluss und hier kommt der sanfte und klare Part von Allen Russels Stimme zum tragen, begleitet von Pianomelodien und manchmal im Wettstreit mit der harten Gitarre. Damit man nicht ganz im Schmachten versinkt und die Spannung im Song bestehen bleibt, kriegt man auch hier schnellere Passagen geboten. Das letzte Lied ist zugleich das zweitlängste Lied dieses Albums und ist der passende Abschluss dieser Scheibe.


Nun ist der letzte Ton verklungen, ja hier kann man wirklich verklungen sagen, und ich schwebe noch so ein bisschen, ob der Eindrücke. SYMPHONY X haben mit "Iconoclast" wieder ein Meisterwerk geschaffen, das stellenweise Gänsehaut verursacht oder wahnsinnig mitreißend ist. So wünsche ich mir ein Album und so muss Musik sein...denn Musik ist nicht nur Technik und spielerisches Können, Musik ist Gefühl und genau das transportiert diese Band mit großen künstlerischen Fähigkeiten und deshalb gibt es zwar viele Nachahmer, aber das Original wird keiner toppen.


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