MASTERS OF ROCK 2015 - Tag 3 und 4

Veröffentlicht am 21.07.2015

SA, 11.07.2015

AVATAR

DIE Überraschung des Festivals schlechthin waren für mich und viele andere die Schweden von AVATAR. Noch nie von gehört, zogen sie mich gleich von Anfang an in ihren Bann. Theatralischer Beginn ohne Instrumente in einer Art Steampunk-Kleidung und -Robe und ein Fronter Johannes Eckerström, der quasi den jüngeren Bruder von Marilyn Manson verkörpert. Als dann das Inferno losging, standen wir alle mit offenen Mündern da. Feinster Schweden-Melo-Tod, der in Mark und Bein ging.

Immer wieder wurde das Publikum vom Sänger mittels seines kurzen Stockes dirigiert und animiert, was in einen grandiosen Gig kulminierte. Songtitel kann ich zwar keinen nennen, aber das war auch nicht wichtig – das Brett war so dermassen amtlich, dass ich heute noch davon schwärme. Und wenn sie das nächste Mal auch noch „True Survivor“ spielen, gibt´s von mir 6 von 5 Punkten! [-Deimon-]

CRUCIFIED BARBARA

Hach, wie schön! Mia Coldheart & Co. kamen, sahen (nur kurz) und siegten auf ganzer Linie. Das schwedische All-Female-Quartett, bei denen Basserin Ida Evileye mit stattlichem Babybauch über die Bühne fegte, hatte vom Einstieg an („Shadows“, „To Kill A Man“ und besonders mit „Everything We Need“) die Schnapsbrennerei zu Vizovice fest in ihrem Griff. Immer wieder kam der hypersympathischen, rotsgechopften Frontfrau aus dem Norden ein vor Rührung und auch Überwältigung hervorgerufenes Grinsen über die Lippen.

Dass durch die bevorstehende Geburt eines Nachwuchsrockers (oder- rockerin, wie dem auch sei), der „Motherfucker“ (fast) schon bandintern autobiographische Züge bekam ist eine ebenso nette Anekdote (Anm. der Red.: Herr Laich, bitte zum Rapport!), wie die herzzerreißenden Sympathiekundgebungen des Auditoriums vor dem Soloexkurs der hübschen Mia bei „My Heart Is Black”.

Alles in allem ein wahrer Triumphzug um halb vier am Nachmittag, wo man der Band auch den schmerzlich vermissten „True Survivor” verzeiht, einfach weil „The Crucifier” für die Stormbringer-Crew dahingehend umgetauft und selbstredend mitgegröhlt wurde. Superber Cock Rock ohne Cock (© by Deimon) [-reini-]

BLUES PILLS

“Masters of Rock, are you ready for the Blues Rock!?”

Ohne große Umschweife oder weitere Ansagen legten BLUES PILLS los und boten eine willkommene Abwechslung zum schwermetalligen Rahmenprogramm.

Stilecht mit Verstärkern und Cabinets der Marke Orange wurde feinster Bluesrock geboten, inklusive einer barfüßig auf einem extra ausgelegten Teppich tanzenden Elin Larsson am Mikro.

Und diese Sängerin hat’s drauf. “Verreiß mir bloß nicht die Elin Larsson!”, mahnte mich Kollege Reini noch vor dem Gig. Doch das zu tun wäre ein Verbrechen an der großartigen Stimme und Hingabe der Sängerin, die sichtlich mit Leib und Seele die Musik lebte und sich zwischendurch mit ihrem Tambourin oder Rasseln in eine halbe Trance tanzte. Der Rest der Band könnte dem Look nach auch direkt aus den 70ern importiert worden sein. Bassist Zack Andersons Gesicht verschwand des öfteren hinter seinen überlangen, wallenden Lockenhaaren und Dorian Sorriaux zeigte neben seinen Gitarrenkünsten, dass man Glockenhosen noch immer tragen kann. Manchmal.

