BLAZE BAYLEY live in New York City

Veröffentlicht am 09.11.2011

Trotz einiger stilprägenden Bands wie DREAM THEATER, ANTHRAX, TYPE 0 NEGATIVE oder OVERKILL gilt New York nicht unbedingt als eine Hochburg des Heavy Metal. So war es auch nicht weiter verwunderlich, dass sich am 30. Oktober gerade mal an die hundert Headbanger in den legendären B.B. King Blues Club & Grill am schillernden Times Square einfanden, um BLAZE BAYLEY live zu erleben. BLAZE gehört wohl zu den umstrittensten Sänger der britischen Heavy Metal Legende IRON MAIDEN, nachdem er 1994 Bruce Dickinson ersetzte und auf den zwiespältig angenommenen Alben „The X Factor“ (1995) und „Virtual XI“ (1998) zu hören war. Davor konnte er mit, den inzwischen wieder reaktivierten, WOLFSBANE hauptsächlich in England einige Achtungserfolge feiern. Doch vor allem mit seinen ersten Soloalben unter dem Banner BLAZE setzte er international einige starke Akzente, die auch von vielen skeptischen IRON MAIDEN Fans anerkannt wurden. Doch begeben wir uns wieder die Gegenwart: BLAZE BAYLEY hat sich trotz einiger schwerer Schicksalsschläge immer wieder aufgerappelt und tourt nun fleißig über den Globus. Im B.B. King Blues Club & Grill angekommen, verstört den europäischen Konzertgeher erst einmal die Wahl, ob man an einem Tisch sitzen will oder es sich in der Standing Area gemütlich machen will. Sitzend und bei wässrigem Light Bier Cheeseburger mampfend eine Metal Show anzusehen ist NICHT Metal – deshalb begibt sich der pflichtbewusste Fan natürlich gleich direkt vor die Bühne, wo sich soeben CREATION’S END, die erste Band des Abends, redlich Mühe gibt, die wenigen Leute von ihrem progressiv angehauchten Power Metal zu überzeugen. Die Übung gelingt zwar nicht vollends, dennoch hat man schon weitaus schlechtere Supports erlebt. Wie zum Beispiel MAN THE DESTROYER, die danach folgen. Ein wirrer Mix aus Nu Metal, US Punk Rock und klassischem Stoff, der von einem peinlich agierenden Sänger, der abwechselnd schreit und schief singt vollends in ein Desaster geführt wird. Zur Verwunderung vieler fungiert aber die Instrumentalabteilung von MAN THE DESTROYER nachher als Backing Band für BLAZE BAYLEY himself – was sie eigentlich gar nicht so schlecht macht. Nur über einige gefinkelte Basslinien vom IRON MAIDEN Mastermind Steve Harris schummelt man sich mehr schlecht als recht drüber.

Als BLAZE BAYLEY, verstärkt mit einem zusätzlichen Gitarristen, nun endlich die Bühne stürmt kommt zum ersten Mal Bewegung und Begeisterung im Publikum auf. BLAZE gibt alles und kümmert sich einen Dreck darum, ob nun tausende oder, wie in diesem Fall, hundert Fans vor der Bühne stehen. Neben vielen Songs aus seiner MAIDEN Phase wie „Lord Of The Flies“, „Futureal“ oder der frenetisch umjubelte Epos „The Clansman“ überzeugen auch seine Soloklassiker wie „The Launch“ und „Kill And Destroy“ sowie einige WOLFSBANE Songs. BLAZE gibt sich als den selbstbetitelten „Heavy Metal Motherfucker“ ohne Starallüren, verzichtet auf das übliche Zugabenspiel und bleibt gleich auf der Bühne, um die letzten Songs abzufeuern. Danach geht’s direkt an die Bar, wo BLAZE sich bereitwillig fotografieren lässt, Hände schüttelt, Autogramme schreibt, Small Talk führt und sich bei jedem einzelnen für den Support bedankt. BLAZE BAYLEY ist ein Vollblutmusiker, der jede Sekunde auf der Bühne genießt und authentisch wirkt. Man merkt seine Liebe zur Musik und die Dankbarkeit gegenüber dem Publikum, nach so langer Zeit noch immer in diesem harten Business zu bestehen – auch wenn er inzwischen weitaus kleinere Brötchen backen muss, als es bei seiner Zeit mit IRON MAIDEN der Fall war. Dieses Konzert war einer der ehrlichsten und energiegeladensten Lehrstunden in Sachen Metal, die man je miterleben durfte. Wünschen wir dem sympathischen BLAZE noch viele weitere Jahre im Metal Business und möge er in Zukunft wieder mehr Aufmerksamkeit bekommen – verdient hätte er es sich allemal.

SETLIST:
1. The Brave
2. Futureal
3. Lord of the Flies
4. When Two Worlds Collide
5. Voices From the Past
6. The Launch
7. Steel
8. Killing Machine
9. Virus
10. Look for the Truth
11. Kill and Destroy
12. Blood and Belief
13. Man on the Edge
14. Manhunt
15. Robot
16. The Clansman
17. Stare at the Sun
18. I Like it Hot


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