SERENITY - Track-by-Track Analyse von "War Of Ages"

Veröffentlicht am 08.02.2013

Es gibt wenige Dinge, die im Leben eines österreichischen Melodic-Metal-Fans so wichtig sind (oder zumindest sein sollten!) wie der Release eines neuen Albums von SERENITY. Die sympathischen Jungs aus (nicht nur mehr) Tirol haben es binnen weniger Jahre geschafft, auf Grund einer handvoll erstklassiger Alben zu einem der Fixsterne am europäischen Metal-Firmament heranzureifen, und schicken sich nunmehr an, im März 2013 ein weiteres Langeisen auf die Metal-Welt loszulassen.

"War Of Ages" heißt das gute Teil, und wir von Stormbringer.at durften bereits exklusiv einen ersten akustischen Blick auf das Album werfen, und möchten an dieser Stelle unsere Eindrücke in einer Track-By-Track Analyse mit euch teilen.

1. Wings Of Madness

Ein Opener, wie er im Buche des Heavy Metal besser kaum niedergeschrieben werden könnte. Nach einem kurzen, atmosphärischen Vocal-Intro von Neuzugang Clémentine Delauney als weiblichem Counterpart zu Fronter Georg Neuhauser geht der Song auch gleich in die Vollen, und überzeugt vor allem durch einen sehr eingängigen Refrain, der sicherlich zu den am schnellsten zündenden im Backkatalog von SERENITY zu zählen ist. Auch des gefühlvolle Solo von Thomas Buchberger weiß zu gefallen.

Sehr positiv fällt daneben auch gleich die Produktion auf, die einmal mehr sehr klar und transparent ausgefallen ist, dabei aber auch die teilweise überbordende Bombastik des Vorgängers "Death & Legacy" hinter sich gelassen hat, und insbesondere auch die Gefahren eines möglichen Übersteuerns gekonnt zu umschiffen weiß. Der Midtempo-Kracher ist somit auch gleich ein heißer Kandidat für eine Single-Auskopplung!

2. The Art Of War

Den klangvollen Titel von Sun Tzus kriegsphilosophischem Werk adaptiert man für den zweiten Song des Albums, und niemals war die kompositorische Affinität zu den großen Genrevorbildern von KAMELOT deutlicher als im treibenden Verse dieser knackigen Nummer. Riffing, Keyboard-Arrangement und nicht zuletzt der düstere Gesang von Georg Neuhauser könnten hier direkt aus der Feder von Thomas Youngblood stammen, und würden sich auch auf einem Album wie "Silverthorn" keineswegs schlecht machen.

Hervorzuheben ist hier auch noch der melodische Mittelpart, dessen Harmonie und Gesangslinie im Intro-Solo bereits vorweggenommen wird; ein mehr als gelungener Kunstgriff.

3. Shining Oasis

Dieser Song stellt wohl jenen dar, der stilistisch am ehesten auch noch zum "Death & Legacy"-Material gepasst hätte; insbesondere die Hookline im Chorus erinnert mehr als nur ein bisschen an "Youngest Of Widows" vom Vorgänger-Album. Davor bedient man sich aber einmal mehr in der KAMELOT-Trickkiste, und zaubert einen orientalisch-mystischen Verse aus dem Ärmel, der gekonnt zu einem schwelgerischen Refrain hinführt.

4. For Freedom's Sake

Spätestens seit dem Live-Schmachtfetzen "Fairytales" (das es übrigens auch in einer neuen Version mit Sängerin Clémentine als Bonustrack geben wird) weiß man, dass SERENITY auch ordentliche Balladen schreiben können. Dabei schlägt "For Freedom's Sake" in eine ähnliche Kerbe wie der genannte Feuerzeugvernichter, braucht aber definitiv mehr als einen Durchlauf, um wirklich mitreißen zu können. Es wird abzuwarten bleiben, ob der Song die kultigen "Feengeschichten" im Liveset ablösen kann.

5. Age Of Glory

Definitiv eines der Highlights des Albums, das mit grandiosem Chorus zur treibenden Doublebass und einer glanzvollen Einlage von Sängerin Clémentine im Mittelteil aufwarten kann. Gekonnt werden die Orchesterelemente hier eingesetzt, und einmal mehr zeigen sich darin die positiven Auswirkungen des gegenüber dem Vorgängeralbum deutlich zurückgeschraubten Bombast-Faktors.

6. Matricide

Schon desöfteren wurden in der Vergangenheit bei SERENITY Vergleiche zu den Finnen von SONATA ARCTICA laut, aber kaum ein anderer Song erinnerte je so sehr an die Truppe um Tony Kakko wie "Matricide", der mit seiner fröhlich-rhythmischen Hookline im Chorus einen interessanten Konterpunkt zu den sehr düsteren Lyrics setzt.

Hervorzuheben sind hier auch die mehrstimmigen Gesänge, die durch die zusätzliche Stimme von Clémentine Delauney nochmals eine interessantere Note bekommen.

7. Symphony For The Quiet

Im Walzertakt schunkelt man sodann zu "Symphony For The Quiet" dahin, und kann - wenn man denn möchte - hie und da sogar ein bisschen Inspiration vom großen Altmeister Ludwig van B. in einzelnen Zitaten heraushören. Als Bruch dazu dient dann der groovige Mittelpart, der von schon fast brutalen Gitarren dominiert wird.

8. Tannenberg

Ein melodischer Knaller der allerersten Güteklasse ist dann "Tannenberg", das sich inhaltlich mit der gleichnamigen Schlacht zwischen dem Heer des Deutschen Ordens und einer Streitmacht des polnischen Königs und des litauischen Großfürsten beschäftigt, und der vor allem durch stimmige Leadgitarren-Arbeit von Thomas Buchberger punkten kann. Der träumerische Refrain tut dann das Seinige, um den Song gelungen abzurunden.

9. Legay Of Tudors

Mit einem an BLIND GUARDIAN gemahnenden mittelalterlichen Chor hebt diese Nummer an, die dann aber sofort in einen Uptempo-Kracher umschwenkt, der mit einem originellen Refrain-Arrangement aufwartet und als Folgetrack zum doch eher schwermütgen "Tannenberg" gut gewählt ist.

10. Royal Pain

Ein überraschend modern arrangierter Abschlusstrack, der mit den dominierenden Vocals von Sängerin Clémentine an Bands wie WITHIN TEMPTATION oder DELAIN erinnert, markiert dann das Ende des vierten Albums von SERENITY, und bietet nochmals auch textlich sehr interessantes Material - nicht nur für österreichische Fans.

Fazit

Wie eigentlich nicht anders zu erwarten bestätigen SERENITY mit "War Of Ages" ihren Status als eine der führenden Melodic Metal Bands Europas, und zeigen einmal mehr, dass echte Handwerkskunst, Beharrlichkeit und harte Arbeit immer noch das beste Rezept für Erfolg sind. Erneut verbinden SERENITY gekonnt Eingängigkeit mit musikalischem Anspruch, verzichten dabei auf unnötigen Ballast und reduzieren den auf "Death & Legacy" noch so dominanten orchestralen Bombast aufs Nötigste, und das Songmaterial damit aufs Wesentliche. Das Endergebnis kann sich mehr als sehen lassen, und auch wenn "War Of Ages" vielleicht dennoch zwei oder drei Durchläufe benötigt, um sich wirklich endgültig im Gehörgang festzukrallen, so wird es dort dennoch lange verweilen, wenn es einmal angekommen ist. Unbedingt anchecken, wenn das Album im März 2013 erscheint!


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