TRIVIUM - Meet & Greet & Eat

Veröffentlicht am 14.11.2011

Die fröhliche Runde komplettierten dann noch Promoter Chris Tresper und meine Wenigkeit. Im traditionsreichen Lokal "Amon" wurden dann einige Schmankerl der gutbürgerlichen österreichischen Küche aufgetragen. Matt entschied sich für die Selbstbedienung-Variante und orderte von allem was ihm interessant erschien einen Teller - für alle Anwesenden selbstverständlich, und nicht ohne vorher das Einverständnis der bereits hungrigen Runde einzuholen.
Wer sich mit TRIVIUM schon länger auseinander setzt, wird sicherlich auch schon mal auf Matt's Blog gestoßen sein (http://matthewkiichiheafy.tumblr.com/), in dem er sich unter anderem ausgiebig mit Speisen aus aller Welt auseinander setzt. Der gute Mann kommt ja viel herum auf dem Globus und ist ein ausgewiesener Feinschmecker, der gerne auch mal neues entdeckt.
So hat er an diesem Abend scheinbar zum ersten mal ein richtig deftiges Gulasch gegessen, den Zwiebelrostbraten heiliggesprochen, dafür aber den Tafelspitz nicht so sehr beachtet. Beim opulenten Nachspeisenteller hatten es ihm vor allem die Maroni-Spaghetti angetan ("I've never seen anything like that before!"). Und natürlich wurden sämtliche Speisen fototechnisch zur Nachbereitung im Internet festgehalten - vor dem Verzehr versteht sich.

Unsere glücklichen Gewinner Julia, Nicole, Mario und Alexander konnten sich nebenbei natürlich ausführlich mit ihrem Idol unterhalten, diverse Devotionalien zur Unterschrift vorlegen, ausgiebigst Bilder mit Matt machen, der sich dafür auch die nötige Zeit nahm. Überhaupt ist der auf der Bühne ansonsten sehr agile Gitarrist und Sänger privat ein relativ ruhiger, umgänglicher Zeitgenosse, an allem interessiert, freundlich und weltoffen. Auf die Tatsache angesprochen, dass er ja nicht gerade ein Schwergewicht sei bei den Mengen an Lebensmitteln, die er im Laufe des Dinners so in sich hinein schaufelt, meinte er nur lapidar "well, you know... i do Yoga".
Ja, nee, iss klar.
Nachdem wir im entspannten Smalltalk Matt noch ein paar deutsche Vokabeln für seine Ansagen antrainiert haben, und der Bursche uns von seinem Hund, der Beziehung zu seinem Gitarren-Mentor John Petrucci, den Essensgewohnheiten der restlichen Band und von seinen Kumpels MACHINE HEAD erzählt hatte, rief dann auch schon wieder die Pflicht: Die Kollegen von TRIVIUM warteten bereits beim Soundcheck, und so verfrachteten wir unsere vollgestopften Wenigkeiten flugs in die nahegelegene Arena.

Dort dürfen SEEDS OF BLOOD aus dem Burgenland heute den Opener spielen und nützen ihre Chance recht gut, haben offensichtlich auch einen ganzen Schub an Fans und Freunden mitgebracht. So richtig zünden will der eigenwillige Mischmasch aus Death-Core mit Grind-Geschrei aber nicht - weder bei mir noch beim Großteil der inzwischen anwesenden TRIVIUM-Fans. Aber wie angenehm ist es zur Abwechslung mal, bloß eine Band abwarten zu müssen bis zum Haupt-Act? Vor allem auch deswegen, weil Montag ist und scheinbar eine Menge Leute aus den angrenzenden Nachbarländern angereist sind. Noch dazu bekommt eine einheimische Band die Chance, vor einer "großen" Band auf der Bühne zu stehen, sehr löblich.
Dass Matt Heafy heute - nicht nur aufgrund des opulenten Dinners - bestens gelaunt ist, wussten wir ja bereits. Aber dass TRIVIUM vom ersten Akkord des Openers "In Waves" weg dermaßen abgehen würden, hätten wir dann auch nicht erwartet. Das eineinhalbstündige Programm mit sowohl vielen ganz alten als auch einigen ganz neuen Sachen riss die gesamte, fast ausverkaufte Halle zu Beifallsstürmen hin, jeder hat die Refrains mitgesungen, und das Zusammenspiel in der Band war noch nie so tight und trotzdem relativ ungezwungen. Matt, Corey, Paolo und Nick (der das erste Mal überhaupt in Österreich ist) sind sichtlich gerührt von so viel Zuspruch, geben 150 Prozent und Mister Heafy fordert das Publikum mehrere Male dazu auf, sich selbst zu applaudieren.

Drummer Nick Augusto arbeitet wie eine präzise getunte Dampfmaschine im Hintergrund, die abwechselnden Soli von Matt und Corey sind einfach nicht von dieser Welt und sorgen für offene Münder - alles mit einer selbstverständlichen Leichtigkeit dargeboten, die ich bei vielen Acts heutzutage vermisse. Der Schwerpunkt liegt neben dem aktuellen Album "In Waves" auf dem 2005er-Werk "Ascendancy", was vor allem die Oldschool-Fans freut. Nach 16 Songs am Stück auf diesem Energielevel ist dann auch keiner wirklich böse, dass TRIVIUM nicht noch extra für Zugaben auf die Bühne kommen. Übertreibe ich, wenn ich sage, dass dieser Abend dem anwesenden Publikum, aber erst recht der Band selber noch lange in Erinnerung bleiben wird?
Ich denke nicht.

(Spezieller Dank geht an André Preiser von Moremetal und Alexander Ziegler für die zur Verfügung gestellten Fotos!)


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