STORMBRINGER and CALLEJON presents: "Blitzkreuz" - Die Track-by-Track Analyse (feat. Bastian 'BastiBasti' Sobtzick)

Text: berni
Veröffentlicht am 25.06.2012

01. Blitzkreuz (3:51)
Der Opener, ein Song, der auch der Titeltrack ist, der sich inhaltlich darum dreht sich selbst zu hinterfragen. Muss ich das tun was ich mache, unter Umständen vorgesetzt bekomme, und macht es mich auch glücklich? Grundsätzlich ist es so: Stillstand ist der Tod, das Blitzkreuz ist unser Chiffre. "Mach die Augen auf, eventuell ist da noch etwas anderes. Wir wissen ja dass du das gerne möchtest oder einen anderen Weg gehen willst."

02. Kojote U.G.L.Y. (3:24)
Gegen den Strom schwimmen. Ein autobiografischer Song, ein bisschen überspitzt von unserer Seite. Wir hatten immer Gegenwind und Kritik, haben aber nie versucht es jemandem Recht zu machen, sondern unser Ding durchzuziehen so wie wir es wollten. Wir sehen uns manchmal als der hässliche Kojote innerhalb einer großen Schafsherde. "Glanzvoll schimmert eure Mähne, unser Fell ist stumpf und hart." Wir haben nicht immer Bock darauf was uns z.B. eine Szene vorgibt und hängen uns nicht an Dogmen auf. Einen Bezug zum gleichnamigen Film gibt es übrigens nicht ;)

03. Meine Liebe (3:38)
Einer meiner liebsten Songs des ganzen Albums, der sich mit dem eigentlichen Begriff der Romantik (der Epoche) beschäftigt, nämlich dem Streben nach Höherem. Was ist es was einen antreibt? Ich sag ganz ehrlich, mich treibt die Sehnsucht an. Nach allem was ich gerne sein möchte ist das für mich das stärkste Gefühl. Ich weiß, die Deutschen an sich klappen gerne die Ohren zu wenn in einem Song die Wörter "Sehnsucht" und "Liebe" aufeinanderprallen, denn damit assoziiert man gerne gleich mal Schlager, aber es sind sehr kraftvolle Wörter und jeder der hinhört wird die Message verstehen.

04. Atlantis (5:12)
"Atlantis" ist ein sehr kritischer Song den man gut und gerne auch "politisch" nennen könnte. Es geht ganz klar um's Abschalten der Atomkraftwerke bzw. zum grundsätzlichen Atomausstieg Deutschlands. Ein sehr wütender Song. Es heißt hier auch "Unter dem Adler gibt es keinen Feuersturm." Damit wollen wir ausdrücken, dass, nur weil man es sich nicht vorstellen kann, ein AKW immer defekt sein und immer wieder etwas passieren kann. Nur aus lobbyistischen Geldgründen herrscht hier Stillstand und kommt in Diskussionen um Alternativenergie nicht voran. Als vor nem Jahr jeder Angst hatte als die Katastrophe in Fukushima passierte hatte kurzzeitig jeder Angst, jetzt ist das alles vergessen. Das kann nicht sein!

05. Vergissmeinnicht (3:42)
Ich habe überlegt was denn das Letzte ist was man sehen, erleben oder fühlen möchte bevor man bewusst stirbt. Es war ne schwierige Frage, ich habe einige Leute aus meiner Umgebung gefragt "Du weißt dass du in 5 Minuten stirbst, was würdest du denn gerne wollen oder machen?" und alle haben unabhängig von einander geantwortet, dass sie nicht vergessen werden wollen und mit ihren Liebsten reden wollen. Ich habe mir dann eine Szenerie in's Auge gerufen von einem Soldaten im ersten Weltkrieg der im Schützengraben einen Abschiedsbrief an seine Geliebte zu Hause schreibt, mit dem Wissen, dass es jeden Moment für ihn zu Ende sein könnte. Das ganze ist in sehr metaphorischen Bildern gehalten und wenn man sich mit der Thematik auseinandersetzt kann man da schon Parallelen zu Vergangenheit und dem Song ausmachen.