Anfangs war man im Publikum noch etwas verwirrt ob der Darbietung, spätestens mit dem energiegeladenen “Bliss” überzeugten die BLUES PILLS aber alle Anwesenden. Zurecht, musikalisch gab es nichts zu meckern, bis auf vielleicht für manche die Stilrichtung. Diese nutzten die Zeit aber für eine ausgedehnte Bier und/oder Sliwowitz-Pause und warteten auf die nächste Band. Mit Jamsessions vor oder nach den Songs hielt man sich zurück, und ein Cover von TONY JOE WHITEs “Elements Of Things” durfte auch nicht fehlen. “Black Smoke”, “Little Sun”, und “Devil Man” boten den Abschluss eines sehr feinen Konzerts der Schweden, dem nur eine Coverversion von DAVID HASSELHOFFs “True Survivor” gefehlt hat. [-Herb-]

DELAIN

Deutlich mehr Publikum hatte sich für DELAIN versammelt. Poppiger, Female-Fronted Symphonic Metal findet nunmal auf einem tschechischen Rockfestival mehr Publikum als Blues Rock. Mit kaum Verzögerung legten die Niederländer mit “Mother Machine” los. Sängerin Charlotte Wessels, das tatsächliche “Gesicht” der Band, hatte das Publikum von Anfang an in der Hand, konnte mich jedoch mit ihrer diesmal etwas zu dünnen Stimme live aber nicht so richtig überzeugen. Besonders fiel dies bei “Army Of Dolls” auf, wobei das poppige “Starlight” da schon besser funktionierte.

Eine kleine Überraschung und willkommene Abwechslung in der Setlist bot das aus früherer DELAIN-Zeit stammende “The Tragedy Of The Commons”, bei dem Bassist Otto Schimmelpenninck van der Oije seine Growl-Künste beweisen durfte. DAVID HASSELHOFFs “True Survivor” blieb leider außen vor, aber mit “The Gathering” gab es nochmal was zum Mitklatschen bevor sich DELAIN nach einem soliden Gig mit etwas dünner Stimme und “We Are The Others” in den Nachmittag verabschiedeten. Pop-Metal vorbei, Zeit für KROKUS! [-Herb-]

KROKUS

Fest in schweizerischer Hand gestaltete sich der samstägliche Frühabend am Masters Of Rock 2015, denn mit KROKUS und GOTTHARD hatte man gleich zwei eidgenössische Hardrock-Giganten eingeladen. Zunächst durften aber KROKUS, angeführt von Reibeisenstimme Marc Storace ran, und zeigten dem versammelten Publikum gleich mal, wo der Hardrock-Hammer hängt.

Mit dem Bandklassiker „Long Stick Goes Boom“ legte man gleich formidabel los, überraschend folgte dann jedoch gleich mal „American Woman“ von THE WHO, ehe man dann mit „Hoodoo Woman“ ein wenig ZZ TOP-Grooves beschwor und mit „Hellraiser“ und „Winning Man“ weiterrockte, wobei bei letzterem auch noch ein bisschen das kultige James Bond-Thema angespielt wurde.

Die Band, bewaffnet gleich mit drei(!) Sechssaitern, präsentierte sich dabei in bestechend tighter Form, und zelebrierte ihren geradlinien Hardrock relativ schnörkellos, dafür mit viel oldschooligem Feeling (wunderbares Neudeutsch an dieser Stelle) und einem Mark Storace in Bestform, der mehr als einmal an den seligen Bon Scott erinnerte und die versammelten Herzen der vizovicener Hardrocker höher (aber sattelfest im Vierviertel-Takt!) schlagen ließ.

Ebenfalls überraschend war dann das abschließende Cover von „Quinn The Eskimo (The Mighty Quinn)“, dies insbesondere, als anschließend ja gleich die Landsmänner von GOTTHARD die Bühne entern sollten, und diesen Song ja bekanntermaßen auch ganz gerne mal (man lese: immer) im Liveset haben.

Rundum also eine stimmige Show der Schweizer, und ein guter Anheizer für die Dinge, die da noch kommen sollten; leider aber immer noch kein „True Survivor“ dabei. [-Dragonslayer-]

GOTTHARD

Schweiz, Klappe die Zweite: Auch GOTTHARD, nunmehr bereits seit einiger Zeit verstärkt durch Neosänger Nic Maeder, gaben sich ebenfalls mal wieder am Masters Of Rock die Ehre, und wer die Mannen um Leo Leoni kennt, der weiß, dass diese Gentlemen des Rock’n’Roll nie um eine hochklassige Show verlegen sind.

Und auch diesmal sollten GOTTHARD nicht enttäuschen: Zwar etwas flauschiger, dafür aber auch zielsicherer als zuvor noch KROKUS gehen die „Schweizer BON JOVI“ routiniert zu Werke, werfen mit „Bang!“ und „Get Up And Move On“ gleich mal zwei flotte Rocker in die Meute, ehe dann mit „Sister Moon“ schon der erste Bandklassiker folgt.

