Trans-Atlantic Visions - VISIONS OF ATLANTIS goes 70.000 Tons Of Metal

Veröffentlicht am 05.03.2016

04. Februar 2016 - Die Unabhängigkeit der See

Gegen Mittag des 04. Februar 2016 wurden wir also mit dem Shuttle zum Ablegehafen in Fort Lauderale gebracht. Die Fahrt dauerte nicht lange, da wartete sie auch schon auf uns: die "Independence Of The Seas", jenes Kreuzfahrtschiff, das für die nächsten fünf Tage unser Zuhause sein sollte. Gute 3.000 Metal-Fans waren aus insgesamt 72 Ländern dieser Welt angereist, um sich das wohl einmaligste Spektakel im Metal-Zirkus nicht entgehen zu lassen.

Dankenswerterweise dauerte der Check-In nicht lange, und nach kurzer Passkontrolle - sowie dem obligatorischen Anreise-Foto vor der schmucken 70.000-Tons-Leinwand - durften wir dann auch schon die heiligen (schwankenden) Hallen betreten, und wurden zunächst auch fast von Superlativen erschlagen: Auf insgesamt 15 Decks fanden sich (fast) alle Annehmlichkeiten, die man sonst aus First-Class-Hotels kennt: Von Swimming Pools über Spa-Areale über mehrere Restaurants, zahlreiche Bars (inklusive eines Irish Pubs und eines Casinos!) und sogar einer eigenen Kunstgalerie ließ die "Independence Of The Seas" kaum Luxuswünsche offen. Zunächst mussten wir uns jedoch noch eine knappe Stunde gedulden, da die Kabinen noch bezugsfertig gemacht wurden; diese Zeit nutzten wir jedoch für einen Spaziergang über die "Hauptpromenade" und ein paar erste Drinks an Bord.

Um drei Uhr nachmittags legte das Schiff dann schließlich nach einem ausgiebigen Sicherheits-Drill ab, und ab diesem Zeitpunkt war es offiziell: We're part of 70.000 Tons Of Metal, Baby!!

Aber natürlich waren wir nicht (nur) des Luxus- und Erholungsfaktors wegen gekommen - es galt freilich auch, möglichst viel an Metal in möglichst kurzer Zeit und möglichst konzentrierter Form zu konsumieren. Das begann bereits bei der "dezenten" Untermalungsmusik in den Gängen, Aufzügen und sonstigen Räumlichkeiten; denn ja, auch hier wurde an die Liebe zum Detail gedacht, und so tönten, in angenehmer Zimmerlautstärke, auch mal CHILDREN OF BODOM oder ALESTORM durch die "Independece Of The Seas"; und das ganz unabhängig von den zahlreichen Live-Shows der insgesamt 60 Bands, die ebenfalls bereits begonnen hatten.


Eine der ersten Shows, die ich live miterleben durfte, war jene der Niederländer von DELAIN, mit denen wir mit VISIONS OF ATLANTIS bereits im Vorjahr die Bühne in Luxemburg teilen durften. Die Band gab sich dabei im "Alhambra Theater", der größten Indoor-Stage des Schiffs die Ehre, und Frontlady Charlotte Wessels machte dabei erneut eine ebenso sympathische wie auch gesanglich starke Figur, und der flotte Symphonic Metal der Band brachte die ersten Fans auch schon in geneigte Feierlaune. Der bombastische Metal der Band ergänzte natürlich das gediegene Ambiente bestens, macht das "Theater" doch seinem Namen alle Ehre: grundsätzlich als Sitzplatz-Auditorium gedacht, herrscht zwar vor der Bühne immer reger Betrieb, in den hinteren Reihen  und auf den Galerien wechseln sich aber sitzende mit stehenen Zuschauern ab. Dies tut der Stimmung allerdings keinen Abbruch, sondern unterstreicht vielmehr den lockeren und legeren Rahmen, in dem hier ein ganzes Metal-Festival abgehalten wird. Zeitgleich eröffnen noch die NWoBHM-Kultmetaller von RAVEN die "Ice Rink"-Stage, und die Black Metaller von CARACH ANGREN zerlegen die kleine Bühne in der "Pyramid Lounge".

Und ab diesem Zeitpunkt ist auch volles Programm am Schiff angesagt: Das "Windjammer"-Restaurant öffnet seine Pforten zu einem opulenten Buffet, und in den Abendstunden lässt sich auch im schicken Speisesaal des Schiffs wunderbar mehrgängig dinieren; alles ohne Aufpreis. Einzig für einige spezielle Restaurants sowie für Getränke (alle kohlensäurehaltigen Getränke sowie natürlich alle alkoholischen) wird extra verrechnet. Gut, billig ist der Trip natürlich nicht, aber damit konnte - auch als teilnehmende Band - gerechnet werden. Alles in allem sind die Preise an Bord aber in Ordnung; logischerweise muss man allerdings mit einer etwas gehobeneres Hotelpreisklasse rechnen; Cocktails kosten beispielsweise um die 10 Dollar.

Das Publikum ist aber selbstredend auch trotz der Preise äußerst trinkfreudig, uns besonders an der "Skybar" am Pooldeck wird bereits fröhlich dem Umtrunk gefrönt, auch wenn hier am ersten Tag der Cruise noch keine Konzerte stattfinden; vielmehr ist die Crew noch mit dem Aufbau der fulminanten Pooldeck-Stage beschäftigt. Und diese sollte auch noch für ein paar Sorgenfalten sorgen - nicht nur bei den Fans.

Indes vergnügte sich der Schreiberling mit der ersten von zwei sensationellen Shows von ICED EARTH, die ich in solch bestechender Form eigentlich noch nie erlebt habe (Neo-Sänger Stu Block ist an diesem Siegeszug maßgeblich beteiligt), doch danach hieß es auch schon "ab ins Bett", sollten wir mit VISIONS OF ATLANTIS doch bereits am nächsten Tag als allerste Band die genannte Pooldeck-Stage bespielen.
 

 


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