06. Porn From Spain 2 (feat. K.I.Z., Mille (KREATOR) & Sebastian MADSEN) (3:43)
Dick, dicker, am dicksten. Was soll man dazu sagen? Wir wussten, dass es an der Zeit war einen zweiten Teil zu "Porn From Spain" zu machen. Grundsätzlich wollten wir einfach wieder was mit K.I.Z. zusammen machen, dass daraus dann wirklich der Titel "Teil 2" entsteht war nicht beabsichtigt. Mit Mille von KREATOR habe ich schon zuvor über ein Feature nachgedacht, auch der fand das megawitzig. Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen haben wir dann auch noch den Sebastian von MADSEN gefragt ob er mitmachen will und raus kam eine total verrückte, genreübergreifende, Konstellation. Das finde ich großartig, alleine das ist schon super und zeigt, dass hier die Genres durchaus auch zusammenarbeiten können. Im Song selbst wird grundsätzlich mal alles durch den Kakao gezogen was momentan in den Charts platziert ist, oder worüber sich auch der ein oder andere von uns schon ein wenig echauffiert hat. Ich für meinen Teil habe z.B. viele Textsequenzen aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt. Wenn die US-Rapper beispielsweise singen "Yeah Baby, c'mon, take a ride on my discostick" und wir haben daraus das "Wollt ihr nen Ritt auf meinem Discostick" gemacht. Hahaha! (lacht)
Damit wollen wir auch zeigen dass viele von den Texten dieser Superstars durchaus auch ganz schön blöde und nicht besonders geistreich sind. Deutsche Texte werden gerne zerlegt und wenn englische Texte dick produziert werden hinterfragt es niemand. Der Song ist eine fette Medienkritik aber mit ganz ganz viel Augenzwinkern ;)

07. Bevor du gehst (3:57)
Ein sehr persönlicher Song über jemanden der gestorben ist.

08. Polar (4:13)
"Polar" würde ich fast als den ungewöhnlichsten CALLEJON-Song beschreiben. Gar nicht von der Instrumentierung und den Arrangements sondern vielmehr im Flow und wie er entstanden ist. An dem Song hat auch unser neuer Gitarrist Kotsche mitgeschrieben und inhaltlich sagt der Song aus, dass es egal ist wie Scheiße deine momentane Lage ist, du weitergehen sollst. "Schnee, Weiß, Blind und doch gehn' wir weiter."

09. Was bleibt seid ihr (3:41)
Eine Liebeserklärung an die besten Fans der Welt. Der Song von uns für die Fans, die Hymne, mit einem unfassbar übertriebenen, krassen, Gitarrensolo. Als der Song begann haben wir da ein Solo angesetzt und gemeint es muss noch krasser werden und noch übertriebener klingen und auch einen Gitarrenvirtuosen im Publikum dazu bringen soll wild Luftgitarre zu spielen. Der Bernhard und der Kotsche haben es zusammen erarbeitet, es kommt daher wie ein TENACIOUS D-Solo, ist aber Live immer noch zu bringen. Da müssen die beiden noch üben ;) Hahaha! (lacht)

10. Bring mich fort (3:37)
Der Song behandelt eine ähnliche Thematik wie "Lass mich gehen". Du hast die Schnauze voll von allem und willst dem entfliehen. Das Ganze haben wir mit dem Bild des Meeres, der Weite des Ozeans und dem Seefahren untermalt. Auf und davon einfach. So wollten wir das Lied sogar nennen, aber so nen Song gibt's ja bereits von CASPER ;)

11. Kind im Nebel (4:29)
Tatsächlich mein Lieblingssong vom Album. Ein sehr persönlicher Song, der ein ganz besonderes Feeling umschreibt. "Wo sind all die guten Jahre hin? Ich weiß ich hab sie weggeworfen, sie kommen nie zurück." Es geht darum, dass man oft probiert besondere Momente seines Lebens Revue passieren zu lassen, sei das jetzt die Schulzeit oder die Unbekümmertheit der Kindheit. Manchmal erinnert man sich daran zurück, sehnt sich nach der "guten alten Zeit" und läuft Gefahr das mit Alkohol aufzufüllen weil man seine aktuelle Lage nicht in den Griff bekommt. Ein Song über die Vergangenheit und Momente die man nie vergessen wird und sich zurücksehnt, obwohl man weiß, dass man sie nie wieder so erleben wird.


CALLEJON-Fans aufgepasst!
Es gibt noch mehr Futter für euch:

Die Stormbringer Review zu "Blitzkreuz" gibt es hier.
Ein ausführliches "Blitzkreuz"-Interview mit Frontman BastiBasti gibt es hier.
Viel Spaß!


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