Der Sound ist klar, drückt ausreichend und auch Sänger Nic ist bestens bei Stimme – Glückwunsch, Einstand geglückt! Weiter ging’s im Programm mit GOTTHARD-Evergreens der Marke „Right On“ und „Master Of Illusion“, ehe dann mal richtig Gänsehautstimmung angesagt war bei „The Call“ und natürlich dem ebenso unvermeidbaren wie großartigen „One Life, One Soul“, das Fronter Nic Maeder verdiente Ovationen einheimst.

Ein weiteres Highlight ist dann der GOTTHARD-Comeback-Song „Remeber It’s Me“, die erste mit Nic Maeder als Sänger veröffentlichte Single der Band nach dem tragischen Unfalltod von Steve Lee, und nochmals für ein Stimmungshoch sorgt dann natürlich der Abschlussblock bestehend aus „Starlight“, dem JOE SOUTH-Cover „Hush“, dem – unter Riffzitierung diverser Genrekracher von „Whatever You Want“ von STATUS QUO bis „Black Night“ von DEEP PURPLE – eingespielten „Lift U Up“ und natürlich dem abschließenden „Anytime Anywhere“; „Mighty Quinn“ wurde dann tatsächlich diesmal nicht gespielt.

GOTTHARD sind und bleiben halt live eine Macht, und auch wenn sie vielleicht eine der eher „softeren“ Bands des Festivals gewesen sein mochten, so kommt der eingängige und handwerklich exzellent gemachte Rock beim tschechischen Publikum dennoch hervorragend an, und GOTTHARD werden verdient abgefeiert, auch wenn die Magie des letzten Masters-Gastspiels im Jahr 2012 nicht ganz erreicht werden kann. Das könnte aber auch am fehlenden „True Survivor“-Cover gelegen haben. [-Dragonslayer-]

POWERWOLF

Anno 2013 schrieb Kollege Dragonslayer noch, POWERWOLFs Schritt zum Headliner sei nur noch eine Formsache. Nun war es soweit und POWERWOLF hatten 90 Minuten Zeit sich dieses Titels als würdig zu erweisen. Gleichzeitig präsentierte man das neue Album “Blessed & Possessed”, welches kurz vor dem Release stand, inklusive Pyroshow, komplett neuem Bühnenbild, und DVD-Aufzeichnung des Konzerts.

Für die Umbauten wurde ein schwarzer Vorhang vor die ganze Bühne gespannt. Mit 20 Minuten Verspätung stürmten die Power-Metal-Wölfe schließlich die Bühne, um sogleich die Kracher “Sanctified with Dynamite” und “Coleus Sanctus” auf die zahlreich erschienen Tschechen loszulassen. Anfangs wollte noch nicht so richtig Stimmung aufkommen, was möglicherweise an der doch eher geringen Lautstärke und den sehr spärlich eingesetzten Pyros lag. Die Band zeigte sich davon unbeieindruckt, mit gewohnter Spielfreude wirbelten die sich als “Greywolf”-Brüder ausgebenden Gitarristen über die Bühne und Sänger Attila Dorn führte durch die Show. Das Schlagzeug war mittig in der zweiten Reihe aufgebaut, flankiert wurde es von zwei identischen Keyboards, zwischen denen Organist Falk Maria Schlegel wechselte. Wie von POWERWOLF gewohnt lief Falk in Passagen, in denen er nicht spielen musste, an den vorderen Rand der Bühne um das Publikum anzufeuern. Ein Live-Bassist, der dem Gesamtsound vielleicht ein ausgewogeneres Druckverhältnis spendiert hätte, fehlte leider immer noch.

Zwischen jedem Song gab es eine bis mehrere Minuten Pause, in denen Attila mal mehr, mal weniger redete. Leider nahm das vieles der Energie, die mit den eigentlich geradlinigen und kraftvollen Songs aufgebaut wurde, wieder weg. So zog sich das durch das ganze Konzert, was nicht so schlimm wie zum Beispiel bei jüngeren Konzerten von SABATON war, aber es wäre doch wesentlich kompakter gegangen. Bei “Amen & Attack” schließlich war der Bann gebrochen, die Menge feierte ausgelassen, trotz des immer noch leise und dumpf wirkenden Sounds. “Resurrection By Erection” durfte natürlich ebensowenig fehlen wie “Sacred & Wild”. Eine Live-Premiere gab es für “Armata Strigoi”, das munter HAMMERFALL-Mitsingparts mit AMON AMARTH-Riffs vereint. Textsicher und laut sang das Publikum jeden Song mit.

