Jahresrückblick 2015

Text: adl
Veröffentlicht am 04.01.2016

REDAKTIONSRÜCKBLICK 2015: STEFAN BAUMGARTNER


Ein Jahresrückblick also soll es sein. Es war ein bewegtes Jahr, mit knapp mehr als 100 besuchten Konzerten und unzähligen Alben, die gehört, gekauft und liebevoll in die stetig wachsende Sammlung eingefügt wurden. Ein Jahr mit beständigen Bekanntschaften, mit neuen, mit intensivierten Freundschaften und - auf beruflicher Ebene, unter anderem hier bei Stormbringer - intensivierten Partnerschaften. Es war ein herausragendes Jahr, wenngleich bewegt. Aber: der Reihe nach.

 

Die für mich wohl elementarste Veröffentlichung des noch aktuellen Jahres war mit Abstand SATYRICONs "Live At The Opera" - ein intensives Hörerlebnis, das sowohl in Ton und Bild fesselte und die genreübergreifende Imposanz der Norweger demonstrierte. Teil meiner Sammlung wurde jene Veröffentlichung in der limitierten Holzbox, die zudem auch noch eine kleine Augenweide darstellt.
Aber auch CATTLE DECAPITATION ("The Anthropocene Extinction"), NAPALM DEATH ("Apex Predator - Easy Meat") und WEEDEATER ("Goliathan") lieferten in der tiefgestimmten Lärmfraktion mehr als starke Folgealben ab, wobei insbesondere erstgenannte die eigene Qualität auf ein neues Level hoben.
Überraschende Neuentdeckung stellten zwei Australier dar, einerseits KING PARROT mit "Dead Set", andererseits HARLOTT mit "Proliferation", wie auch RAM mit "Svbversvm" eindrucksvoll dokumentierten, dass der gute, ehrwürdige Heavy Metal alles andere als totgespielt oder auf die alten Heroen reduziert werden darf.
In der Nacht-und-Nebel-Fraktion traten in vorderster Front SHINING ("IX: Everyone, Everything, Everywhere, Ends"), MARDUK ("Frontschwein") und MGLA ("Exercises In Futility" - 2016 im Februar in Wien!) den Beweis dafür an, dass auch der Black Metal mehr Relevanz denn je hat, mehr denn je auch für Qualität bürgt. Aber auch die Neo-Ecke wurde mit DEAFHEAVEN ("New Bermuda") bestens bedient und ist willkommenes Zeichen, dass sich auch jenes engstirnige Genre immer mehr zu öffnen wagt, siehe auch (mit leichtem Qualitätsabfall) MYRKUR ("M", in ebenfalls wunderschöner Holzbox mein Eigen) und - mit überraschendem Einstand - WIEGEDOOD, die mit "De doden hebben het goed" für dezentes Herzrasen, auch live im Wiener Bach sorgten.
Nicht vergessen werden darf dabei auch SLAYER, die mit "Repentless" sicher kein neues "Angel Of Death" oder "Hell Awaits" ablieferten, aber demonstrierten, dass man "es" auch ohne Hanneman "noch kann" - und der streng limitierte Metalladler macht sich wahrlich gut an der Wand. Ebenfalls ein Erlebnis, wie immer und immerdar: Live im Gasometer. Ja, auch trotz Gasometer. Schon stärker - aber auch schwächer - erlebt hat man IRON MAIDEN ("Book Of Souls"), MOTÖRHEAD ("Bad Magic") und CLUTCH ("Psychic Warfare"), die aber dennoch Alben vorlegten, die selbst nach jahrelanger Tätigkeit nur so von Kreativität strotzten. Nicht zu vergessen auch UNCLE ACID, die mit "The Night Creeper" mehr hypnotisierten denn je und auch live in der Wiener Arena nicht nur unsere graue Eminenz Reither samt meiner Wenigkeit mitreißen konnten und KADAVAR, die mit "Berlin" zu neuer, aber auch alten Stärke zurückfanden und sich ebenfalls wiederholt und mehrfach (in Wien und Amsterdam) als grandiose Liveband, und als überaus sympathische Gesprächspartner präsentierten. Und schließlich sind da auch noch die sympathischen Isländer THE VINTAGE CARAVAN, die mit "Arrival" glänzten und sich ebenfalls auch auf persönlicher Ebene rasch ins Herz schließen ließen.

