ECLIPTICA - Track-by-Track Analyse des neuen Albums "Journey Saturnine"

Veröffentlicht am 15.01.2012

1. Intro

Los geht es zunächst mit einem atmosphärischen, spacigen Intro das natürlich in dieser Form sehr gut zum Stil des Coverartworks und Titel des Albums passt.

2. Journey Saturnine

Den eigentlichen Album-Opener stellt dann zugleich der Titeltrack dar, und gleich bei den ersten Tönen überzeugt die diesmal deutlich klarere und transparentere Produktion im Vergleich zum Vorgänger "Impetus". Die Drums klingen weitaus lebendiger, auch am Gitarrensound haben ECLIPTICA zugelegt. Weiterhin erstklassig natürlich der Gesang von Fronter Tom Tieber, wenn auch die Wahl genau dieses Songs als Opener vielleicht nicht unbedingt die beste war, prescht der Track doch für die Band ungewohnt heftig und thrashig aus den Boxen, und kann nicht so sehr mit eingängigen Chören punkten wie viele andere Songs der Band.

3. Fire! Burn!

Schon deutlicher an das von "Impetus" bekannte Songwriting von Markus Winkler erinnert dann das folgende "Fire! Burn!", bei dem der wiedergekehrte Alexander Mayer am Bass erstmals mit heftigen Growl-Einlagen im Chorus für hochgezogene Augenbrauen sorgt - ein durchaus neues Element im Sound von ECLIPTICA, die sich auf ihrem neuen Album ja doch in beinahe gänzlich neuer Formation präsentieren. Die Frischzellenkur hat aber keinesfalls geschadet, wie dieser Song beweist.

4. Love & Misery

Bereits als erste Singleauskopplung bekannt rockt das folgende "Love & Misery" weitaus geradliniger und mit deutlicher Melodic Rock-Schlagseite nach vorne los, und erinnert mehr als nur ein bisschen an Outputs von Achtziger-Helden wie den SCORPIONS oder JOURNEY. Sehr stark hier das Intro-Solo von Neuzugang Van Alen, der seit dem Ausstieg von Bernie Scholz den Platz des Leadgitarristen innehat. Gut zur Geltung kommen in diesem Track auch die Vocals von Neo-Sängerin Sandra, welche mit rauchigem Rock'n'Roll-Timbre einen guten Konterpunkt zu den doch sehr klaren Gesangspassagen von Fronter Tom bilden. Eine gute Wahl als Single!

5. Dreamland

In eine andere Kerbe schlägt "Dreamland" - ein sehr melodischer, eher positiv gestimmter Song mit überraschenden Akustik-Gitarreneinlagen im Verse. Einer meiner persönlichen Favoriten des Albums!

6. Blackened Day

Einen Tick heftiger geht's dann wieder bei "Blackened Day" zu, einer Nummer zwar mit wenig Überraschungen im Songwriting, die sich dafür aber umso besser schon desöfteren im Liveeinsatz bewährt hat und mit tollem Gitarren-Solo punkten kann.

7. Ready For A Ride

Ebenso haben ECLIPTICA schon die Livequalitäten von "Ready For A Ride" wiederholt präsentiert, und abgesehen vom höchst eingängigen Chorus kann vor allem der QUEEN-Tribute-Part mit Flamenco-Touch im Mittelteil punkten, der deutlich an das legendäre "Innuendo" der großen Band rund um den unvergesslichen Freddie Mercury erinnert.

8. Kingdom Of Heaven

Ein Highlight des Albums stellt weiters das epische "Kingdom Of Heaven" dar, das mit einem bombastischen Chor und dem für ECLIPTICA ungewöhnlichen Einsatz der düsteren und harten Growls von Basser Alexander hervorsticht. Neben "Love & Misery" wahrscheinlich jener Song, der den Sound von ECLIPTICA anno 2012 am besten zusammenfasst und wiedergibt. Definitiver Anspieltipp!

9. The Shadow

In ähnlicher Manier geht es mit "The Shadow" weiter, das ebenfalls mit großen Chören für Aufmerksamkeit sorgt. In genau diesen Momenten zeigt sich auch deutlich die Weiterentwicklung der Band sowohl musikalisch als auch auf produktionstechnischer Seite; hier haben Frank Pitter als Produzent und Jakob Grabmayer als Tonmeister in den WildOneStudios ganze Arbeit geleistet - die glasklare Produktion wird durch das wie immer exzellente Mastering von Mika Jussila (Finnvox) noch abgerundet.

10. Condition Crestfallen

Und besagter Frank Pitters hat - neben seinem Bandkollegen bei DIGNITY, Roland Navratil, der nach dem Ausstieg von Roman Klomfar als Session-Drummer für die Studioaufnahmen bei ECLIPTICA eingesprungen ist - beim folgenden Track auch einen Gastauftritt: Neben einem melodischen Intro in bester FIREWIND-Tradition liefert er sich hier auch mit Gitarrenvirtuoso Van Alen ein schmuckes Keyboard-Guitar-Duell. Das fällt natürlich besonders auf - zumal ECLIPTICA ansonsten ohne Keyboards auskommen.

11. Attitude

Das schon länger bekannte Attitude ist dann zum Abschluss noch mal ein klassischer Rocker, der erneut eine deutliche Schlagseite zum Rock'n'Roll hat, welcher einfach ein typisches Merkmal im Sound von ECLIPTICA ist.

12. Without You

Keine gute Rockband ohne Balladen - und ECLIPTICA legen nach dem grandiosen "Turn Away" vom Debütalbum auch auf "Journey Saturnine" wieder einen richtig schönen Schmachtfetzen vor. "Without You" heißt das gute Stück, das auf dem neuen Album gleichsam als Rausschmeißer dient, und passt natürlich ebenfalls hervorragend zum Konzept von ECLIPTICA: Akustische Gitarren, klassische Rock'n'Roll-Themen und Gesang im Duett von Männlein und Weiblein - hartes Rockerherz, was willst du mehr?

Fazit: ECLIPTICA bestätigen mit "Journey Saturnine" eindrucksvoll ihren Status als eine der besten Rockbands des Landes, und haben sich auch durch massive personelle Umstrukturierungen nicht aus der Umlaufbahn werfen lassen. Auch wenn vielleicht nicht jeder einzelne Song den Geschmack jedes Hörers treffen wird, so sind Material und Produktion auf "Journey Saturnine" dennoch in ihrer Gesamtheit wieder stark genug, um ECLIPTICA auf die nächste Stufe ihrer Karriere heben zu können. Interessant sicher der Einschlag einer Richtung die doch deutlich weg vom Power Metal hin zum Hard Rock führt, wobei aber die typischen Metal-Elemente, wie man sie von den bisherigen Alben der Band kennt, dennoch nicht zu kurz kommen. Bleibt nur zu hoffen, dass sie für ihr neues Album ebenfalls wieder einen Labeldeal an Land ziehen können, damit "Journey Saturnine" auch einem breiteren Publikum präsentiert werden kann. Daher: unbedingt mal reinhören!


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