Ein (länger als 2 Minuten dauerndes) Drumsolo war auch dabei, dessen Highlight die ersten Takte von JUDAS PRIESTs “Painkiller” war. Statt dieses Lied fertig zu spielen, stimmte man das brachiale “Kreuzfeuer” an. Die Pyrotechnik hielt sich immer noch zurück, bis auf ein paar wenige kleine Feuerspritzer ist noch nicht viel passiert. Dafür konnte das in der Zwischenzeit gewechselte Bühnenbild auf voller Länge punkten: riesige, auf Stoffwänden aufgemalte Bleiglasfenster, wie man sie aus Kirchen kennt, umspannten fast kreisrund den hinteren und seitlichen Teil der Bühne, und in der Mitte über dem Schlagzeuger leuchtete ein böse dreinblickender Werwolf-Mönch aus seinen roten Augen. Gäbe es einen Preis für das beste Bühnenbild des Festivals, POWERWOLF wären die verdienten Sieger.

“Blessed & Possessed” wurde angespielt, abgebrochen, wieder angespielt, und wieder abgebrochen. Nach kurzer Verwirrung war geklärt: Der Schlagzeuger hatte wohl den Song vergessen. Kann passieren, sollte es aber nicht. Ohne großen Aufhebens sprang POWERWOLF zum nächsten Song, “We Drink Your Blood”. Danach kündigte Attila, mit Weihrauch und Priesterkutte bewaffnet, “Lupus Dei” als letztes Lied an, bevor POWERWOLF noch “Raise Your Fist, Evangelist” und “In The Name Of God (Deus Volt)” als Zugabe spielten. Langer Jubel und Applaus verabschiedete die Wölfe schließlich in die Nacht, leider ohne DAVID HASSELHOFFs “True Survivor”.

POWERWOLF sind eine mitreißende und gute Liveband, keine Frage. Aber den Anfangs erwähnten Sprung zum Headliner hat ihre Show noch nicht ganz geschafft. Es gehört wohl doch ein bisschen mehr dazu, als ein kleines bisschen Pyrotechnik und eine längere Spielzeit an einem späteren Slot. Der Sound war zu mager, die Show nicht kompakt genug. All das ist natürlich Kritik auf höchstem Niveau, denn viele Bands sollten sich eine Scheibe von POWERWOLF abschneiden, aber wer sich den Titel “Headliner” an den Hut respektive die Mönchskutte heftet, muss mit strengeren Kriterien bewertet werden. [-Herb-]

THE EXPLOITED

Thank You Mr. Wattie Buchan! Der rotgefärbte Irokesenträger brauchte insgesamt drei Anläufe um endlich das Masters of Rock in Schutt und Asche zu legen und machte dies um knapp ein Uhr in der Früh mit dem Punk-Classic „Let’s Start a War… Said Maggie One Day“ gleich auch unmissverständlich klar. Insgesamt sollten es dann 24 Kracher in guten 70 Minuten werden, Wattie war gut bei Stimme, gurgelte nahezu nach jedem der Kurzeruptionen mit Bier die Kehle feucht und seine Backing-Band (mit Schlagwerkenden Bruder Willie Buchan) war nicht nur allerbester Laune, sondern trieb den mittlerweile seit 35 Jahren aktiven Old-Punk immer wieder nach vorne.

Man darf in der Setliste gerne reingreifen wo man möchte, strahlende Gesichter auf und auch vor der Bühne, absolut erstaunlich, dass bei einem doch völlig Masters of Rock-konträrem Sound und um diese Uhrzeit locker-lässig mehr als 20.000 Besucher ausharrten, um eine Punk-Ikone regelrecht abzufeiern. Wattie genoss die Chose in souveräner Art und Weise, verprügelte das Auditorium in Form von Granaten á la „Punks Not Dead“, „Alternative“, „Troops Of Tomorrow“ oder dem Titeltrack des „Beat The Bastards“-Meilenstein, bei dem Wattie gleich zweimal den Fotograben aufsuchen musste um der doch eher rüden Security ein wenig Respekt seinen Fans gegenüber beizubringen.

Als der Altmeister des Punks dann bei der ersten Zugabe (Pause gab es vorher natürlich keine!) „Sex & Violence“ auch noch die Anwesenden aufrief mit ihm auf der Bühne zu feiern gab es kein Halten mehr und gut 200 Maniacs zelebrierten mitsamt des Rezensenten eine ausgelassene, aber immer friedvolle Punk/Pogo-Party, die mit „Was It Me“ und „Maggie“ ein würdevolles Ende fand.