 

Ohne großartige Umschweife seien die absoluten Highlights des diesjährigen Konzertjahres chronologisch gereiht: Im März stachen vor allem CROWBAR und RADIO MOSCOW heraus, im April MARDUK im Rahmen des Hatefests, das holländische Roadburn-Festival, sowie SATYRICON. Der Mai überzeugte in aller erster Linie mit einer heimischen Band: GROTESKH, die zudem mit "Code:End" auch einen sensationellen Zweitling vorlegten. Der Juni brachte mit WEEDEATER, EYEHATEGOD und WIEGEDOOD gleich drei amtliche Watschen, während im Juli vor allem TERRORIZER L.A. (Bratislava), KADAVAR und LIVIDITY ihr Übriges taten, um amtliche "Brot und Spiele" zu kredenzen. Im August waren es dann BRUJERIA, sowie die Festivals Lake On Fire und Desertsun, die in bleibender Erinnerung verharren werden, im September schließlich LIFELOVER (London), THE MELVINS und TAAKE. Der Oktober bot mit IMPALED NAZARENE auch auf beruflicher Ebene ein kleines großes Highlight, während zudem insbesondere UNCLE ACID zu glänzen wüssten (siehe oben). Der November stand ganz klar im Zeichen von SLAYER und MOTÖRHEAD, aber auch das Gespann CARCASS, NAPALM DEATH und OBITUARY zu Monatsende war ein selten feiner Genuss, wie auch BLACK LABEL SOCIETY, MINCING FURY AND GUTTURAL CLAMOUR OF QUEER DECAY, THE VINTAGE CARAVAN, GRAVE (samt MALEVOLENT CREATION) und VEKTOR - man merkt, der wohl intensivste Monat. Und schließlich, der Dezember: Noch bevor das Christkind bescherte, bescherte man mir mit dem Eindhoven Metal Meeting eine vorweihnachtliche Ejakulation - insbesondere GRAVE, MALEVOLENT CREATION und NIFELHEIM mögen sich hier erwähnt finden. Dass im Zuge all dieser Events zahlreiche herausragende Interviewpartner getroffen wurden - hervorzuheben sind hier vor allem die Herren von WEEDEATER, THE VINTAGE CARAVAN und KADAVAR, sowie IMPALED NAZARENE, Barney von NAPALM DEATH und Bill von CARCASS, versteht sich von selbst. Auch das Treffen von Tom Araya und Paul Bostaph (SLAYER) und Mikkey Dee (MOTÖRHEAD) sind in der persönlichen Historie weit oben anzusiedeln.

 

Überraschung des Jahres war jedoch der Auftritt meines Kollegen Rosenberger, der mit ROCKODILE nicht nur in einem Atemzug He-Man und Manowar und Hasselhoff (!!) zu huldigen weiß, sondern auch mit Witz, Charme und Esprit überzeugt. Hut ab! Und auch Kollegen Samer, dem wunderschönen Redaktionseinhorn von der Vögelweide, sei ob seiner Coverversion von Hasselhoffs "True Survivor" (mit DRAGONY) der Hut gezogen - in dem Sinne: Mütze-Glatze-Mütze-Glatze. Neben den bereits benannten heimischen Partien sei insbesondere auch KIELKROPF hervorgehoben, die gleich mit ihrem Debüt Weltklasseniveau im breiten Nola-Feld erreichten. Und auch das NEBELFRONT-Projekt eines Eiswanderers, den man nur zu selten, zuletzt auf "Only In My Dreams" beim Irrlichtern beobachten kann, zählt zweifelsohne zu einem der lokalen Highlights.