Selbstredend, dass man bei einem derartigen Statement, diesem nach wie vor unmissverständlich, ja wütend ausgestreckten Mittelfinger dem guten alten Wattie und seinen Jungs mehr als verzeiht, dass der „True Survivor“ auf der Strecke bleiben musste. [-reini-]

SO, 12.07.2015

LACRIMAS PROFUNDERE

Direkt nach den Lokalhelden HARLEJ auf die Bühne zu müssen, war wohl der undankbarste Slot des Festivals. LACRIMAS PROFUNDERE wagten es trotzdem und lieferten eine solide Show ab, auch wenn nur noch vergleichsweise wenige Leute vor der Bühne standen. Es war aber auch der vierte und letzte Festivaltag, da sei jedem verziehen der zwischendurch Ermüdungserscheinungen zeigte.

Nach dem Western-Intro des Titelsongs aus dem Film “A Million Ways To Die In The West” legte der erste und letzte richtige Gothic Metal-Act des Festivals los. Jener bot langsamen, schwerfälligen Gothic Metal, mit tiefer männlicher Stimme, und ohne große Überraschungen. Bei strahlendem Sonnenschein fiel es eher schwer in die richtige Stimmung für die für dieses Festival ungewöhnliche Musik zu kommen. Die Band bemühte sich sichtlich, soundtechnisch und spielerisch war alles in bester Ordnung, aber es dauerte trotzdem mehr als das halbe Set bis deutlich positive Rückmeldungen aus dem Publikum kamen.

Am Ende des Gigs hatten sich wieder ein paar mehr Leute vor der Bühne eingefunden, und jene die da waren schienen von LACRIMAS PROFUNDERE überzeugt worden zu sein, obwohl auch dieses Mal DAVID HASSELHOFFs “True Survivor” nicht gespielt wurde. [-Herb-]

VOODOO CIRCLE

Auch ein Mat Sinner ist natürlich Stammgast am Masters Of Rock, und egal ob mit PRIMAL FEAR, seinen SINNER oder heute mit VOODOO CIRCLE – der Mann steht immer für hochklassige Rock-Unterhaltung.

Diesmal unterstützt er PRIMAL FEAR-Gitarrenkollegen Alex Beyrodt bei „seinen“ VOODOO CIRCLE und verriet vorab Backstage bereits, dass er gespannt sei, wie denn diese „Hippie-Musik“ beim Masters Of Rock-Publikum ankommen würde. Diese kam, so kann nun gesichert gesagt werden, äußerst gut an, denn der erdige, Orgel-lastige Hard Rock von VOODOO CIRCLE passt ganz gut ins hitzige Nachmittagsprogramm des letzten Festivaltags; und zumal bereits die famosen BLUES PILLS am Vortag mit groovigen Sounds gerockt hatten, war das Publikum auch schon mehr auf Hard Rock in Tradition von DEEP PURPLE, WHITESNAKE, LED ZEPPELIN und ein bisschen JIMI HENDRIX eingestellt.

Im Fokus steht bei VOODOO CIRCLE aber – nebst Sänger David Readman, der eine beeindruckende Leistungsschau abliefert – jedoch auch öfter mal Gitarrenzauberer Beyrodt selbst, der zu den sträflich unterbewertetsten Könnern seiner Zunft zählt, dessen schneidige Soli aber in der sonntäglichen Nachmittagshitze von Vizovice dennoch auf offene Ohren stoßen.

Songtechnisch wurden nach dem Opener „Heart Of Babylon“ noch Tracks wie „This Could Be Paradise“, „Tears In The Rain“ oder das famose “Blind Man” gebracht, und als Rausschmeißer gab’s nach der “Graveyard City” auch noch das LED ZEP-Cover “Rock And Roll” zum Drüberstreuen.
Eine satte Performance, die für etwas hardrockige Erdung an diesem letzten Festivaltag sorgen sollte, der ansonsten fest in powermetallischer Hand lag. Gerne wieder, dann aber bitte mit „True Survivor“-Cover. [-Dragonslayer-]

АРКОНА

Что появление АРКОНА наиболее заметили? Маша Архипова, теперь уже мать двоих детей, была Wolfspelz -Umhang заменен рода Waldschrat костюм. Так далеко, так не впечатляют.

Производительность русской народной языческой ассоциации Something предназначен, но потом - и без энтузиазма рецензентов - настоящий триумф. Может быть потому, что АРКОН этом году смогли использовать площадь Humpa народный языческий в качестве сольного артиста (в) и пяти пахал свою дискографию, забил на партийных гуляк в посещаемости с треками сорта "Гой, Роде, Гой! "" Ярило "," Сербия "," Стенька на Stenku "и, конечно, заглавный трек тока" Явь '' - альбом, и даже удалось ваша сингл "Гребля мош яму" всего фестиваля.

Многое можно есть на самом деле не добавить жгучая жара сделали героев, особенно
на этапе создания какой-то степени, миниатюрная Маша не только полностью мокрый от пота, но стремился после работы в (немного) охлаждение области тени за кулисами

области на , С их производительности труппа Rusky вполне может быть удовлетворен, но автор этих строк, поэтому не приближаться к истории, и не имеет ничего общего с ним, что АРКОН предосудительного манера камень называется "Правда Survivor" старательно игнорируются.

Ok, für alle die des Kyrillischen nicht so mächtig sind, hier die
Auflösung:


ARKONA

Was beim Auftritt von ARKONA am Meisten auffiel? Masha Arhipova, mittlerweile auch schon zweifache Mutter, hat den Wolfspelz-Umhang gegen eine Art Waldschrat-Kostüm ausgetauscht. Soweit so unspektakulär. Der Auftritt der russischen Folk-Pagan-Irgendwas-Vereinigung gestaltete sich dann aber – auch ohne Begeisterung des Rezensenten – zu einem richtigen Triumph. Mag daran gelegen haben, dass ARKONA dieses Jahr den Bereich des Humpa-Folk-Pagan als Alleinunterhalter(in) nutzen konnten und so durchpflügten die Fünf ihre Discografie, punkteten bei den Party-feiernden Anwesenden mit Tracks der Sorte „Goi, Rode, Goi!“, „Yarilo“, „Servia“, „Stenka na Stenku“ bzw. natürlich dem Titeltrack des aktuellen „Yav‘“-Albums und schafften sogar den einzigen „Ruder-Moshpit“ des ganzen Festivals.

Viel mehr kann man da eigentlich nicht mehr hinzufügen, die sengende Hitze machte den Protagonisten vor allem auf der Bühne einigermaßen zu schaffen, die zierliche Masha war nicht nur komplett durchgeschwitzt, sondern suchte nach getaner Arbeit die (leicht) kühlenden Schattenbereiche im Backstage-Areal auf. Mit ihrer Leistung darf die Ruský -Truppe durchaus zufrieden sein, dem Verfasser dieser Zeilen ging die Geschichte aber so gar nicht nahe und das hat überhaupt nichts damit zu tun, dass auch ARKONA sträflicher Weise ein Kleinod namens „True Survivor“ geflissentlich ignorierten. [-reini-]

SONATA ARCTICA

Alle guten Dinge haben ein Ende, und so auch das Masters Of Rock 2015. Diesmal aber sollte es zum Abschluss noch eine powermetallische Vollbedienunggeben, so hatte der Veranstalter nämlich das Power-Triple aus SONATA ARCTICA, GAMMA RAY und NIGHTWISH zum Finale Grande geladen.

Den Anfang durften dabei die finnischen Wölfe machen, und zeigten sich zunächst auch etwas überrascht darüber, dass sie an diesem Tag doch tatsächlich die „Ecliptica Revisited“-Setlist spielen sollten , die zuletzt Monate zuvor in Japan live aufgeführt worden war, anstatt der eigentlich für die Festivalshows zurechtgelegten Setlist.

Aber Tony Kakko und seine Truppe sind natürlich Routiniers und ließen sich auch dadurch nicht aus der Fassung bringen – stattdessen startet man stilsicher gleich mal mit dem famosen „Don’t Say A Word“ ins Set, um das Publikum sofort auf Betriebstemperatur zu bringen, und dann geht’s auch schon Schlag auf Schlag: Das Intro wird eingespielt, das legendäre Debütalbum „Ecliptica“ belobhudelt, und en suite startet die Band in ein Hitfeuerwerk, das sie natürlich dem großartigen Banddebüt zu verdanken hat.

„Blank File“, das wunderbare „My Land“ und natürlich das treibende „8th Commandment“ leiten ein feines Set ein, dass seine Höhepunkte natürlich in „Replica“, „Kingdom For A Heart“ und „FullMoon“ findet, ehe die Band dann emotional mit dem „Letter To Dana“ noch einen draufsetzt. Die restlichen „Ecliptica“-Songs sind dann beinahe nur noch Formsache, und nach dem abschließenden „The Wolves Die Young“ (inklusive dem obligatorischen, wenn auch schon etwas witzarm gewordenen „Vodka“-Song) wird eine bei überdurchschnittlich gutem Sound und überdurchschnittlich guter Performance aufspielende Band in den verdienten Feierabend verabschiedet. Einzig ein Cover von „True Survivor“ hat noch gefehlt. [-Dragonslayer-]