 

Ein besonderes Danke für die herausragende Zusammenarbeit möchte ich dieses Jahr insbesondere an Haubi (FMS), Peter und Milo (Arena Wien), Martin (Viper Room), Joni (Panta R&E), Markus Jakob (Nuclear Blast) und an vorderster Front Roman (u.a. Eindhoven Metal Meeting) aussprechen, ohne die das Jahr nicht dermaßen gelungen wäre - nicht allein, was die Zusammenarbeit auf professioneller, sondern insbesondere auch auf persönlicher Ebene betrifft. Ihr, meine Herren, seid großer Bestandteil daran, dass (mein) Leben, aber auch das vieler anderer, noch lebenswerter als ohnehin ist.
Dass sich bei all meinen musikalischen Unternehmungen Menschen gleich drei verschiedene ausländische Nationen (der Wiener spricht) - Salzburg, Steiermark und Vorarlberg - im fliegenden, teilweise überlappenden Wechsel das ganze Jahr über zueinander fanden, freut mich, rückblickend auf 2015, unterm Strich wohl am meisten und zeigt erneut: Musik verbindet. Danke Martina, Robert, Mäggie. Nicht zu vergessen auch Alma, eine zwar seltener, aber nicht minder geschätzter Teil meines Lebens - wie auch zahlreiche andere Personen auf beruflicher und privater Ebene, denen zumindest mein stiller Dank gebührt. 
Dass sich gleich zwei Konzerte dieses Jahres insbesondere auf persönlicher Ebene zu einem Meilenstein entwickelten, verdankt man glücklicher Fügung: Im April festigte sich nicht nur eine im letzten Jahr geschlossene Bekanntschaft mit Conrad, seines Zeichens Bassist bei den Iren Mount Soma, am holländischen Roadburn, sondern ergab sich auch spontan eine weitere: Per Zufall traf man gemeinsam Rohit, der aus dem fernen Indien angereist ein halbes Jahr aus beruflichen Gründen in Amsterdam weilte und sich spontan der munteren Truppe (inklusive "Madam" Martina, s.o.) anschloss und geschätzter Teil von ihr wurde. Ein Revival gab es schließlich wenig später dieses Jahr am heimischen Lake On Fire-Festival.
Aber auch das - unterm Strich wenig ergreifende - Konzert von Acid King im Viper Room kurz vor Jahresmitte gereifte zu einem besonderen Kalendereintrag, war dies doch der Tag, an dem ich beginnen musste, meine nicht vorhandenen xberger Sprachfähigkeiten zumindest passiv zu entwickeln. "Welcome to prime time, bitch", würde Freddy Krueger frohlocken, und Mäggie würde ihn zwingen, umgehendst den Mund mit einem lauwarmen Kozel auszuwaschen.
Abgesehen von einer respektablen Leistung des gesamten Teams von Stormbringer.at (Abstriche gibt es natürlich nicht nur beim Frauenarzt, habe ich mir sagen lassen) sei hiermit der grauen Eminenz, meinem Torpedozwilling, dem Semi-Musikexperten schlechthin, Frau Doktor Prügelpeitsch, Elizabeth T. Seidlinger, dem Einhorny und Kubakka gedankt. Und natürlich ADL, der manchmal ein schweres Los auch mit mir trägt (Sasha!). Nicht zu vergessen auch Roger - die humanoide News-Maschine. Schwules Herz. Drölf.

 

Und nun: 2016, scheiß nicht so lang herum - lass es kommen!

 



Inhaltsverzeichnis:

Seite 1: Einleitung
Seite 2: Jahresrückblick der Stormbringer-Leser
Seite 3: Redaktionsrückblick: Anthalerero
Seite 4: Redaktionsrückblick: Daniel Laich
Seite 5: Redaktionsrückblick: Florian Rosenberger
Seite 6: Redaktionsrückblick: Kalti
Seite 7: Redaktionsrückblick: Lady Cat
Seite 8: Redaktionsrückblick: Luka
Seite 9: Redaktionsrückblick: Pascal Staub
Seite 10: Redaktionsrückblick: Reini
Seite 11: Redaktionsrückblick: Robert Fröwein
Seite 12: Redaktionsrückblick: Sabine Vollert
Seite 13: Redaktionsrückblick: Stefan Baumgartner
Seite 14: Redaktionsrückblick: Thomas Patsch
Seite 15: Redaktionsrückblick: Tom
Seite 16: Redaktionsrückblick: ADL


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