GAMMA RAY

Kai Hansen ruft zur Party, und die tschechischen Massen kommen. Kein Wunder also, dass er gefühlt jedes Jahr mit irgendeiner Formation nach Vizovice kommt. Diesmal waren allerdings er und seine Mannen besonders gut drauf und legten einen Start-Ziel-Sieg hin. Die Wahl des Openers fiel auf “Avalon” vom aktuellen Silberling “The Empire Of The Undead”. Eine interessante Entscheidung, die ihnen aber vom Publikum gedankt wurde. Weiter ging’s mit “Hellbent” und, nach kurzer Ansage an die Metal Nation, “Heaven Can Wait”. “Fight” fehlte ebensowenig wie das stark an “Send Me A Sign” erinnernde “Master Of Confusion” oder das geniale “Empathy”. Soundtechnisch gab es nichts zu bekritteln, klar und druckvoll kamen die Speed Metal-Hymnen aus den Boxen..

Mit Ansagen zwischen den Songs hielt man sich zurück, und Neuigkeiten gab es keine zu verkünden. Die Band machte lediglich ein bisschen Werbung für ihre im Herbst anstehende “25th-Anniversary Party Tour”, vielleicht gibt es ja dort endlich DAVID HASSELHOFFs “True Survivor” in der einen oder anderen Form zu hören. 25 Jahre also ist GAMMA RAY nun schon im Musikbusiness, und das sieht man den Mannen auf der Bühne auch an. Trotzdem, Kai Hansen war so gut bei Stimme wie schon lange nicht mehr und auch Dauergrinser-Gitarrist Henjo Richter hatte sichtlich Spaß.

Viel mehr gibt es auch nicht zu sagen, GAMMA RAY erwiesen sich ihres Namens als würdig und lieferten ohne große Show eines der besten Konzerte des Festivals. Nach einem eher früh gespielten “I Want Out” (inklusive genialem Reggae-Mittelteil) gab es noch “Rebellion In Dreamland” und “Somewhere Out In Space” zu hören, bevor man mit dem obligatorischen “Send Me A Sign” (leider nicht in der deutschen Version) die feiernde und jubelnde Menge zur nächsten und letzten Band verabschiedete. Denn auf diese kam mit NIGHTWISH noch Einiges zu. [-Herb-]

NIGHTWISH

Und dann kamen sie. Kamen, sahen, und triumphierten. Die wiedererstarkten NIGHTWISH reisten zum ersten Mal mit Neo-Sängerin Floor Jansen zum Masters Of Rock an, und die Show sollte der erwartete Befreiungsschlag und Triumphzug gleichermaßen werden.

Zuletzt standen die Finnen immer wieder in der Kritik; insbesondere Floor-Vorgängerin (quasi also die „Floorgängerin“) Anette Olzon konnte vor allem in der Livesituation die an sie gestellten Anforderungen nur selten erfüllen, und spaltete massiv die Meinungen der NIGHTWISH-Fangemeinde. Und so kam es wie es kommen musste: Auf der 2012er-Tour zum „Imaginaerum“-Album wurde Frau Olzon dann endgültig abgesägt, und als kurzfristiger Ersatz sprang die ex-AFTER FOREVER Goldkehle Floor Jansen ein – und der Rest ist schon ein bisschen Metal-Geschichte.

Nach einem famosen, im Rahmen der „Showtime, Storytime“-DVD dokumentierten Gig am Wacken Open Air 2013 entschied sich Bandchef Tuomas Holopainen rasch dafür, Miss Jansen auch als permanente neue Sängerin bei NIGHTWISH zu verpflichten; eine Entscheidung, die er nicht bereuen sollte.

Denn Floor Jansen punktet nicht nur durch Rockchick-Attitüde und sympathische Bühnenpräsenz, die ihren beiden Vorgängerinnen stets gefehlt haben, sondern auch durch stimmliche Profizienz und schafft das schier Unmögliche, nämlich einen gelungenen Brückenschlag zwischen einerseits den opernhafteren Songs der Tarja-Ära und andererseits den poppig-rockigeren Ansätzen der Olzon-Ära.

Dies stellt sie auch gleich im Anfangs-Tripel des Sets unter Beweis: Nach dem fulminanten Opener „Shudder Before The Beautiful“ vom neuen, bereits unter ihrer Beteiligung eingespielten Album „Endless Forms Most Beautiful“, und dem atmosphärisch drückenden „Yours Is An Emtpy Hope“ folgt auch gleich die erste Olzon-Single „Amaranth“, und spätestens jetzt haben NIGHTWISH ihr Publikum fest im Griff.

Dem zuträglich ist auch die grandiose Bühnenshow, die mit unzähligen Flammen- und Nebelwerfen sowie Feuerwerkskörpern bestückt nochmal ein ganz anderes Programm fährt als noch die Feuershow-Ansätze von POWERWOLF am Vortag. Denn wo POWERWOLF zwar sicherlich bemüht um eine spektakuläre Show waren, da steckt natürlich bei einem Act wie NIGHTWISH mittlerweile schon eine ganz andere „Big Stage“-Erfahrung und auch ein entsprechendes Budget dahinter, um das auch wirklich standesgemäß umsetzen zu können.

NIGHTWISH nehmen also showtechnisch keine Gefangenen, und auch die Setlist lässt kaum Wünsche offen: Neben – in der Olzon-Ära oft auf Grund stimmlicher Inkompatibilität weggelassener – Bandklassiker früherer Tage wie „She Is My Sin“ und „Stargazers“ kommen vor allem auch die ganz neuen Songs wie „My Walden“, „Weak Fantasy“ und insbesondere das zwar auf Platte etwas blutarme, live aber sensationell abgefeierte „Élan“ so richtig gut an, und die „Storytime“ ist dann fast nur noch Draufgabe.

Speziell bei den neuen Songs bringt sich natürlich auch Band-Neuzugang Troy Donockley hervorragend ein, sei es auf den irischen Bagpipes oder auch mal an der Gitarre(!) – definitiv eine wertvolle Addition zur Band.

Das wirklich ganz große Highlight sollte aber dann, nach einer sehr sympathischen und nicht ganz ohne Augenzwinkern vorgetragenen Anmoderation von Sängerin Floor, folgen: DIE Ballade schlechthin, „Sleeping Sun“, hatte wieder ihren Weg ins Liveset gefunden und natürlich sollte diese ikonische NIGHTWISH-Nummer, mehr als alle anderen, über Gedeih und Verderb von Neosängerin Floor Jansen entscheiden.

Und hier konnte man nur noch den Hut ziehen: Denn Floor Jansen brachte an diesem Abend nicht nur einfach „Sleeping Sun“, sondern sie brachte die schlichtweg beste Version dieses Songs, die man je vernehmen durfte – beredtes Zeugnis davon legte die kollektive Reaktion der noch versammelten Stormbringer-Belegschaft ab, die sich doch tatsächlich im exakt selben Zeitpunkt im Song zueinander drehte und wechselseitig auf die jeweils aufkommende Gänsehaut am Unterarm hinwies. Wenn das kein Beweis für einen Triumph ist, dann weiß auch ich nicht mehr weiter.

Verdient wird auch Floor Jansen danach abgefeiert, ehe man mit Auszügen aus der „Greatest Show On Earth“ und dann der kompletten(!) „Ghost Love Score“ endet, und der „Last Ride Of The Day“ nur noch Formsache ist.

Am Ende des Masters Of Rock regiert somit ein mehr als verdienter Headliner in Form von NIGHTWISH, der sowohl in Punkto Performance, als auch Sound, als auch Show, alle anderen Acts in diesem Jahr reichlich alt aussehen ließ und bewies, dass NIGHTWISH nicht nur wieder dick da sind, sondern in ihrer aktuellen Ausprägung einerseits in der Oberklasse des Musikentertainment angekommen sind und mit Floor Jansen – und ich sag das jetzt ohne zu Zögern, auch wenn ich damit den Unmut manch eines Die-Hard-Fans auf mich ziehen könnte – auch die beste Sängerin in ihren Reihen hat, die die Band jemals hatte.

In dieser Form sind NIGHTWISH live eine unschlagbare Macht, an der sich sämtliche anderen Bands des Genres messen müssen – und sich daran auch die Zähne ausbeißen werden, denn diese perfekte Mischung aus hoher Songwriting-Kunst, bombastischer Orchestrierung und theatralischer Inszenierung versteht sonst niemand so vortrefflich zu vermengen wie die Finnen rund um Mastermind Tuomas Holopainen. Chapeau, hier ist nicht mal ein „True Survivor“-Cover für die absolute Höchstwertung nötig. Ganz großes Metal-Kino zum Abschluss eines erneut hochkarätigen Festivals. Wir freuen uns bereits jetzt auf ein Wiedersehen in Vizovice im Jahr 2016!

[-Dragonslayer-]


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